Rund 50 Bürgerinnen und Bürger nutzten bei der Bürgerversammlung im Festsaal die Gelegenheit, sich von Bürgermeister Reinhard Sollfrank umfassend über die Entwicklung der Marktgemeinde informieren zu lassen und eigene Anliegen vorzubringen. Bei den Zahlen und Fakten verwies der Bürgermeister zunächst auf die Einwohnerentwicklung. Bei 31 Geburten und 15 Sterbefällen hat Parkstein derzeit 2491 Einwohner.
Besonders beeindruckend sind die Gewerbesteuereinnahmen. Für das laufende Jahr wurden diese vorsichtig mit 20 Millionen Euro veranschlagt. Im Vorjahr hatte die Marktgemeinde noch 30 Millionen Euro eingenommen. Aus der Einkommensteuerbeteiligung erhält Parkstein 1,929 Millionen Euro. In gleicher Höhe muss die Marktgemeinde Kreisumlage an den Landkreis abführen. Auch die Rücklagen entwickeln sich positiv: von 69 Millionen Euro im Jahr 2025 auf voraussichtlich 75 Millionen Euro im laufenden Jahr.
Gute Zahlen meldete Sollfrank auch vom Vulkanmuseum. Bislang wurden heuer 11.605 Besucher gezählt, darunter waren 95 Gruppen- und Schulführungen. Ab Oktober wird das Seniorenbüro mit zwei bis drei Beratungstagen neu eingerichtet. Neben der Aktion „Generationen Hand in Hand“ soll es auch Seniorenfahrten mit dem Gemeindebus geben, beispielsweise ins Sibyllenbad. Dafür wird allerdings noch ein Fahrer gesucht.
Umfangreiche Aufgaben hat das ganze Jahr über auch der Bauhof zu bewältigen. In diesem Jahr wurde ein eigener Bagger angeschafft, mit dem die Mitarbeiter die Außenanlagen der Schule hergestellt haben. Ein dauerhaftes Ärgernis bleibt die Parksituation. Derzeit lässt die Marktgemeinde den ruhenden Verkehr fünf Stunden im Monat durch die Kommunale Verkehrsüberwachung kontrollieren. Dabei werden bei Verstößen auch Strafzettel ausgestellt. Ein großes Projekt war zudem die Erweiterung der Grundschule.
Im Ausblick auf das Jahr 2027 stellte Bürgermeister Sollfrank zunächst das Jubiläum „975 Jahre Markt Parkstein“ in den Mittelpunkt. Gefeiert wird vom 30. Juni bis zum 4. Juli 2027. Nach dem positiven Bürgerentscheid soll es auch mit der Windenergie weitergehen. Die Genehmigung für das dritte Windrad wird erwartet.
Ein weiteres Großprojekt ist die Ertüchtigung der Kläranlage, für die 16 Millionen Euro veranschlagt sind. Die Arbeiten sollen 2027 in vollem Umfang laufen. Ebenso steht das kommunale Wohnprojekt in der Lichtensternstraße mit drei Wohneinheiten auf dem Programm. Der begonnene Anbau an das Kinderhaus soll 2027 abgeschlossen werden. Darüber hinaus sind die Sanierung der Bergstraße und die Druckanlage für den Trinkwasserhochbehälter vorgesehen.
Im Anschluss hatten die Bürgerinnen und Bürger das Wort. Vier schriftliche Anträge waren im Vorfeld eingegangen. Die Familie Plößner aus Hammerles regte an, dass Parkstein der Musikschule „Viertädtedreieck“ beitreten sollte. Diese bietet bereits Musikunterricht für Kinder ab einem Jahr an. Außerdem wurde eine Beschattung für den Kinderspielplatz in Hammerles gewünscht.
Maria Bäumler beantragte eine Erneuerung der Obstbäume auf der Friedhofwiese. Bürgermeister Sollfrank erklärte dazu, dass die bestehenden Bäume im Zuge der Anlage der Blumenwiese eingegangen seien. Eine Ersatzpflanzung werde vorgenommen.
Julia Heyper-Pasek sprach sich für die Weidener Straße für eine fest installierte Geschwindigkeitsmessanlage aus. Eine solche Anlage würde nach Angaben des Bürgermeisters rund 60.000 Euro kosten. Zudem gab er zu bedenken, dass Autofahrer bei einer festen Messstelle häufig rechtzeitig abbremsen und anschließend wieder beschleunigen würden. Eine Ausweitung der mobilen Messzeiten könne man dagegen überdenken.
Die anwesende Antragstellerin hielt dagegen, dass bei mobilen Messungen innerhalb von drei Stunden teilweise bereits 20 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt worden seien, in Einzelfällen mit bis zu 115 km/h. Würde ganztägig und über das gesamte Jahr hinweg gemessen, könnten die Bußgelder die Kosten einer festen Anlage deutlich übersteigen. Nachts werde überhaupt nicht kontrolliert, kritisierte sie. Es gehe um die Sicherheit der Bürger und insbesondere der Kinder. Bürgermeister Sollfrank versprach, zunächst die Zahlen der Kommunalen Verkehrsüberwachung einzuholen. Anschließend werde der Marktgemeinderat über den Antrag entscheiden.
Auch mehrere mündliche Anträge und Anregungen wurden vorgebracht. Franz Bringer sprach das Parken in der Lichtensternstraße an und schlug vor, dort das Parken nur Anwohnern mit einem entsprechenden Parkausweis zu gestatten. Bernhard Dütsch regte an, im Rahmen des Jubiläums auch Veranstaltungen zur Historie und Geschichte Parksteins anzubieten.
Otto Busch bemängelte, dass die Bushaltestelle am Ärztehaus immer wieder zugeparkt sei. Zudem forderte er Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt. Bürgermeister Sollfrank verwies darauf, dass es sich um eine Kreisstraße handle und entsprechende Bemühungen beim Landkreis bereits mehrfach erfolglos geblieben seien. „Da können wir gar nichts machen“, erklärte er.
Richard Scheidler wollte schließlich wissen, warum der Brunnen am Pfarrhof abgeschaltet ist. Bürgermeister Sollfrank begründete dies mit dem hohen Reinigungsaufwand: Der Brunnen verschmutze zu schnell und müsse ansonsten alle paar Tage gereinigt werden.















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