21.06.2019 - 21:06 Uhr
PfreimdOberpfalz

Feuerwehr im Festfieber

Ob in den Anfängen mit einfacher Druckspritze, später mit der alten "Molly" oder jetzt mit moderner Drehleiter ausgestattet - eines ist in 150 Jahren bei der Pfreimder Feuerwehr gleich geblieben: Der Wille, Mitmenschen zu helfen.

Ein Oldtimer ist nur das Feuerwehrauto. Beim Jubiläum mischen junge Festdamen auf.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Der große Kommersabend mit Ehrungen liegt schon hinter der Jubelwehr, nun ist von 29. Juni bis 1. Juli Party angesagt. Die Festschrift gibt einen Rückblick auf das Feuerwehrwesen und beleuchtet auf einer Zeitachse alles Wissenswerte aus 150 Jahren Vereinsgeschichte.

Ihr vorgeschaltet sind etliche Grußworte. Gerne haben Landrat Thomas Ebeling, Schirmherr Bürgermeister Richard Tischler, Ehrenschirmherr Arnold Kimmerl und die führenden Köpfe der Feuerwehr das Wort ergriffen. Die Festschrift lebt von vielen Bildern: lässige Festdamen in knackigen Lederhosen, Festausschuss, aktive Truppe, Vorstandschaft, Jugendgruppe, Ehrenmitglieder, Patenwehr. Auf zwölf Seiten präsentiert sich der „Fuhrpark“, angefangen vom „Dodge“ aus dem Jahr 1950, über die „Molly“, die immer noch bei Oldtimerfahrten dabei ist, bis hin zur Drehleiter und dem aktuellen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug.

Interessant zu lesen dann der Chronik-Teil: In der Oberpfalz stiegen die Brandunglücke extrem an. Am 16. Juli 1869 schrieb „Kommandant Fahrer“ an das Königliche Bezirksamt Nabburg: „Endlich ist es gelungen, auch im hiesigen Städtchen eine freiwillige Feuerwehr zu gründen.“ Die erste tragbare Saug- und Druckspritze wurde gekauft, dann eine neue Vereinsfahne geweiht und ein „Requisitenwagen“ angeschafft. Im Jahr 1900 zählte die Wehr 151 Mitglieder. Ein Schwarz-Weiß-Foto zeigt den Pfreimder Großbrand am 11. September 1904: Fünf Häuser und 18 Nebengebäude wurden vernichtet, 17 Feuerwehren mit 20 „Feuerlöschmaschinen“ waren im Einsatz.

Wie ein roter Faden ziehen sich Brandunglücke durch die Geschichte. Am 6. Februar 1909 standen Gebäude von Johann Reichl in hellen Flammen, am 9. November 1909 wütete ein Feuer in der Schleifmühle. In der Nähe des Brandplatzes scheuten die Pferde der Postkutsche: Mangels der Männer, die ja löschen mussten, brachten „die Frauen Untersteinbachs den Wagen wieder auf die Räder“. Dann kommt die Zeit des Ersten Weltkriegs, das Protokollbuch endet am 26. Januar 1919. Nach dem Krieg ein Neuanfang: Von Versammlungen, Ehrungen, Festen und Jubiläen wird berichtet, bis es dann im Zweiten Weltkrieg wieder zum Stillstand im Vereinsleben kommt. 1945 ordnete die amerikanische Militärregierung die Neubesetzung der Stelle des Kommandanten an. 1950 wurde das erste Feuerwehrauto gekauft. Zur Gerätehauseinweihung 1959 spielte der „schwarze Panther“. Im gleichen Jahr brannten in Iffelsdorf sechs Anwesen nieder. 1961 erhielt Pfreimd dann ein LF 16, das größte Löschfahrzeug im Landkreis Nabburg.

Bemerkenswert ist der Draht zur Iffelsdorfer Nachbarwehr. 1962 wurde ein gemeinsamer Feuerwehrball organisiert, 1974 das erste gemeinsame Eixlbergfest. Die Bilder werden jetzt farbig, zeigen die Einweihung des neuen Gerätehauses 1990. Eingebrannt haben sich die Erinnerungen an den Wirbelsturm 1993. Die Feuerwehr hatte eine Spur der Verwüstung zu beseitigen. Neben Bränden wie in Iffelsdorf und in der Ledermühle in Nabburg war die Wehr 2003 beim großen Hochwasser in Pfreimd gefordert. In den letzten 25 Jahren beherrschten zunehmend auch Sturmeinsätze, Unwetter, Unfälle auf der Autobahn und technische Hilfeleistungen das Anforderungsprofil der Wehr, die aktuell von den Vorständen Markus Muntanjohl und Tobias Strehl sowie den Kommandanten Stefan Dirschwigl und Thomas Schreier geleitet wird.

Die letzten Seiten der Chronik sind dem Patenbitten der Pfreimder bei der Iffelsdorfer Wehr und dem Kommersabend gewidmet. In die Festschrift ist übrigens eine Bilderbogen mit gemeinsamen Fotos der beiden Wehren eingelegt: Eine Referenz an die Iffelsdorfer Freunde.

Jubiläumsprogramm:

Samstag, 29. Juni, 19 Uhr Halli-Galli-Bierzelt-Party; Sonntag, 30. Juni, 9 Uhr Festgottesdienst im Festzelt, 10 Uhr Frühschoppen mit der Stadtkapelle, 11.30 Uhr Mittagessen, 14 Uhr Festzug, 15.30 Uhr Vollgas mit „D‘Pischdorfer“, 19 Uhr „Bavarian Party“ mit „Rundumadum“. Außerdem Oldtimer- und Fahrzeugschau; Montag, 1. Juli, 20 Uhr Endspurt mit den „Stoapfälzer Spitzbuam.“ Festleiter ist Florian Reger.

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