09.03.2020 - 13:29 Uhr
PechbrunnOberpfalz

Dorfladen, Feuerwehrhaus und Rasenbewässerung

Mit einer Vielzahl an Themen beschäftigte sich der Gemeinderat Pechbrunn. Gefragt wurde unter anderem nach den bisher angefallenen Kosten für das neue Gerätehaus in Groschlattengrün.

Knapp eine halbe Million Euro kostete bislang der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Groschlattengrün. Hinzu kommen heuer noch die Kosten für Fliesenlegerarbeiten und die Gestaltung der Außenanlagen. Der Gemeindeanteil liegt bisher bei fast 384 000 Euro.
von Josef RosnerProfil

Für eine Diskussion im Gemeinderat Pechbrunn sorgte ein schriftlicher Antrag, mit dem sich Bürgermeisterkandidatin Ute Döhler (Grüne) an das Gremium gewandt hat. Sie erbat den Beitritt der Gemeinde zur Steinwald-Allianz, so dass der "Mobile Dorfladen" genutzt werden kann. Zu entrichten wäre ein jährlicher Beitrag von 400 Euro plus fünf Euro pro Einwohner. Bürgermeister Ernst Neumann teilte mit, dass sich bei ihm noch niemand gemeldet habe, der sich ein solches Angebot wünscht. "Und so einfach ist ein Wechsel zur Steinwald-Allianz nun auch wieder nicht", so Neumann.

Thomas Dehmel (SPD) sagte, dass es in der Bevölkerung ein Interesse an einem solchen Angebot gebe, weshalb er sich dafür aussprach, zumindest eine Testphase zu starten. Klar sei ihm auch, dass für einen eigenen Dorfladen die Solidarität der Bürger nicht ausreiche.

Geschäftsleute nicht erfreut

Winfried Wohlrab (CSU) entgegnete, dass es vier Läden im Gemeindegebiet gebe, wo der tägliche Bedarf an Lebensmitteln problemlos gedeckt werden könne. Ernst Neumann bestätigte dies. Er wisse auch von Geschäftsleuten, die über diese Initiative nicht erfreut seien. "Wir sollten lieber unsere eigenen Geschäfte vor Ort unterstützen." Weiter sagte der Bürgermeister, dass der "Mobile Dorfladen" der Steinwald-Allianz nur Orte anfahre, die keinen eigenen Laden mehr haben.

Isgard Forschepiepe (SPD) wusste von einem Lieferservice größerer Discounter, der auch genutzt werden sollte. Josef Hollmann (CSU) meinte, dass es bei der Schaffung eines neuen Angebots viele Punkte zu beachten gäbe. Der Bürgermeister will nun Gespräche führen, um zu klären, wie sich Verbesserungen erreichen lassen.

Thomas Döhler (SPD) wollte wissen, wie viel der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Groschlattengrün gekostet hat. Bürgermeister Ernst Neumann sagte, dass die bisher angefallenen Gesamtkosten bei 499 329,42 Euro lägen. Angesichts der Förderung von 115 500 Euro betrage der Eigenanteil der Gemeinde 383 829,42 Euro. Heuer kommen laut Neumann allerdings noch die Kosten für Fliesenarbeiten und Außenanlagen hinzu.

Einstimmig genehmigt wurde eine von der Feuerwehr Groschlattengrün vorgelegte Beschaffungsliste. Die Kosten liegen hier bei 850 Euro. Für die Anschaffung von 14 Paar Feuerwehrstiefeln erhält die Feuerwehr Pechbrunn einen Zuschuss in Höhe von 150 Euro pro Paar. Angeschafft werden auch zehn neue Schutzanzüge.

Große Schwierigkeiten

Erneut ein Thema war auch die Wasserrückhaltung für den Brandschutz und die Bewässerung des Sportgeländes des SV Pechbrunn-Groschlattengrün. "Dieses Thema beschäftigt uns schon lange", so der Bürgermeister. In den heißen Sommern der vergangenen Jahre habe der Verein große Schwierigkeiten gehabt, die Bewässerung der Rasenspielfelder sicherzustellen. Dazu gab es laut Neumann Gespräche mit dem Forst, der seine Unterstützung für eine Sicherstellung der Bewässerung zusichert habe. Thomas Grillmeier, Leiter des Bauamts der Verwaltungsgemeinschaft Mitterteich, verwies auf eine 3,75 Meter tiefe Zisterne auf dem Basaltwerk-Gelände, der dauerhaft Quellwasser zulaufe. Von dort aus laufe das Wasser in einem Kanal in Richtung Sportheim und münde dort im öffentlichen Kanal. Grillmeier hielt es für eine Option, die Zisterne anzuzapfen und dann mit einem C-Schlauch Wasser in Richtung Sportheim zu leiten. "Das sollte technisch funktionieren", sagte Grillmeier. Die Leitungslänge würde 650 Meter betragen.

Bürgermeister Ernst Neumann wünschte sich dazu eine Detailplanung. Erst wenn diese vorliegt, sollte in weiterführende Gespräche mit dem Forst und der Feuerwehr eingestiegen werden. Thomas Dehmel wünschte sich ebenfalls fachmännische Unterstützung, um hier endlich eine Lösung zu finden. Bürgermeister Neumann sicherte zu, dass er mit der Ikom Stiftland klären werde, ob eine Förderung dieser Maßnahme möglich ist.

Thomas Döhler (SPD) wollte per schriftlich eingereichtem Antrag wissen, wie viel die Gemeinde durch den Verkauf des Holzes bei einigen Baumfällaktionen eingenommen hat. Zwei der Fällungen waren schon 2015 vorgenommen worden, eine Aktion folgte im April 2019. Bürgermeister Neumann sagte, dass das Holz privat einer Dame überlassen worden sei.

Sportgeräte geprüft

Zur Kenntnis nahm der Gemeinderat den Bericht des Bayerischen Sportstättenservice über eine Sportgeräteprüfung in der Schulturnhalle. Bürgermeister Neumann informierte, dass der Bauhof beauftragt worden sei, festgestellte Mängel in Eigenregie zu beseitigen, sofern möglich. Ausdrücklich betonte er, dass der Sportbetrieb der Grundschule und der Vereine nicht eingeschränkt sei. Frieda Vogelhuber (CSU) meinte dazu: "Unsere Schulturnhalle stammt noch aus den 70er Jahren, da galten halt noch andere Vorschriften." Die Mängel seien nicht gravierend, so Vogelhuber.

Ausdrücklich warb der Bürgermeister für das Regionalbudget der Ikom Stiftland. Noch bis zum 31. März können von Vereinen und Kommunen Anträge gestellt werden. Insgesamt stehen 100 000 Euro für Projekte zur Verfügung.

Keine Anfragen zum Basaltwerk

Isgard Forschepiepe fragte, ob an dem Gerücht etwas dran sei, wonach im ehemaligen Pechbrunner Basaltwerk ein Lagerplatz entstehen könnte. Bürgermeister Neumann konnte dies nicht bestätigen: "Auf mich ist niemand zugekommen." Der vorhandene Bahnanschluss sei sicher verlockend, so Neumann. Aber habe es noch keine Anfragen gegeben. Weiter erkundigte sich Forschepiepe nach dem aktuellen Bautenstand bei der Kläranlage. Thomas Grillmeier teilte mit, dass die Baumeisterarbeiten nahezu abgeschlossen und derzeit die Maschinenbauer vor Ort seien. Die Elektrotechnik-Arbeiten sollen im April vergeben werden.

In der Sitzung nutzte Bürgermeister Neumann noch die Gelegenheit, in Bezug auf den geplanten Trassenverlauf des Süd-Ost-Links seine Solidarität mit den Kommunen Konnersreuth und Leonberg zu erklären. Seine Bitte an Tennet sei, diese Planung nochmals zu überdenken. Genehmigt wurden nicht zuletzt der Antrag zum Anbau eines Laufhofes an einen bestehenden Stall in Groschlattengrün sowie die Voranfrage zum Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Garage im Baugebiet "Trottacker".

Die Bewässerung der Rasenspielfelder des SV Pechbrunn-Groschlattengrün gestaltete sich wegen anhaltender Trockenheitsphasen in den vergangenen Jahren recht schwierig. Geprüft wird nun, ob eine Wasserzisterne im früheren Basaltwerk angezapft werden kann.
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