02.10.2019 - 17:35 Uhr
PfreimdOberpfalz

Mit Kleidung helfen

Seit einem halben Jahrhundert sammelt die Kolpingsfamilie Pfreimd gebrauchte Kleidung für den guten Zweck: Das ist regional, nachhaltig und gut für die Umwelt.

Seit 50 Jahren ein Zeichen von Hilfsbereitschaft und Umweltschutz: Die Kleidersäcke werden zweimal im Jahr von der Kolpingsfamilie gesammelt und der Erlös regional und sozial verwendet.
von Redaktion ONETZProfil

Am 5. Oktober rücken die Helfer der Kolpingsfamilie wieder aus und heuer sind es tatsächlich schon 50 Jahre, seit man mit der Sammlung von Altkleidern und Altpapier begann. 1969 starteten die Kolpingsfamilien zusammen im Diözesanverband Regensburg zum ersten Mal die Straßensammlungen von Altmaterial, damals noch "Lumpensammlung" genannt. Damit begann eine einzigartige Hilfsaktion, die zur Unterstützung vieler Sozial-und Entwicklungsprojekte im In- und Ausland führte. Mit den Erlösen konnten aber auch viele kleinere Anliegen in der Pfarrei oder Kommune unterstützt werden. Das heißt, die Erlöse der Sammlungen fließen nicht in die Taschen gewerblicher Sammler, sondern kommen gemeinnützigen Zwecken zugute. Mit dem Erlös der Sammlungen konnten zahlreiche Projekte unterstützt werden, so der Bau von Kindergärten, Sozialzentren oder Berufsbildungszentren im Kolping-Partnerland Brasilien.

Im eigenen Land wurde außerdem das Ferienhaus Lambach gebaut, das für alle Menschen offen ist. Dort sind viele Familien mit Kindern zu Gast, aber auch viele Gruppen aus dem schulischen, sozialen oder kirchlichen Bereich, natürlich auch viele Kolpinggruppen und gestalten dort Erholung und Bildung. Unterstützt wird ferner das Kolping-Jugendwohnheim in Regensburg, damit jugendliche Schüler und Azubis bessere Möglichkeiten haben.

Die zweimal im Jahr stattfindenden Aktionen laufen mit einem großen logistischen Aufwand ab. Es beteiligen sich viele freiwillige Helfer und benötigt werden dazu entsprechenden Sammelfahrzeuge, die von Mitgliedern und einheimischen Firmen zur Verfügung gestellt werden. "Leider tummeln sich in diesem Bereich seit einiger Zeit viele schwarze Schafe und gewerbliche Sammler. Außerdem werden Container wild aufgestellt", berichtet Georg Hirmer, der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Pfreimd. In Zusammenarbeit mit der Firma Wittmann garantiere man, dass mehr als die Hälfte der gesammelten Kleidung wieder getragen werden kann und nur rund acht Prozent in die energetische Verwertung gehen.

Außerdem werden die Restmüllmenge und damit die Müllgebühren reduziert, Ressourcen geschont und viele Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette geschaffen. Weiterhin führt Hirmer aus, dass man durch die Kleidersammlung Bekleidung für Geringverdiener und Menschen in Entwicklungsländern zur Verfügung stellen kann, auf die sie dringend angewiesen sind, denn zwei Drittel der Weltbevölkerung trägt Second-Hand-Kleidung.

Für die Zeit zwischen den Straßensammlungen stehen Kleidercontainer zur Verfügung.
Sammeltermin:

Die Kolpingsfamilie Pfreimd sammelt am Samstag, 5. Oktober, im gesamten Stadtgebiet und in Saltendorf. In Weihern und Stein sammelt die Feuerwehr Weihern. Es wird gebeten, die Kleidersäcke am Sammeltag ab 9 Uhr gut sichtbar an der Straße bereit zu stellen. Plastiksäcke sind in den Geschäften ausgelegt, ebenso in der Kirche und im Feuerwehrgerätehaus in Weihern. Gesammelt werden Bekleidung, Strickwaren, Kinder- und Babysachen, Haushalts- und Bettwäsche sowie Schuhe. Zwischen den Sammlungen besteht die Möglichkeit, gebrauchte Kleidung in den Kolping-Containern zu entsorgen.

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