07.06.2019 - 16:36 Uhr
ParksteinOberpfalz

Weiden verschläft Widerstand

Während Städte wie Nabburg, Schwandorf oder Regensburg Einspruch zum Abschnitt D des Verfahrens einlegten, beteilige sich die Stadt Weiden nicht daran, die Interessen der Anwohner und die juristischen Einwände zu unterstützten.

Stellungnahme und Infos durch Josef Langgärtner.
von FSBProfil

. Dies beklagten Teilnehmer der Veranstaltung "Bürgerinitiative NEW/WEN gegen die Monstertrasse − für eine dezentrale Energiewende" in Parkstein.

Josef Langgärtner, Sprecher der BI, bot im Sportheim viele Informationen. Zentrales Thema war das Planfeststellungsverfahren zum Ostbayernring für den Bereich Etzenricht bis zur Regierungsbezirksgrenze Oberfranken/Oberpfalz, zu dem noch bis 5. Juli Einwendungen gemacht werden können.

Massive Einschnitte

Die neue Trasse durchschneide beispielsweise südlich Parkstein ortsnahe Wälder mit der Folge des kompletten Verlustes durch Austrocknung, Windwurf und Käferbefall. Ein komplett neuer Abschnitt zerstöre das Naherholungsgebiet Sauerbachtal und schädige in höchstem Maße mit doppelter Trasse das EU-Vogelschutzgebiet "Manteler Forst" mit dem Naturwaldreservat Sauhübel.

Nach wie vor hätten die Regierenden nicht verstanden, dass Energiewende die Wende von fossiler zu erneuerbarer Energieerzeugung bedeute. Unvermindert halte deshalb der Kampf gegen die Willkür der Netzbetreiber an. Windkraft sei die umweltfreundlichste Energie. Die oft angeführten Vorbehalte wie Infraschall und Verspargelung der Landschaft seien an den Haaren herbeigezogen. So sei Infraschall nach 300 Metern Entfernung nicht mehr messbar, und beim Öffnen des Autofensters entstehe ein Vielfaches an Infraschall einer Windanlage.

Monstermasten

Aber anscheinend würden die Monstermasten der neuen Stromtrasse niemand stören. Der Ostbayernring sei Teill eines europäischen Netzverbundes in das osteuropäischer Atom- und Kohlestrom eingespeist werde. Es könne nicht sein, dass Deutschland aus der Atomkraft aussteige, aber durch die Hintertüre weiter Atomstrom hin- und herschiebe.

Purer Unsinn stehe im Erläuterungsbericht zum Planfeststellungsverfahren zur Notwendigkeit der Trasse, wenn es heiße, man brauche eine Leistung von 3,5 GW, um den Strom aus erneuerbarer Energie abzutransportieren. Erneuerbare Energien würden nur drei Prozent ins Höchstspannungsnetz einspeisen, was die jetzige Trasse leisten könne. Der Rest werde vor Ort verbraucht. Es zeige sich, dass der Ostbayernring eine Ausfall- und Ersatzleitung zum Süd-Ost-Link werden solle.

Die BI habe einen Vorschlag einer Einwendung gegen jede Form des Neubaus, Ausbaus und der Erweiterung des Ostbayernrings erarbeitet, der im Internet als Word-Datei individuell abgeändert werden könne. Darin werde bis zur Klärung der Rechtslage ein sofortiger Stopp des Projekts Ostbayernring gefordert. Für Grundstücksbesitzer sei wichtig, die Flurnummer und Gemarkung einzutragen. Juristischer Beistand könne vorteilhaft sein, Klagen sollten in Erwägung gezogen werden. Das Planfeststellungsverfahren widerspreche allen rechtlichen Vorgaben zum Schutze der Bürger und der Umwelt.

In Neunkirchen etwa lägen Kindergarten und Schule in einem Dreieck aus bestehender Trasse des Ostbayernrings und der Alternativtrasse des Süd-Ost-Links. Der Vorschlag, gerade den Eltern von Kleinkindern und Elternbeiräten diese mögliche Gefahr zu verdeutlichen, mündete in der Absicht, in drei Wochen zu einer Info-Versammlung einzuladen.

: Langgärtner erläutert den Lageplan Abschnitt Sauerbachtal.
Trassenverlauf (grün) um Neukirchen mit bestehendem Ostbayernring (ganz links) und Alternativtrassen Südostlink.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.