14.05.2021 - 17:36 Uhr
PfreimdOberpfalz

Altenheime im Landkreis Schwandorf auf dem Weg in die Normalität

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Das St-Johannis-Stift in Pfreimd hat harte Zeiten hinter sich. "Wir freuen uns über ein Stück neue Normalität," versichert Leiterin Astrid Ostermaier. Es gelten wieder Freiheiten. Corona scheint Vergangenheit – auch in anderen Heimen.

So wie hier im Schwandorfer Elisabethenheim erleben auch die Bewohner andere Senioreneinrichtungen im Landkreis Schwandorf wieder ein Stück Normalität – etwa im Freien zu sitzen, um andere zu treffen.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Der Corona-Virus überschwemmte Ende vergangenen Jahres das Heim des Stifts in Pfreimd wie eine Flutwelle. Nicht nur, dass 36 der 51 Bewohner erkrankten, traf es auch ein Drittel der Belegschaft, unter anderem Pflegedienstleiter Thomas Jurgeit, der sich mit Schrecken an den Ausbruch der Pandemie im Haus erinnert.: „Das war für uns eine Herausforderung ohnegleichen.“

Die Krise, die etwa vier Monate gedauert hat, ist zwischenzeitlich überwunden. „Es ist auch nichts mehr aufgeflackert,“ berichtet Heimleiterin Astrid Ostermeier beim Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Damit es so bleibt, werden alle Angestellten regelmäßig getestet, auch die Impfquote der Bewohner und Beschäftigten im Heim ist hoch.

Wieder gemeinsam essen

Ähnlich äußert sich Andrea Birzer vom Nabburger BRK-Seniorenwohn- und Pflegeheim Arche Noah (66 Bewohner): „Wir hatten am 30. Dezember die erste Impfung und rund 90 Prozent der Bewohner sind jetzt geimpft.“ Einige dürften nicht geimpft werden, die seien bettlägrig. Auch beim Personal steige die Impfbereitschaft. „Bis jetzt sind 60 Prozent geimpft, aber es werden immer mehr, weil man sehen kann, dass die Nebenwirkungen nicht so schlimm sind wie befürchtet.“

In Nabburg essen die Bewohner zwischenzeitlich wieder in den Wohnküchen der fünf Wohnbereiche. In Pfreimd hat man den Speisesaal wieder aufgemacht, in dem ungefähr die Hälfte der Bewohner verpflegt werden kann – jeder an einem eigenen Tisch, um die Abstände zu wahren. „Aber man sieht sich, und darum geht’s,“ versichert Ostermaier.

Für Senioren vieles einfacher

Für die Senioren sei in Pfreimd seit einigen Wochen „vieles einfacher“ geworden. Angehörige können nach Anmeldung zu Besuch kommen, wenn auch noch nicht auf’s Zimmer, dürfen ihre Verwandten sogar mit nehmen, etwa zum Spazierengehen oder nach Hause. Natürlich müssen zur Sicherheit entsprechende Testergebnisse vorgelegt werden. Die neuen Freiheiten beinhalten auch den selbstständigen Ausgang der Senioren, die in die Stadt wollen oder zum Einkaufen.

Möglich sind überdies schon wieder Geburtstagsfeiern im St-Johannis-Stift. „Dafür haben wir einen eigene Raum,“ berichtet die Heimleiterin, „wo sich vier oder fünf Leute mit dem Geburtstagsjubilar treffen können.“ Auch hier: Das Auf-Abstand-Achten darf nicht vernachlässigt werden. „Wir kontrollieren das manchmal,“ so Ostermaier.

Große Solidarität erfahren

Dankbar ist man in Pfreimd über die Solidarität während der schlimmsten Zeit. Damit sind nicht nur die Soldaten gemeint, die bei der Verwaltung des Hauses und der Überwindung der Pandemie geholfen haben, sondern auch alle „Kindergärten, Schulen und Vereine, die sich für unsere Bewohner haben Überraschungen einfallen lassen“. Das alles sei sehr gut angekommen, versicherte Ostermaier.

Ihr Dank und der des Pflegedienstleiters Thomas Jurgeit gilt aber auch den Kollegen im Haus: „Wenn die nicht alle so zusammengearbeitet hätten, hätten wir das niemals geschafft.“ Dass mittlerweile nicht nur das Pfreimder Heim St-Johannis-Stift Corona-frei ist, sondern alle Altenheime im Landkreis Schwandorf, berichtete auf Nachfrage Hans Prechtl, der Pressesprecher des Landratsamts: „Seit der Ausbruch in Wackersdorf beendet wurde, hat es in keinem Heim mehr einen aktuellen Ausbruch gegeben.“ Im Altenheim Dorea Familie in Wackersdorf konnte der Corona-Ausbruch vor knapp zehn Tagen offiziell für beendet erklärt werden.

Mit vielen Bewohnern erkrankten auch viele Mitarbeiter

Pfreimd
Heimleiterin Astrid Ostermaier und Pflegedienstleiter Thomas Jurgeit vom St-Johannis-Stift in Pfreimd sind zuversichtlich: Die vier Monate währende Krise nach dem Corona-Ausbruch im Altenheim ist überwunden.
Die Senioreneinrichtung St-Johannis-Stift in Pfreimd
Auch ein Stück neue Normalität nach den Zeiten der Quarantäne: Sich wieder im Heim frei bewegen zu können.
Senioreneinrichtung St-Johannis-Stift in Pfreimd, Pflegedienstleiter Thomas Jurgeit.
Im Nabburger BRK-Seniorenwohn- und Pflegeheim Arche Noah fand am 30. Dezember 2020 die erste Corona-Impfung statt. Rund 90 Prozent der Bewohner sind zwischenzeitlich geimpft.
Hintergrund:

St-Johannis-Stift

  • Derzeit 51 Bewohner, davon waren 36 an dem Corona-Virus erkrankt
  • 12 Bewohner sind geimpft; die 36 Genesenen dürfen erst 6 Monate nach der Erkrankung geimpft werden (Juni/Juli)
  • 3 Bewohner wollen keine Impfung
  • Derzeit 46 Mitarbeiter und ein Azubi, davon waren 26 an dem Corona-Virus erkrankt
  • 14 Mitarbeiter sind geimpft; die 26 Genesenen dürfen erst 6 Monate nach der Erkrankung geimpft werden (Juni/Juli)
  • 3 Mitarbeiter wollen keine Impfung; 3 sind langzeiterkrankt geschrieben.

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