Beim Requiem, das Pater Georg in der Stadtpfarrkirche hielt, schilderte Birners Sohn Matthias den beruflichen Werdegang seines im Alter von 84 Jahren verstorbenen Vaters: Bundesgrenzschutz, dann Landespolizei. Bei ständigen Fortbildungen in der Polizeilaufbahn hielt ihm Ehefrau Anna den Rücken frei, organisierte das Familienleben mit vier Kindern. 1976 übernahm Birner die Leitung der Grenzpolizeistation Schönsee, wechselte nach zwölf Jahren als Dienststellenleiter zur Autobahnpolizei Schwandorf. Die letzten Jahre seines Berufslebens war er Inspektionsleiter in Erfurt-Eisenach. Was ihm beruflich als auch privat stets wichtig war: "Fairness, Augenmaß, Rückgrat, Zuverlässigkeit, Loyalität, Leistungsbereitschaft und das Vertreten einer eigenen Meinung", fasste Matthias Birner zusammen. Und in der Pension habe der Vater dann seine Vorliebe für den Obst- und Gartenbau so richtig ausleben können.
Nach dem Requiem ergriff am Friedhof Bürgermeister Richard Tischler das Wort. Er bezeichnete Birner als ein Vorbild im Ehrenamt, wobei ihm die Natur besonders am Herzen lag. Davon zehrte auch die Stadt Pfreimd, wurde sie doch in den 1980er Jahren als baumfreundlichste Gemeinde des Landkreises ausgezeichnet. Zwölf Jahre war Birner im Stadtrat vertreten und engagierte sich mit Sachverstand in den Gremien. "Er gehörte damit zu den Menschen unserer Stadt, die weit mehr getan haben, als ihre Pflicht". Dafür wurde ihm der Ehrenteller verliehen.
Der Vorsitzende des Pfreimder Obst- und Gartenbauvereins, Reinhold Kummeth, der Georg Birner nach seinem verhängnisvollen Sturz beim Äpfel einlagern im Stodl gefunden hatte, war sichtlich bewegt. Beim Obst- und Gartenbauverein Pfreimd war Birner 24 Jahre Vorsitzender und seit 2002 Ehrenvorsitzender. Unter seiner Regie stieg die Mitgliederzahl von 70 auf über 500. Kummeth erinnerte an die Aktion Baumscheck. Am Ende waren es über 750 Spendenbäume, die nun einen wertvollen Grüngürtel in und um Pfreimd bilden. Bei Schnitt- und Veredelungskursen hat er weit über 1000 Leuten den richtigen Umgang mit den Obstbäumen beigebracht.
Auf seine Initiative wurde auch in Hohentreswitz vor über 40 Jahren ein Obst- und Gartenbauverein gegründet. Bei den Kreisgartenpflegern war Birner über drei Jahrzehnte in der Vorstandschaft. Der Obstbaumexperte brachte sich beim Pomologenverband ein. In Birners Gärten befinden sich hunderte von Obstbaumsorten, darunter ausgesprochene Raritäten. Die Liebe zu den Tieren spiegelt sich in der Mitgliedschaft beim Wald-, Geflügelzucht- und Ameisenschutzverein. Birner pflegte den Kontakt zur BGS-Kameradschaft Schwandorf. Auf kirchlicher Ebene hielt er der MMC die Treue.
Kummeth nahm im Namen der Vereine Abschied "von einem für uns sehr wertvollen Menschen, den wir gut kannten, und trotz oder gerade wegen seiner manchmal etwas kämpferischen Art mit Ecken und Kanten schätzten und mochten. Denn seine kämpferische Seite war immer mit einer gewissen Zuwendung und Herzlichkeit verbunden. Seine Hilfsbereitschaft und sein Wissen fehlen schon jetzt."













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