In gekonnt professioneller Weise moderierte Vorsitzender Karl Prell die Musikstücke von Chor und Orchester an. Er erklärte den Zuhörern während der musikalischen Reise durch verschiedene Länder die unterschiedlichen Tanzweisen, angefangen in der griechischen Antike mit dem Reigen, über verschiedene Formen von Gruppen- und Einzeltänzen, dem Menuett als höfischen Tanz im 17. Jahrhundert bis hin zu den heute bekannten Tänzen wie Ländler, Walzer, Polka und Mazurka sowie Polonaise und Eccossaise als Gruppentänze. Ebenso wurde der Begriff Tanzlied als ein Lied definiert, das während des Tanzens von Tanzenden gesungen wird. Gleichzeitig steht dieser Begriff für eine Gattungsbezeichnung für lyrische oder erzählende Lieder, die im Hoch- und Spätmittelalter zum Tanz gesungen wurden. Dazu gehören neben den Refrainliedern Balladen.
Mit einem Quodlibet, einem Musikstück, in dem zwei voneinander unabhängige Melodien zu einem gemeinsamen Tonsatz kombiniert werden, intonierte der gemischte Chor "Heißa Kathreinerle" und "Zum Tanze, da geht ein Mädel" sein erstes Tanzlied unter der temperamentvollen Leitung von Kerstin Kiener. Mit drei weiteren Tanzliedern "Bella Bimba", "Sur le pont d'Avignon" und "La Mariposa" bereicherten die Sänger das Programm. Das Streichorchester, souverän geleitet von Winfried Siller, gestaltete den Hauptteil des abwechslungsreichen Musikabends. Konzertante Tanzmusik in verschiedenen Musikstilen, bekannter Komponisten wie Leopold Mozart, Händel, Beethoven, Haydn, Franz Schubert, Dvorzak und Johann Strauß (Vater) wurden zu Gehör gebracht.
Als Sopransolistin glänzte erneut Susanne Meisel mit den Stücken "Aus alten Märchen" von Robert Schumann und "I got Rhythm" von George Gershwin. Sie wurde einfühlsam von Stefanie Schreyer am Flügel begleitet. Der Chor verabschiedete sich mit dem Kanon "Denn das Tanzen ist aus", passend zum Volksmund am Kathreinsonntag: "Kathrein stellt den Tanz ein". Das Orchester beendete den Konzertabend mit der "Polka Mazur", mit der Karl Prell in besonderer Weise Rita Bier für ihre 64-jährige Orchesterzugehörigkeit dankte.














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