08.10.2020 - 14:55 Uhr
PechbrunnOberpfalz

Abwasser in der Gemeinde Pechbrunn wird deutlich teurer

Für Abwasser müssen die Bürger der Gemeine Pechbrunn künftig deutlich mehr zahlen. Wegen der Kläranlagensanierung stimmte der Gemeinderat für eine Erhöhung von Grund- und Leistungsgebühren.

Nach längerer Zeit tagte der Pechbrunner Gemeinderat am Mittwoch wieder im Sitzungszimmer des Rathauses – allerdings waren die Tische auseinandergerückt worden. Vorne links Bürgermeister Stephan Schübel, daneben VG-Kämmerin Ursula Ockl.
von Josef RosnerProfil

Der Gemeinderat kam am Mittwoch erstmals nach mehreren Monaten wieder im Sitzungszimmer des Rathauses zusammen. Zentrales Thema war die Umlage der Kosten für die Sanierung der Kläranlage.

„Wir müssen 2,06 Millionen Euro für die Ertüchtigung umsetzen. Wie wir das machen, müssen wir heute entscheiden“, sagte Bürgermeister Stephan Schübel. Gestiegen waren die Kosten entgegen der ursprünglichen Planungen um rund 300.000 Euro. Schübel verwies auf höhere Ergebnisse der Ausschreibungen – auch wegen der Auslastung der Baufirmen. Auch seien Maßnahmen hinzugekommen, die anfangs nicht absehbar gewesen seien. Zuschüsse erhält die Gemeinde nicht, zudem muss die Kläranlage kostendeckend arbeiten.

Bei einem Ortstermin im September gab es Informationen über den Baufortschritt

Pechbrunn

Zur Auswahl für die Umlage standen drei Varianten. Erarbeitet hatte die Finanzierungsmodelle der Bayerische Kommunale Prüfungsverband, die Ergebnisse waren zuletzt bereits in nichtöffentlicher Sitzung vorgestellt worden. Der Gemeinderat hatte zu entscheiden, ob die Kosten als Verbesserungsbeiträge erhoben werden oder über Grund- und Leistungsgebühren, wobei Ersteres schnell verworfen wurde.

Bürgermeister Schübel setzte sich dafür ein, die Grundgebühr zu erhöhen, schließlich müsse man in der Kläranlage für alle Einleiter das entsprechende Gerät vorhalten, egal ob Klein- oder Großeinleiter. Ute Döhler (Grüne) setzte sich dagegen für eine Beibehaltung der Grundgebühr ein, dafür sollte die Leistungsgebühr auf 3,82 Euro pro Kubikmeter Abwasser steigen.

Gerechte Lösung angemahnt

Zweiter Bürgermeister Josef Hollmann (CSU) hielt es für gerecht, alle Einwohner an den Kosten zu beteiligen: „Wer Wasser braucht, und das sind wir alle, dessen Abwasser muss auch in die Kläranlage“, sagte Hollmann. Er schlug vor, die Grundgebühr für den Wasserzähler mit dem kleinsten Dauerdurchfluss von bisher 55 auf 84 Euro pro Jahr zu erhöhen – bei einem Abwasserpreis von 3,53 Euro pro Kubikmeter statt bisher 2,30 Euro. Dominik Wolf (CSU) mahnte eine Entscheidung an, die möglichst allen gerecht wird. Thomas Dehmel (SPD) sah dies genauso. Isgard Forschepiepe (SPD) nannte eine gleichbleibende Grundgebühr zwar wünschenswert, konnte sich aber auch eine leichte Erhöhung vorstellen.

Mit großer Mehrheit wurde schließlich die neue Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung beschlossen, die rückwirkend zum 1. Oktober dieses Jahres in Kraft tritt. Nur Ute Döhler stimmte dagegen, Christian Grillmeier (CSU) fehlte entschuldigt.

Staffelung bei der Grundgebühr

Die Leistungsgebühr steigt für alle Kläranlageneinleiter von 2,30 Euro auf jetzt 3,53 Euro. Etwa 400 Anschlussnehmer, bei denen der Dauerdurchfluss bis zu 4 Kubikmeter beträgt, müssen künftig als Grundgebühr 84 Euro pro Jahr zahlen, bisher waren es 55 Euro. In der nächsten Stufe von bis zu 10 Kubikmeter Dauerdurchfluss steigt die Grundgebühr von 82 auf 125 Euro. In der Kategorie bis 16 Kubikmeter erhöht sich die Grundgebühr von 110 auf 168 Euro, bei über 16 Kubikmetern Dauerdurchfluss steigt die Gebühr von 220 auf 336 Euro.

Stephan Schübel sagte auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien, dass die erste Abrechnung nach der neuen Satzung erst im September 2021 verschickt wird. Die Preise gelten zunächst für vier Jahre.

Zu weiten Teilen abgeschlossen ist die Ertüchtigung der Pechbrunner Kläranlage.
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