02.07.2020 - 14:40 Uhr
PechbrunnOberpfalz

Diskussion um Mitterteicher Straße in Pechbrunn

Soll künftig eine neue Tempo- und Vorfahrtsregelung in der Mitterteicher Straße gelten? Über diese Thematik hat der Pechbrunner Gemeinderat am Mittwoch lange diskutiert.

Tempo 30 und „Rechts vor links“ haben Anwohner für die Mitterteicher Straße in Pechbrunn (Bild) beantragt. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, zunächst Erfahrungsberichte aus anderen Kommunen einzuholen.
von Josef RosnerProfil

Gestellt hatte den Antrag zur Einführung von Tempo 30 und einer Rechts-vor-links-Regelung in der Mitterteicher Straße eine Familie. Diese wünscht sich auch in den angrenzenden Wohngebieten die Festlegung einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Begründet wird der Antrag damit, dass in diesem Gebiet viele Familien mit Kindern wohnen und sich dort auch ein Spielplatz befindet. Verwiesen wird auch auf einen Unfall mit einem Kind.

Verkehrsschau Anfang Juni

Bürgermeister Stephan Schübel informierte über eine Verkehrsschau mit Polizeihauptkommissar Manfred Liebl (Polizeiinspektion Waldsassen) Anfang Juni. In der darauffolgenden Stellungnahme der Polizei heißt es: "Die Mitterteicher Straße hat den Charakter einer Vorfahrtsstraße. Das sollte auch so bleiben, da sie von den Verkehrsteilnehmern auch so wahrgenommen wird." Tempomessungen in der Mitterteicher Straße Anfang Juni hätten keine Auffälligkeiten ergeben. Die überwiegende Mehrheit sei deutlich langsamer unterwegs gewesen als mit den erlaubten 50 km/h. Die PI befürworte allerdings Tempo 30 und "Rechts vor links" in den angrenzenden Wohngebieten.

Stephan Schübel bat den Gemeinderat, den Empfehlungen der Polizei zu folgen. "Wenn wir das nicht machen, brauchen wir gar keine Stellungnahmen der Polizei mehr einholen", sagte Schübel. Für sinnvoll hielt der Bürgermeister aber das Aufstellen von Warnfiguren: "Die bringen oft mehr als eine Beschilderung."

In der Sitzung am Mittwoch ging es auch um den Haushalt:

Pechbrunn

Thomas Dehmel (SPD) machte deutlich, dass eine Vorfahrtsstraße oftmals zu schnellerem Fahren verleite und sprach sich dafür aus, eine Rechts-vor-links-Regelung einzuführen. Dominik Wolf (CSU) sah dagegen mit einer Vorfahrtsänderung eine größere Unfallgefahr verbunden. Sein Fraktionskollege Markus Renner ergänzte, dass Autofahrer bei einer Rechts-vor-links-Regelung am Berg anfahren müssten. Dadurch entstünden Gefahrenpunkte. Zweiter Bürgermeister Josef Hollmann gab zu bedenken, dass in diesem Bereich immer etwas passieren könne, egal wie entschieden wird. Eigentlich, so Hollmann, lasse der Straßenverlauf gar kein schnelles Fahren zu. Weiter erinnerte er daran, dass dort zumeist Anlieger unterwegs seien, die sich auskennen sollten. Ute Döhler (Grünen) sprach sich für "Rechts vor Links" in der Mitterteicher Straße aus, weil dies zu einer deutlichen Reduzierung des Tempos führen würde. Roland Zeitler (SPD) sah die Eltern in der Verantwortung, die Kinder zu sensibilisieren und auf Gefahren hinzuweisen. Dazu könnte ein Schreiben verfasst werden.

Erfahrungsberichte einholen

"Wir können nicht einfach die Meinung der Polizei ignorieren", mahnte Bürgermeister Stephan Schübel und fragte: "Was ist, wenn wir uns jetzt für Tempo 30 in der Mitterteicher Straße entscheiden und es passiert ein Unfall? Wer ist dann in der Haftung?" Der Bürgermeister machte deutlich, dass ein Autofahrer den Führerschein los sei, wenn er etwa mit 55 km/h in einer Tempo-30-Zone geblitzt wird. "Was ist, wenn der Fahrer dagegen klagt? Ist dann die Gemeinde in der Haftung?" Schübel sprach sich dafür aus, zunächst bei anderen Kommunen nachzufragen, welche Erfahrungen sie mit Tempo 30 und "Rechts vor links" in solchen Bereichen gemacht haben. "Ich will schon wissen, wie diese Erfahrungen aussehen, bevor wir hier eine Entscheidung treffen."

Diesem Vorschlag schloss sich der gesamte Gemeinderat an. Einig war sich das Gremium auch, dass vier Warnfiguren angeschafft und in der Mitterteicher Straße aufgestellt werden. Diese Figuren, die Kinder darstellen sollen, sind etwa 80 Zentimeter hoch und erhältlich in den Farben Grün und Orange. Eine Figur kostet rund 50 Euro.

Tempo 30 und „Rechts vor links“ haben Anwohner für die Mitterteicher Straße in Pechbrunn (Bild) beantragt. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, zunächst Erfahrungsberichte aus anderen Kommunen einzuholen.
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