27.09.2019 - 09:55 Uhr
PfreimdOberpfalz

Apfelsaft heuer Mangelware

Viel Laub und wenig Obst: Bei den Mostereien der Gartenbauvereine herrscht gähnende Leere. Und das obwohl die Bäume im Frühjahr üppig blühten und die Bienen flogen.

Vorsitzender Reinhold Kumeth betreut die Mosterei im Vereinsheim. Die Anlage wartet auf den nächsten Einsatz am 28. September. Es ist erst der dritte Termin in dieser Saison.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Still ist es am Vereinsgelände des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Pfreimd. Im September 2018 herrschte Hochbetrieb. Die rund 25 Personen vom Mosterei-Team waren quasi im Dauereinsatz. "Wir waren überstrapaziert und konnten nicht alle Wünsche erfüllen. Unsere Kapazitäten sind beschränkt", berichtet Vorsitzender Reinhold Kumeth.

Dritter Termin

Dieses Jahr kann der Verein die Nachfrage mit wenigen Helfern locker bewältigen. Der geprüfte Gartenpfleger spricht die Alternanz (Schwankung des Fruchtertrages im zweijährlichen Rhythmus) mit gutem Jahr und schlechtem Jahr an. "Aber so ein Absturz wie heuer ist außergewöhnlich". Als Knackpunkt führt er den starken "Junifall" an, der sich schon Ende Mai abzeichnete. Der OGV-Vorsitzende öffnet die beiden Tore des Schuppens in der Kleingartenanlage und zeigt auf die Packpresse, die der Verein 2003 angeschafft hat. Tücher, Bretter und Rahmen liegen sauber geputzt auf einem Stapel. Es ist erst der dritte Termin, der am 28. September angeboten wird. Start war am 9. September für die frühen Sorten wie "Jacob Fischer". Mit einer Tagesleistung von 500 Liter - üblich sind 1500 bis 2000 Liter - war bereits hier abzusehen, dass es eine ruhige Saison werden wird.

Im Frühling schaute es noch positiv aus: "Die Zeit der Blüte war gut und auch die Bienen flogen." Doch die ersten Maiwochen waren dann alles andere als günstig. Kumeth betont, dass die 14 Tage nach der Blüte sehr wichtig sind und sich Lichtmangel, Kälte und Regen sehr negativ auswirken. Für das Obst habe die Schlechtwetterperiode dann einfach zu lange gedauert. "Ein Grund, warum die Bäume die angesetzten Früchte relativ schnell abwarfen." Der Experte ergänzt: "Möglicherweise mussten sich die Bäume aber auch von der Saison 2018 erholen."

Zum Reinbeißen: Die wenigen Äpfel, die heuer an den Bäumen hängen, werden am liebsten frisch verzehrt.

Lesen Sie hier: Gähnende Leere im Apfelbunker auch in Sulzbach-Rosenberg

Sulzbach-Rosenberg

Birnenernte besser

Während viele Apfelbäume keine oder nur sehr wenige Früchte tragen, schaut es bei den Birnen etwas besser aus. "Die Blüte war früher", erklärt Kumeth. Er hat noch den 12. Oktober als möglichen Termin für den Betrieb der Obstpresse eingetragen. "Danach schauen wir, ob noch Bedarf besteht." Auch Karl Ruhland vom OGV Oberviechtach erinnert sich gut an die Rekordernte im Vorjahr: "Wir haben über Wochen hinweg an mindestens vier Tagen gepresst." Heuer waren es bisher gerade mal zwei Tage insgesamt. "Viele trösten sich damit, dass noch Apfelsaft von 2018 im Keller lagert", fügt Ruhland schmunzelnd an.

So ein Absturz wie heuer ist außergewöhnlich.

Reinhold Kumeth

Reinhold Kumeth

Nachgefragt:

Wenig Termine fürs Obstpressen

Die folgenden Gartenbauvereine benennen die Betriebszeiten 2019 für ihre Mosterei wie folgt:

Pfreimd

Die Obstpresse war heuer an zwei Tagen in Betrieb. Geplant sind noch der 28. September und 12. Oktober. Anmeldung bei Reinhold Kumeth, Telefon 09606/1537.

Oberviechtach

Am 4. Oktober wird die Band-Presse zum zweiten Mal eingeschaltet. "Eventuell gibt es noch einen Termin Mitte Oktober", sagt Vorsitzender Karl Ruhland. Anmeldung: Telefon 09671/91644.

Dieterskirchen

Die Anlage des Gartenbauvereins bleibt heuer außer Betrieb. "Auch am Obstlehrpfad haben wir so gut wie keine Äpfel", sagt Manfred Schafbauer. Nur wenige Bäume in geschützten Lagen tragen Früchte.

Schönsee

Bisher Fehlanzeige. "Wenn Nachfrage besteht und einige Zentner zusammenkommen, dann wird gemostet", teilt Vorsitzender Andreas Ebnet (Telefon 09674/8107) mit.

Schmidgaden

Die Anlage lief im September an nur einem Tag mit geringer Ausbeute (150 Liter). Für 12. Oktober werden Anmeldungen (auch für Quitten, kalt gepresst) von Alois Dirrigl, Telefon 09438/661 angenommen.

Fuhrn

Zum ersten Mal in dieser Saison wurde am Freitag, 27. September gemostet. Interessierte für spätere Termine können sich bei Elisabeth Gschrey (09439/281) melden.

Neunaigen

Aufgrund der mangelnden Obsternte wird die Presse heuer nicht in Betrieb genommen.

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