14.02.2020 - 16:00 Uhr
PechbrunnOberpfalz

Mobiler Dorfladen und mehr Solarstrom

Ein "grünes Kaffeekränzchen" gab es kürzlich in "Gerdas Brotzeitstüberl" am Schlößl. Dabei stellten die Kandidaten des Pechbrunner Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen ihre Ziele für die nächsten sechs Jahre vor.

Zu einem Kaffeekränzchen in „Gerdas Brotzeitstüberl“ am Schlößl hatte der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen um Bürgermeisterkandidatin Ute Döhler (Dritte von links) eingeladen.
von Externer BeitragProfil

Bürgermeisterkandidatin Ute Döhler freute sich eingangs über den guten Besuch. In der Diskussion wurde der Wunsch nach einem Dorfladen betont, wie es in der Pressemitteilung des Ortsverbandes heißt. Ein Bürger beklagte, dass er wegen der Bäckereifiliale nach Pechbrunn gezogen sei, diese aber kurz darauf geschlossen wurde. Zwei Metzgereien seien zwar noch vorhaben, aber die Versorgung mit Grundlegendem wie Semmeln, Nudeln, Obst und Gemüse könne nur mit einer Autofahrt erledigt werden. Das sei nicht nur für ältere Menschen beschwerlich.

Ute Döhler antwortete, dass die CSU die Versorgung mit Lebensmitteln leider nicht als kommunale Aufgabe sehe. Viele Gemeinden griffen zur Selbsthilfe durch die Schaffung von Dorfläden. Dazu sei aber viel ehrenamtliches Engagement nötig. Eine Lösung des Problems sieht Döhler in einem fahrenden Dorfladen. Ein solcher Wagen fährt auf drei verschiedenen Routen bereits zu vielen Dörfern der Steinwald-Allianz, zweimal in der Woche sogar ins nahe gelegene Lengenfeld. Eine Erweiterung der Route könnte möglich sein, dazu müsste die Gemeinde Pechbrunn wahrscheinlich dem Zweckverband Steinwald-Allianz beitreten, so Döhler. Der mobile Dorfladen liefere Waren des täglichen Bedarfs und biete eine große Auswahl an Produkten von Erzeugern aus der Region. Die Waren könnten auch digital vorbestellt werden.

Dauerhafte Einnahmequelle

Ute Döhler versprach, sich als Bürgermeisterin auch für den Ausbau von Solaranlagen einzusetzen. Viele Dächer - etwa die der Schule, der Turnhalle und des Bauhofs - seien frei und ideal, um die Gemeinde energieautark werden zu lassen. Innerhalb kurzer Zeit würden sich solche Anlagen auszahlen und eine dauerhafte Einnahmequelle bilden.

Für Ärger in der Gemeinde sorge eine ungleiche Ausstattung der Feuerwehren in Pechbrunn und Groschlattengrün. Auch einen neuen Fußboden in der Schule zu bekommen, weil der alte giftige Substanzen ausströmte, habe sich als schwierig erwiesen, berichtete Elternbeiratsvorsitzende und Gemeinderatskandidatin Sandra Dehmel. Warum eine Feuerleiter, über die man sich hinten aus dem Schulhaus retten könnte, wenn es vorne brennt, abgelehnt werde, sei für sie unverständlich.

Bei vielen Fragen stimme der derzeitige Gemeinderat oft nicht nach eigenem Gewissen ab, meinte Ute Döhler, sondern nach Parteibuch. In Pechbrunn sei der Bürgermeister ihrer Meinung nach oft der "König", dem die CSU-Untertanen folgten. Mit Einzug der Grünen in den Gemeinderat würden sich die Mehrheitsverhältnisse ändern, so dass einseitige Entscheidungen in Zukunft nicht mehr möglich wären.

Unzureichende Anbindung

Eine ebenso einseitige Entscheidung sei die Ablehnung eines Verkehrsspiegels an der Kreuzung beim Spielplatz Hofstatt/Sonnenstraße gewesen, beklagte Anwohner Thomas Lippert. Er setze sich als Kandidat für eine attraktive, familienfreundliche und lebenswerte Gemeinde ein. Anstelle eines "Brauchen wir nicht" bei sinnvollen Investitionen wolle er die Weichen für die Zukunft der Kinder stellen. Ina Döhler beklagte, dass es ohne eigenes Auto nicht möglich sei, zu vernünftigen Zeiten nach Mitterteich und Tirschenreuth zu kommen. Im Gemeinderat und im Kreistag wolle sie sich dafür stark machen, dass hier Abhilfe geschaffen wird. Bei Kaffee und Schokoladenkuchen schnitten die Bürger noch weitere Themen an, unter anderem eine massive Baumfäll-Aktion der Gemeinde und die Frage, was aus dem Gelände der Basalt AG wird.

Ute Döhler betonte, dass noch viel zu tun sei in der Gemeinde. Dazu sei eine engagierte Bürgermeisterin nötig, die das Amt auch von Anfang an übernehmen wollte. Ein Kandidat, der eigentlich nicht mehr im Gemeinderat habe arbeiten wollen und im letzten Moment in die Kandidatur gedrängt worden sei, könne ihrer Meinung nach nicht das nötige Engagement aufbringen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.