24.07.2018 - 14:39 Uhr
Pesensricht bei IllschwangOberpfalz

Fichte fällt auf Waldarbeiter

Das Gelände ist steil und unwegsam. Im Notfall nur ganz schwer zu erreichen. Das bestätigt sich, als es am Montagnachmittag ernst wird. Ein 25-Jähriger Waldarbeiter wird bei Pesensricht von einem fallenden Baumstamm getroffen.

Die Bergwacht musste anrücken, um den verletzten Waldarbeiter zu befreien.
von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

Der Alarmruf ging um 15.45 Uhr bei der )Integrierten Leitstelle (ILS) in Amberg ein. Abgesetzt hatte ihn ein Auszubildender (15), ein Cousin des Opfers. Die beiden Verwandten waren in einem relativ abgelegenen Bereich mit Waldarbeiten beschäftigt. Das Ganze trug sich an einem ziemlich steilen Hang zwischen Pesensricht und Woppenthal (Gemeinde Illschwang) zu. Ob es Unachtsamkeit oder eine unglückliche Fügung war, bleibt an dieser Stelle unbeantwortet. Fest jedenfalls steht, dass der 25-Jährige mit einem Bein unter den Baum geraten war.

Auf das linke Bein

Die beiden Männer wollten bereits gefällte Bäume entasten. Dabei rollte die etwa 50 Zentimeter starke Fichte laut Polizeibericht auf das linke Bein des Landwirts und klemmte diesen unter sich ein. Der 15-Jährige konnte seinen Verwandten nicht durch eigene Kraft befreien. Er verständigte die ILS. Diese entsandte neben einem Notarzt und Rettungskräften auch die Bergwacht. Die Truppe aus Amberg rückte daraufhin mit entsprechendem Gerät und knapp zehn Kräften zur Unglücksstelle an. Dort hatte sich bereits ein Helfer vor Ort aus der Nähe um den Verletzten gekümmert. "Er hat uns auch zum Ort des Geschehens gelotst", legte der stellvertretende Bereitschaftsleiter Markus Arnold gegenüber unserer Zeitung dar.

"Nachdem der Verletzte erstversorgt war, wurde die Fichte gesichert zersägt, damit das eingeklemmte Bein herausgezogen werden konnte", schrieb Hauptkommissar Peter Krämer von der Sulzbach-Rosenberger Polizei. Mit einer sogenannten Schaufeltrage wurde der Verletzte den Hang etwa 40 bis 50 Meter hinunter befördert. Danach brachte das geländegängige Bergwachtfahrzeug den Mann aus dem Waldstück heraus und zum 300 Meter weiter wartenden Rettungtransportwagen.. Mit Verdacht auf Frakturen im linken Bein wurde der 25-Jährige ins St.-Anna-Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg gefahren.

Navigator im Wald

Bei diesem Geschehen, so Markus Arnold, sei der Helfer vor Ort auch in die Rolle des Navigators geschlüpft: "Ein Idealfall." Bei anderen Gelegenheiten seien Koordinaten, sogenannten Waldrettungspunkte oder auch gute Einweiser vonnöten, um zu den Patienten zu gelangen.

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