14.03.2019 - 12:29 Uhr
PfreimdOberpfalz

Schäfchen ins Trockene bringen

Mit diesem Angebot traf die MMC Pfreimd ins Schwarze: Steuerberater Johann Kreckl referierte vor einem "vollen Haus" über die Erbschaftssteuer.

Steuerberater Johann Kreckl empfiehlt, die persönlichen Freibeträge bei Schenkungen rechtzeitig und geschickt zu nutzen.
von Redaktion ONETZProfil

Bis auf dem letzten Platz gefüllt war der "Wilde Mann" in Pfreimd als Steuerberater Johann Kreckl auf Einladung der Marianischen Männerkongregation (MMC) zum Thema "Erbschafts- und Schenkungssteuer" referierte. Präfekt Alois Kleierl freute sich über das Interesse.

Johann Kreckl erläuterte detailliert die Erbschaftssteuer-Reform mit der Neuregelung bei Bewertung und Besteuerung des Vermögens. Familien könnten durch gezielte Schenkungen viel Geld vor dem Fiskus schützen, aber auch zugleich unliebsame Erben später ins Leere laufen lassen. Seine Strategie: "Rechtzeitig die persönlichen Freibeträge bei Schenkungen geschickt nutzen." So dürfen Ehegatten und eingetragene Lebenspartner alle zehn Jahre 500 000 Euro steuerfrei erhalten, Kinder 400 000 Euro und Enkel 200 000 Euro. "Kindern stehen dabei die Freibeträge von Mutter und Vater zu."

Gewinner der seit 2009 geltenden Reform seien aktive Betriebe, wie Landwirtschaft. Immobilien und verpachtete Gewerbebetriebe gelten als "Verlierer". Bei der Bewertung von Einfamilienhaus/Eigentumswohnung komme der Bodenwert aus der Bodenrichtwertkarte und der Gebäudewert zum Tragen. Beim Mehrfamilienhaus, Miet- oder Geschäftshaus ebenso der Bodenwert, aber beim Gebäude 70 Prozent der Jahresmiete. Es gebe auch Verschonungsregelungen für selbstgenutzte Immobilien. "Bei der Nutzung durch Kinder ist das aber nur steuerfrei, wenn es weniger als 200 Quadratmeter sind und nur im Erbfall." Als Beispiel nannte Kreckl einen Wohnhausverkehrswert von 200 000 Euro. Der Freibetrag eines Elternteils von 400 000 Euro würde abgezogen; demnach würden keine Steuern für das Kind anfallen. Hingegen würden von der Tante an die Nichte 20 Prozent Steuern fällig, also 32 000 Euro.

"Nicht vererben, sondern zu Lebzeiten übergeben", lautete der Ratschlag Kreckls, wozu er einige Beispiele anfügte. Abschließend erläuterte er weitere Gestaltungsmöglichkeiten von Erbschaften und Schenkungen. Viele Rückfragen und Diskussionsbeiträge zeigten, dass die Zuhörer sehr interessiert waren.

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