16.08.2019 - 16:44 Uhr
PfreimdOberpfalz

Kommandeur zieht positive Bilanz des Auslandseinsatzes in Litauen

Die Monate in Litauen sind arbeitsintensiv, aber auch unterhaltsam. „Wir haben sogar Karten für ein Basketball-Spitzenspiel erhalten“, erinnert sich der Kommandeur. Noch besser gefällt ihm, dass sein Bataillon jetzt bestens trainiert ist.

Zwei Kommandierende bei einer improvisierten Lagebesprechung am Rande eines Manövers in Litauen: Oberstleutnant Peer Papenbroock (mit geschwärztem Gesicht) weist bei der Abschlussübung den litauischen Brigadekommandeur ein.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil
Logistisch ist es eine schwere Aufgabe, Soldaten und Militärmaterial nach Litauen und wieder zurück in die Oberpfalz zu bringen. Das Bild zeigt die Panzerverladung im litauischen Standort Rukla.

Am 11. Dezember 2018 wurde das Panzerbataillon 104 in Pfreimd offiziell nach Litauen verabschiedet. Zwischenzeitlich sind Soldaten und Material wieder da und Kommandeur Peer Papenbroock ist mit dem Einsatz mehr als zufrieden, wie er im Gespräch mit Oberpfalz-Medien erläutert.

Papenbroock ist am 2. August wieder nach Deutschland zurückgekommen, und hält, nach ein paar Tagen der Entspannung, in der Kaserne in Pfreimd die nächsten Wochen die Stellung. Es ist ein etwas einsamer Job, nicht nur wegen des Brückentags am Freitag. "Die Soldaten bauen ihren Urlaub ab", erklärt er die ungewohnte Stille auf dem weitläufigen Kasernenareal.

Derzeit gelte es, nach den Monaten der Abwesenheit wieder Fahrt aufzunehmen im täglichen Kasernenbetrieb. Nicht, dass die Militäreinrichtung seit Jahresbeginn verwaist gewesen wäre, ganz im Gegenteil. Denn nicht alle Soldaten waren in Litauen dabei, und die zurück Bleibenden hatten ebenfalls Aufgaben zu erfüllen. Aber symptomatisch ist der PC des Kommandanten. Der braucht derzeit viele Anläufe, bis er wieder rund läuft, denn es haben sich in den vergangenen Monaten jede Menge Updates angesammelt, die jetzt erst einmal herunter geladen werden müssen.

Vor dem Kommandeur und seinen Leuten liegen nicht nur Urlaub, sondern auch Nachbereitungs-Treffen, in denen die Erfahrungen im Baltikum reflektiert werden. Papenbroock selbst zieht ein positives Fazit des halben Jahres, in denen die Pfreimder Teil einer 1300 Mann umfassenden, internationalen Truppe (Battlegroup) waren, der Papenbroock als Oberkommandierender vorstand.

"Ich war und bin beeindruckt von der Professionalität und Leidenschaft der Soldaten, die dabei waren - nicht nur der des Panzerbataillons 104 aus Pfreimd, sondern der ganzen Battlegroup", versicherte er. Das könnte jetzt wie Militärrhetorik klingen, wirkt aber bei Papenbroock durchaus überzeugend. Er zeigte sich vor allem von den großen Manövern angetan, die in Litauen abgehalten wurden, und die mithalfen, den oberpfälzischen Kräften ein neues Niveau der Kampfbereitschaft angedeihen zu lassen: "Denn für so etwas hat man ja in der Kasernenroutine oft nicht die Zeit."

Neben der ganzen Militärtaktik und den Übungen blieb auch Zeit für Sightseeing, besonders an den üblicherweise freien Samstagen. Da konnten die Soldaten aus der Kaserne und wem das kleine Garnisonsstädtchen Rukla zu langweilig war, hatte es nicht weit nach Kaunas oder die Hauptstadt Vilnius - Shuttlebusse standen zur verfügung.

"Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz." Nächstes Jahr im Sommer geht es wieder nach Litauen.

Hintergrund:

Die Kräfte der fünften Rotation wurden am 11. Dezember 2018 in Pfreimd in den Einsatz verabschiedet. Kommandeur dieser Rotation war der Kommandeur des Panzerbataillons 104 aus der Panzerbrigade 12, Oberstleutnant Peer Papenbroock. Diese Einheit stellte mit 450 der insgesamt 600 deutschen Soldaten auch den Großteil der Kräfte. Des Weiteren waren Soldaten aus den Bereichen der Stabs-/Fernmelde-Kompanie der Panzerbrigade 12, des Zentralen Sanitätsdienstes, der Streitkräftebasis sowie des Kommandos Cyber- und Informationsraum beteiligt. Neben den deutschen Teilen stellten Tschechien und die Niederlande weitere Kräfte. Somit gliederte sich die eFP-Bataillon Battle Group Lithuania I/2019 grob in das Panzerbataillon 104 aus Pfreimd, das neben der Bataillonsführung auch die Stabs- und Versorgungskompanie sowie eine Kampfkompanie stellte, in eine tschechische mechanisierte Infanteriekompanie und in eine holländische mechanisierte Infanteriekompanie vom 17. Pantserinfanteriebataljon „Garderegiment Fuseliers Prinses Irene“ aus Oirschot. Außerdem wurde der Gefechtsverband für Übungsvorhaben durch Kampfunterstützungskräfte der Aufklärungs- und der Artillerietruppe anlassbezogen verstärkt. Das Kontingent übernahm am 4. Februar 2019 und wurde für sechs Monate in Litauen eingesetzt.

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