27.02.2020 - 10:10 Uhr
PfreimdOberpfalz

Bürgerwerkstatt "Älter werden"

Wie ist das Leben für die Senioren unserer Gesellschaft im Landkreis Schwandorf? Dieser Frage gehen Experten zusammen mit Senioren in der Bürgerwerkstatt nach. Vor allem Unterstützung im Alltag ist für sie wichtig.

In Arbeitskreisen stellten sich die Senioren den Fragen und Aufgaben.
von Alfred HammerProfil

Aufbauend auf das seniorenpolitische Gesamtkonzept für den Landkreis Schwandorf befasst sich die Fachstelle für Senioren bei Bürgerwerkstätten mit einer Überarbeitung der vor zehn Jahren erhobenen Daten. Wichtig sei es der Fachstelle dabei, die älteren Männer und Frauen mit einzubinden. Mit dem Instrument von "Bürgerwerkstätten" soll geklärt werden, ob in den Kommunen ausreichend Angebote und Hilfe für Senioren vorhanden sind und wo nachgebessert werden muss, damit die Senioren im Alter zufrieden und gut versorgt leben können.

Zur ersten von drei Bürgerwerkstätten hatte die Fachstelle in den historischen Bürgersaal des Bürgerhauses Pfreimd eingeladen. Zwei weitere folgen noch: am 5. März in Neunburg vorm Wald (Pfarrzentrum) und am 25. März in Schwandorf (Oberpfalzhalle). Zum Pfreimder Termin waren 25 Frauen und Männer gekommen, die sich den Fragen stellten. Mit der Moderation der Veranstaltung war Anja Preuß von der "Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung" aus München betraut. Sie zeigte die Haupthemen auf, mit denen man sich in der Bürgerwerkstatt befassen will: Ortsnahe Unterstützung und Pflege; Beratung und soziale Netzwerke; Wohnen und Grundversorgung. Anhand der demografischen Entwicklung konnte beispielsweise für Pfreimd ermittelt werden, dass 20 Prozent der Einwohner 65 Jahre und älter sind.

Die Themen wurden in Arbeitskreisen vertieft und entsprechende Defizite, aber auch positive Fakten erarbeitet, um feststellen zu können, wo Handlungsbedarf besteht.

Wohnen im Alter

Mobilität spielte hier eine große Rolle. So wurde angemerkt, dass zwar die Einrichtung des Baxi eine gute Ergänzung für die individuelle Mobilität, jedoch im Bereich der Nord-Süd-Verbindung ausbaufähig sei. Darüber hinaus wurde vorgeschlagen, vermehrt Car-Sharing auf Ebene der Gemeinden anzubieten.

Weiter stellten die Männer und Frauen fest, dass eine große Nachfrage nach barrierefreien Mietwohnraum besteht und die Gemeinden hier nachbessern müssten. Angemerkt wurde auch, dass es oftmals für die Gemeinden schwierig ist, an zentral gelegene Grundstücke zu kommen. In diesem Zusammenhang wünschten sich die Bürger mehr Informationen auch zu alternativen, gemeinschaftsorientierten Wohnformen. Darüber hinaus wurde die Idee geboren, bei Planungen von neuen Wohnprojekten auch gleich die Einrichtung von Gemeinschaftsräumen anzudenken, um unverbindliche Treffpunkte für Senioren zu schaffen, um Einsamkeit vorzubeugen und soziale Netze zu stärken.

Beratung und soziale Netzwerke

Hier waren sich alle einig, dass es in jeder Gemeinde einen hauptamtlichen Ansprechpartner für Senioren geben sollte. Wichtig ist, dass dieser bei Bedarf an die richtigen Stellen weiterleiten kann, aber auch die örtliche Seniorenarbeit miteinander vernetzt.

Gelobt wurden von den Anwesenden die Angebote der gesellschaftlichen Teilhabe und Bildung, so gibt es zum Beispiel in Fensterbach 35 Vereine, die das soziale Leben in der Gemeinde aktiv gestalten.

Ortsnahe Unterstützung

Die Bürger haben sich mehr Unterstützung im Alltag gewünscht, beispielsweise in Form von Nachbarschaftshilfen, welche es bereits in Pfreimd und seit kurzem auch in Fensterbach gibt. Oft sind es aber versicherungsrechtliche Fragen, welche potenzielle Ehrenamtliche davon abhalten, ein derartiges Amt anzunehmen. Gelobt wurden deshalb die Vereinsschulungen durch die Freiwilligenagentur des Landkreises - eine Wiederholung der Veranstaltung wurde sich jedoch gewünscht.

Angebote für pflegende Angehörige gibt es einige in den Gemeinden, hier fehle es jedoch an Information. Ebenso wünschen sich die Bürger mehr Auskunft zum Thema Hospiz- und Palliativversorgung. Die ambulanten Pflegedienste und stationären Einrichtungen wurden als gut empfunden, jedoch berichteten einige, dass es sehr schwer sei, einen Tages- oder Kurzzeitpflegeplatz zu finden. Hier wünschen sie sich mehr Angebote. Der Sozialdienst der Krankenhäuser wurde sehr positiv hervorgehoben.

Anja Preuß von der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung (stehend) und Evi Seitz von der Fachstelle für Senioren am Landratsamt (links) leiteten die Bürgerwerkstatt.
Zahlreiche Teilnehmer bei der Bürgerwerkstatt.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.