28.08.2019 - 18:00 Uhr
PfreimdOberpfalz

Pharma bleibt, Stulln kommt

Die Pharma Stulln erweitert in Pfreimd: Das Unternehmen hat die Halle am Kalvarienberg gekauft, in der zuletzt die pharmazeutische Großhandlung Noweda untergebracht war.

Noch hängt das alte Firmenschild an der Einfahrt zum Gelände. Die Pharma Stulln hat die Halle im Gewerbegebiet am Kalvarienberg in Pfreimd nahe der Autobahn gekauft.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Der Eigentümer wechselt, das künftig gelagerte Gut ähnelt sich: Die Großhandlung "Ebert und Jakobi Finze" unter dem Dach der Noweda belieferte von der Halle nahe der Autobahnauffahrt Pfreimd Apotheker mit Medikamenten. Ende des vergangenen Jahres stellte die Genossenschaft Noweda den Betrieb hier ein. Nun hat die Pharma Stulln das Gelände samt Halle gekauft, das sich im Eigentum der Familie Finze befand. "Im ersten Schritt werden wir hier Arzneimittellager und Versand unterbringen", sagte Pharma-Stulln-Geschäftsführer Dr. Karl Luschmann den Oberpfalz-Medien.

Apotheken, Kliniken und auch das internationale Geschäft sollen von hier aus beliefert werden. Dass hier bereits Arzneimittel lagerten, macht zumindest den bürokratischen Aufwand geringer, sagte Luschmann.

Erweiterung nötig

Sein Unternehmen braucht dringend Platz. "Wir werden auch in Stulln erweitern", sagte Luschmann. Aktuell beschäftigt die Pharma Stulln rund 250 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von über 33 Millionen Euro. Der Exportanteil lag laut Jahresabschluss bei knapp 45 Prozent. Zur Höhe der Investition für die Halle wollte Luschmann keine Angaben machen. Zunächst wird in der Halle noch umgebaut, Büroräume und Lagerflächen den Ansprüchen angepasst. Drei bis fünf Leute sollen hier beschäftigt sein. Erst einmal sollen hier laut Luschmann Produktionsgüter angeliefert und gelagert sowie die fertigen Produkte ausgeliefert werden. Die Logistik zwischen Stulln und Pfreimd werden Lkw übernehmen. Ziel sei, später in Pfreimd den Versand zu konzentrieren und die Anlieferung der Produktionsgüter wieder in Stulln zu erledigen.

"Das ist relativ schnell gegangen", sagte Luschmann zum Kauf der Halle. Nach Informationen der Redaktion hatte auch eine am Kalvarienberg ansässige Spedition Interesse an dem Gelände. Aus dem Geschäft wurde aber nichts. Die Spedition hat einen Teil der ehemaligen Noweda-Freifläche gemietet. Das dürfte so bleiben, sagte Luschmann.

Die Pharma Stulln produziert vor allem Augentropfen, aber auch Inhalationslösungen oder Nasensprays und füllt sie unter sterilen Verhältnissen vor allem in Ein-Dosis-Behältnisse. Pharma Stulln übernimmt in Lohnproduktion auch die Herstellung von Medikamenten anderer Hersteller, nach eigener Darstellung von der galenischen Entwicklung - Galenik ist die Lehre von der Zusammensetzung und Herstellung von Arzneimitteln - über die Herstellung und Abfüllung bis zur Konfektionierung des Arzneimittels. Auch in Lizenz werden Produkte bekannter Pharma-Unternehmen hergestellt.

Wurzeln in der VAW

Die Wurzeln der Pharma Stulln liegen in der VAW Stulln, nach einem Management Buy Out 1993 wurde 2002 die neue Produktionsstätte in Stulln in Betrieb genommen, Erweiterungen folgten. Seit 2015 läuft eine vollautomatische Produktions- und Konfektionierungslinie.

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