40 Meter – so breit sollte die Schneise ursprünglich sein, die der Ostbayernring durch die Wälder der nördlichen Oberpfalz schlägt. Nun dürften es an einigen Stellen auf dem Abschnitt B-Süd zwischen dem Umspannwerk Etzenricht und der Grenze zu Oberfranken bei Waldsassen deutlich mehr werden. Der Netzbetreiber Tennet will die Schutzstreifen beidseits der Trasse erweitern – je nach örtlicher Situation um rund 10 bis 20 Meter auf jeder Seite der Leitung. Im Marktrat Parkstein hatte das zuletzt für Misstöne gesorgt.
Schnell neue Pflanzen
„Wir sind alle überrascht worden“, sagt Parksteins Bürgermeister Reinhard Sollfrank. Er hat aber auch Verständnis für Tennet. Die zusätzlichen Meter sollen verhindern, dass Bäume auf die Trasse stürzen. „Das macht schon irgendwo Sinn, damit der Ostbayernring nicht beschädigt wird.“ Und verhindern könne die Gemeinde die Erweiterung ohnehin nicht. Wichtig ist Sollfrank, was nach der Rodung passiert: Auf den Flächen sollten sofort wieder Sträucher und Unterbewuchs gepflanzt werden. „Die Wunde soll wieder zuwachsen“, sagt er. Wildwuchs dürfe allerdings nicht entstehen. „Darauf haben wir gedrängt.“ Der Beschluss des Marktrats für Ersatzpflanzungen sei jedoch ein Wunsch. Wie und wann er umgesetzt werde, sei offen. „Wir wollen aber nicht zu lange zuwarten.“
Insgesamt zieht Bürgermeister Sollfrank eine positive Bilanz, was die Arbeiten für die Leitungen angeht. Die Wünsche der Gemeinde seien berücksichtigt worden, die Trasse sei von Parkstein abgerückt, damit sich der Ort weiterentwickeln kann. „Aus meiner Sicht hat es überhaupt keine Probleme gegeben.“
Gelassen sieht man das Thema in Kirchendemenreuth. Die Gemeinde als Grundstückseigentümer sei nur an einem Waldweg betroffen. Ein entsprechendes Schreiben von Tennet liege der Kommune vor. „Von der Gemeinde her ist das weniger ein Problem, weil wir minimalst betroffen sind“, sagt Bürgermeister Andreas Hösl.
Möglichst wenig Eingriffe
Und was sagt Tennet? Die ursprüngliche Planung sei nach den damals geltenden fachlichen und rechtlichen Vorgaben erfolgt, erklärt Unternehmenssprecher Markus Lieberknecht. Ziel sei gewesen, so wenig wie möglich in den Wald einzugreifen. Im Zuge des Baus und der Vorbereitung auf den Betrieb habe man die Waldbereiche erneut betrachtet – Baumbestand, Gelände und Spannfelder der Leitung. Ergebnis: Der bisherige Abstand reiche stellenweise langfristig nicht aus, um die Leitung sicher zu betreiben. „Wir haben kein Interesse, mehr wegzunehmen als notwendig.“
Betroffen ist ausschließlich der Abschnitt B-Süd, darunter eben Waldflächen östlich von Parkstein und bei Kirchendemenreuth. Umfangreiche Fällungen gab es laut Tennet bislang nicht. Entfernt worden seien nur einzelne schiefstehende Bäume, die eine unmittelbare Gefahr für die Leitung darstellten. Die eigentlichen Arbeiten können Lieberknecht zufolge erst beginnen, wenn der Beschluss zur 5. Planänderung vorliegt. Zunächst spricht Tennet mit den betroffenen Grundstückseigentümern, die allesamt bereits im Frühjahr angeschrieben worden seien. Ein Waldgutachter bewerte jede Fläche einzeln. Sein Gutachten sei auch Grundlage für zusätzliche Entschädigungen.
Naturnaher Waldrand
Danach soll ein abgestufter Waldmantel entstehen: ein naturnaher Waldrand, der vom niedrigen Krautsaum über Sträucher bis zu unterschiedlich hohen Laubbäumen ansteigt. Er schütze den Wald vor Wind, Austrocknung und Sonne und bietet Tieren und Pflanzen Lebensraum. Voraussetzung sei die Zustimmung der Eigentümer. Die Kosten trägt Tennet.















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