10.06.2020 - 13:38 Uhr
PechbrunnOberpfalz

Goldmedaillen droht die Schmelzwanne

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Nach dem Einbruch ins Pechbrunner Rathaus bleiben einige Fragen offen. Die Hoffnung, dass die gestohlenen Münzen wieder auftauchen, ist gering.

Es ist zu befürchten, dass die Pechbrunner Ehrenmedaillen von den Dieben eingeschmolzen und zu Goldbarren geformt werden.
von Autor FPHProfil

Wenig Hoffnung hat der Pechbrunner Bürgermeister Stephan Schübel, dass die drei Goldmünzen wieder auftauchen, die unbekannte Einbrecher am Wochenende aus seiner Amtsstube gestohlen haben. Dabei handelt es sich um eine Bürger- und zwei Ehrenbürgermedaillen im Wert von jeweils gut 900 Euro. „Da die Medaillen nicht nur vergoldet sind, sondern aus Gold bestehen, kann ich mir vorstellen, dass der oder die Täter sie einschmelzen werden.“ Alles andere wäre wohl tatsächlich unlogisch, sind doch die wertvollen Münzen unter anderem mit dem Gemeindewappen verziert und lassen sich so sicherlich nicht weiterveräußern.

Hier geht's zum ersten Bericht über den Einbruch

Pechbrunn

Schon in nächster Zeit wird Schübel wahrscheinlich neue Ehrenmedaillen bestellen müssen, da die Ende April ausgeschiedenen Gemeinderatsmitglieder und Bürgermeister-Amtsvorgänger Ernst Neumann noch gebührend geehrt werden sollen. Coronabedingt wird die feierliche Verabschiedung erst später nachgeholt. Der Bürgermeister geht davon aus, dass die Gemeinde zumindest gegen Diebstahl versichert ist und den Schaden wieder ersetzt bekommt. Da er erst seit wenigen Wochen im Amt ist, will er sich schnell um die Formalitäten kümmern.

Ärgerlich ist laut Schübel, dass die Diebe auch die Spendenbox für die Grünabfall-Annahme mitgenommen haben. Die Bürger geben immer mal wieder einige Euro als Dank dafür, ihre Gartenabfälle entsorgen zu können. „Ich wollte die Spenden am Montag zur Bank bringen.“ Auch das Wechselgeld für den Müllsackverkauf ist den Einbrechern in die Hände gefallen. Alles in allem kamen um die 900 Euro zusammen.

Die Goldmedaillen lagen übrigens nicht einfach so auf dem Bürgermeister-Schreibtisch, sondern waren doppelt gesichert: in einem abgeschlossenen schweren Stahlschrank und zudem in einem Schließfach. „Die Täter haben den Schrank mit einem Brecheisen aufgestemmt und ihn ziemlich beschädigt. Das muss einige Zeit gedauert haben, bis der sich öffnen ließ.“

Erstaunt ist Schübel, dass die Einbrecher keine weiteren Schäden im Rathaus angerichtet haben, obwohl sie auch im Sitzungssaal und in einem anderen Nebenraum waren. Auch den Schlüsselbund, mit dem sich die Türen im Haus öffnen ließen, haben die Täter nicht mitgenommen. Allerdings, so ganz sicher ist sich Schübel auch wieder nicht. Vielleicht fehlt ja doch der ein oder andere Zweitschlüssel. „Ich werde mit meinem Amtsvorgänger jetzt alle Schlüssel durchgehen und kontrollieren, ob auch wirklich jeder vorhanden ist.“ Würde einer fehlen, könnte das teuer werden, da dann das Schloss ausgetauscht werden müsste.

„Die Täter haben den Schrank mit einem Brecheisen aufgestemmt und ihn ziemlich beschädigt. Das muss einige Zeit gedauert haben, bis der sich öffnen ließ.“

Bürgermeister Stephan Schübel

Das Rathaus noch mehr gegen Einbrüche zu sichern, ist laut Schübel zwar möglich, „ob das allerdings verhältnismäßig ist, weiß ich nicht“. Schon jetzt sei es nicht so, dass jeder einfach mal so außerhalb der Dienstzeiten ins Haus gelangen könne. Etwas seltsam sei dem Bürgermeister durchaus zumute, wenn er so in seinem Amtszimmer sitzt. „Das ist doch normal, dass man sich nach einem Einbruch so seine Gedanken macht.“ Zumindest hoffe er, dass die Experten der Kriminalpolizei genügend verwertbare DNA-Spuren gefunden haben. „Vielleicht erzielen sie ja einen Treffer, schön wär’s.“

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