16.05.2019 - 15:03 Uhr
PfreimdOberpfalz

Komplexes Erbrecht

"Berliner Testament - sinnvoll oder gefährlich?": Zu diesem Thema referierte die Fachanwältin für Erbrecht, Elke Kestler, auf Einladung des Seniorenbeirats in der Landgraf-Ulrich-Halle.

Elke Kestler.
von Externer BeitragProfil

Die Referentin, deren berufliche Spezialisierung in der Oberpfalz einzigartig ist, informierte die Anwesenden darüber, wie komplex das Thema ist.

Anschaulich erläuterte sie, wie wichtig die Abfassung eines Testaments gerade für Eheleute sei. Denn nach gesetzlicher Erbfolge ist bei kinderlosen Paaren der Partner nicht Alleinerbe. Dieser bildet laut Kestler entweder mit dessen Eltern oder Geschwistern eine Erbengemeinschaft, in der er stets auf das Einvernehmen seiner Miterben angewiesen sei. Auch eine Erbengemeinschaft mit Kindern sei nicht ratsam - vor allem, wenn sie noch minderjährig sind.

Abhilfe biete das geradezu klassische "Berliner Testament": Es beinhaltet die gegenseitige Einsetzung der Eheleute als Erben beim ersten Todesfall verbunden mit Einsetzung der Kinder oder beliebiger anderer Personen beim zweiten Todesfall. Der Nachteil dieser Regelung, so die Fachanwältin für Erbrecht, liege in der Enterbung naher Angehöriger, denen beim ersten Todesfall ein Pflichtteilsanspruch zustehe. Da die Versorgung der überlebenden Ehegatten Vorrang genieße, werde dies meist in Kauf genommen. Ein Pflichtteilsverzicht könne hier Abhilfe schaffen. Anderslautende Regelungen im gemeinschaftlichen Testament seien beispielsweise zu wählen, um Erbschaftsteuer zu sparen. Neben der Erbeinsetzung können Gegenstände über Vermächtnisse an beliebige Personen verteilt werden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.