Der Pfreimder Josef Most (62) hat im Schuldienst Karriere gemacht. Zuletzt war er drei Jahre lang Leiter des Schwandorfer Berufsschulzentrums, also der größten Bildungseinrichtung im Landkreis. Der Schulmanager suchte aber noch einmal eine neue Herausforderung. Mit einem afrikanischen Entwicklungshilfeprojekt schloss sich für ihn ein nächster Schritt an. Seine Biografie zeigt ihn als handwerklich und intellektuell begabten Menschen, mit jahrelanger Auslandserfahrung. Most absolvierte zunächst eine Lehre als Werkzeugmacher und besuchte damals in Nabburg die Berufsschule. Nach einem Maschinenbaustudium kehrte er später als Lehrer dorthin zurück. Sein Einsatz als Entwicklungshelfer führte ihn anschließend auf die Philippinen und nach Äthiopien (2001 bis 2011). In der Millionenstadt Addis Abeba lernte Most seine spätere Ehefrau kennen, eine Äthiopierin. Nach seiner Rückkehr aus Afrika arbeitete der gebürtige Pfreimder an den Berufsschulen Weilheim und Bad Aibling in Leitungsfunktionen. Es folgte ein erneutes, mehrjähriges Intermezzo in Äthiopien, ehe ihn 2019 das Kultusministerium mit der Leitung des Berufsschulzentrums in Schwandorf beauftragte.
Berufliche Bildung stärken
Nach langer Überlegung und Gesprächen mit der Familie hat sich Josef Most während seiner Zeit in Schwandorf entschlossen, noch einmal eine Aufgabe im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit anzunehmen. Die Bundesregierung hat den promovierten "Master des Schulmanagements" mit der Umsetzung von zwei Vorhaben beauftragt. Als Teamleiter begleitet Most den Bau von Berufsschulen in Somalia, kümmert sich um die Ausbildung von Flüchtlingen in Äthiopien und verteilt in der Region treuhänderisch die Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Der aktuelle Auslandseinsatz ist auf fünf Jahre ausgelegt, er ging im Frühjahr 2023 los. Seine Frau und die Kinder sind im September vergangenen Jahres dann nachkommen. Trotz seiner erfolgreichen Karriere im Bildungssektor ist Most kein Mann, der sich mit den herkömmlichen Lebenszielen von Geld und Eigenheim zufriedengeben mag. Er kommt aus einer sehr christlichen Familie, wie er im Gespräch mit Oberpfalz-Medien erwähnt; ein Onkel ist Pfarrer. "Und so ist auch der christliche Ansatz in mir tief verankert." Helfen zu wollen, speist sich auch daraus.
Freude über Dankbarkeit
Most gefällt es aber auch, dass seine Arbeit auf fruchtbaren Boden fällt. "Solche Länder sind dankbar dafür und die Anerkennung tut einem auch gut." Da nimmt er in Kauf, dass er sich im Nachbarland Somalia nur in Begleitung bewaffneter Polizisten sicher bewegen kann.
Im Zentrum von Addis Abeba leitet Most ein großes Büro, das überwiegend mit einheimischen Experten besetzt ist. Hin und wieder trifft er Deutsche, die wie er in der Hauptstadt beschäftigt sind. "Einer von ihnen stammt aus Schwandorf", erzählt Most und muss schmunzeln: "Die Welt ist klein."
Aufgaben und Finanzen
- In Äthiopien: Förderung der beruflichen Bildung von Flüchtlingen aus Krisenregionen in und um Äthiopien, um deren wirtschaftliche Eigenständigkeit zu stärken.
- Etat Äthiopien: Der Beitrag der deutschen Förderbank KfW zu diesem Programm beträgt 10 Millionen Euro. Der vorgesehene Zeitraum für die Programmimplementierung beträgt fünf Jahre.
- In Somalia: Stärkung der Beschäftigungsfähigkeit durch technische und berufliche Aus- und Weiterbildung; Aufbau von Berufsschulen.
- Etat Somalia: Der KfW-Beitrag beträgt 20 Millionen Euro über fünf Jahre.




















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