27.08.2020 - 13:59 Uhr
PfreimdOberpfalz

Wo ein Ausblick die Sorgen vertreibt

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"Conny aus der Eifel hat keinen Zweifel: Hier ist es wunderschön." So steht es wortwörtlich im "Stoibruchbiachl", mitten im Wald bei Pfreimd. Dass es so etwas gibt, ist dem OWV und seinen engagierten Mitgliedern zu verdanken.

Mit Sekt aus der Dose hat Renate Hüther die neue Sitzgruppe eingeweiht, in die die ganze Familie viel Arbeit gesteckt hat.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Eine bequeme Ruhebank, ein perfekter Ausblick und ein amüsantes "Gipfelbuch": Mit dieser Kombination entzückt der Wanderweg Nummer 6, der von Pfreimd nach Hohentreswitz führt. Renate Hüther, Wegewartin beim Oberpfälzer Waldverein lag dieser eine Ort an der Strecke über dem früheren Steinbruch besonders am Herzen. "Mir war es ein Anliegen, diesen Platz wieder so zu gestalten, dass man auf unser schönes Pfreimd und den Eixlberg blicken kann", stellt sie klar, als sie für Oberpfalz-Medien zusammen mit ihrem Kollegen Robert Reil den Platz der Öffentlichkeit vorstellt.

Im alten Steinbruch bei Pfreimd lärmt seit Jahrzehnten weder Mensch noch Maschine. Die Natur hat das Gelände weitgehend zurückerobert und an einem steil abfallenden Hang über dem Fluß Pfreimd eine Lücke freigelassen. Das Ergebnis: ein besonders reizvoller Blick über Felder und Wiesen, gekrönt durch den Eixlberg im Hintergrund, wo zwischen hohen Bäumen der Zwiebelturm der Barbara-Kirche gerade noch sichtbar ist.

Mit "Beruhigungszeichen"

Um hierher zu gelangen, gibt es zwei Möglichkeiten. Aus Richtung Pfreimd zweigt ein schmaler Pfad vom Hauptweg am Fluß nach rechts ab, aber auch von Oberpfreimd ist der Aussichtspunkt auf Weg Nummer 6 ohne große Mühe zu erreichen. "Alle 200 Meter sollte so eine Markierung da sein", berichtet Robert Reil, der sich zusammen mit Hüther und Johannes Eckl für den OWV dem Amt des Wegewarts verschrieben hat. "Beruhigungszeichen" nennt man das in Fachkreisen. "Sieht ganz so aus, als würde der Weg wirklich gut genutzt", freut sich Renate Hüther, die sich um diese Strecke kümmert, "sonst wäre der Pfad nicht so ausgetreten". Vor ein paar Jahren hat sie mit ihrem Mann Biwi störende Äste beseitigt und neue Markierungen angebracht. Besonders schade fand sie es, dass am höchsten Punkt über dem Steinbruch die Sitzgruppe ziemlich marode war. Es stand nur noch eine Bank, von der aus man Richtung Wald sehen konnte. Auf der Suche nach einer Lösung wurden die OWV-Mitglieder im Pfreimder Bauhof fündig. Dort lagerte eine Bank, die allerdings erst noch restauriert werden musste.

Begeisterung steckt an

Ehemann Biwi und Sohn Christoph packten mit an, hobelten die Bretter ab und lackierten sie neu. Sogar ihre Nachbarn konnte die Pfreimderin für das Projekt "Lieblingsplatz" begeistern. Einem von ihnen verdankt sie nun den hölzernen Kasten, der das "Stoibruchbiachl" (Steinbruchbuch) birgt, eine Art Gipfelbuch.

Der Pfreimder Kindergarten St. Martin hat sich da schon verewigt, eine Hundebesitzerin vor einem "schweren Gang zum Tierarzt", aber auch ein Tourist aus dem englischsprachigen Raum: "God save this lovely place", Gott schütze diesen herrlichen Platz steht da zu lesen. Dabei ist das Büchlein noch gar nicht so lange auf dem Platz deponiert. "Über den Winter haben wir es vorsichtshalber mit nach Hause genommen", räumt Renate Hüther ein und blättert über bunte Kinderzeichnungen hinweg bis zu dem Gedicht, das ihr Mann an diesem Ort und für diesen Ort kreiert hat, wo laut einem Eintrag im "Stoibruchbiachl" "der Kopf so richtig frei wird". Einen Wunsch an die Besucher dieses Platzes hat er darin auch verpackt: "Brotzeittüten, leere Flaschen, steckt's beim Heimgehen bitte wieder in die Taschen. Wenn jeder mitmacht, das ist uns allen klar, bleibt dieser Ort so wunderbar.

Im Blickpunkt:

Eintrag aus dem "Stoibruchbiachl"

Biwi Hüther hat bei einem Besuch am Lieblingsplatz seiner Frau die Stimmung in Reimform gebracht und folgenden Eintrag im "Stoibruchbiachl" hinterlassen:

Samstag Abend haben wir uns aufgemacht und einen Kasten für's Stoibruchbiachl angebracht. Es darf jetzt jeder beim Verweilen etwas malen oder schreiben ein paar Zeilen. Genießt die Ruhe und die Sicht, viel mehr braucht man für schöne Momente nicht.

Was immer wir im Rucksack tragen, welche Gedanken uns auch plagen, dieser Ort macht den Kopf dir frei und der Ausblick hilft dir dabei.

Brotzeittüten, leere Flaschen, steckt's beim Heimgehen bitte wieder in die Taschen.Wenn jeder mitmacht, das ist uns allen klar, bleibt dieser Ort so wunderbar.

Jetzt macht's es guad ihr Lieben Leit, für uns wird's nämlich jetzt auch Zeit.Der Sekt und auch das Bier ist leer, aber wir kommen mit Sicherheit wieder her. (Eintrag vom 18. Juli 2020)

Wanderweg 6:

Wanderweg Nummer 6

Start für den Wanderweg Nummer 6 ist normalerweise am Wanderparkplatz "P1" (Sportplatz in Pfreimd). Von dort geht es über die Autobahnbrücke geradeaus weiter bis zu einer Abzweigung nach links, von dort weiter der Beschilderung folgen. Der Weg führt über Stelzlmühle und Aspach nach Hohentreswitz. Noch in Planung ist ein Rundweg, der über den Ort Stein wieder nach Pfreimd führen könnte.

Mir war es ein Anliegen, diesen Platz wieder so zu gestalten, dass man auf unser schönes Pfreimd und den Eixlberg blicken kann.

Renate Hüther

Renate Hüther

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