Vor Beginn der Baumaßnahme informierte Bürgermeister Richard Tischler die Anlieger im Gasthaus Herdegen und bat für die zu erwartenden Beeinträchtigungen um Verständnis. Die Stützmauer am Kellerweg ist seit 2006 im Gespräch. Bereits damals wurde sie von der Bahn als einsturzgefährdet eingestuft und musste mit einem Stahlnetz gesichert werden.
Zwischen der Stadt und der Deutschen Bahn herrschte anfänglich Unstimmigkeit, wer für den Unterhalt der Stützmauer überhaupt zuständig ist. Erst ein gerichtliches Urteil brachte Klarheit. Aus einem Dokument aus dem 19. Jahrhundert war ersichtlich, dass der Kellerweg der Stadt Pfreimd gehört. Jetzt begann eine Planungsphase, die sich über Jahre hinzog. Ende 2017 stellte das Ingenieurbüro König aus Weiden sein Konzept vor. Da ein Neubau aus verschiedenen Gründen nicht in Frage kam, wurde eine sogenannte "Wandvernagelung" ins Auge gefasst. Dabei werden fünf Meter lange Stahldübel in den dahinterliegenden Felsen gebohrt und die Mauer mit Ankerplatten daran befestigt. Für das 115 Meter lange Stück sind 280 solcher Dübel notwendig.
Eine Sanierung während des laufenden Bahnbetriebes ist äußerst schwierig und zeitraubend. Es sollte eine Nachtbaustelle werden, an der nur in den Zugfahrpausen zwischen 23 Uhr und 5 Uhr morgens gearbeitet werden kann. Eine erste Ausschreibung zusammen mit der Straße blieb ohne Anbieter. Erst als die Stützmauer alleine zur Ausschreibung kam, gab die Firma Spesa ein Angebot ab. Diese Spezialfirma hat große Erfahrung mit solchen Baumaßnahmen. Jetzt kam dem Vorhaben ein Umstand zu gute, der die Arbeiten beträchtlich beschleunigen kann. In der Zeit vom 25. Juni bis 2. Juli sperrt die Bahn die gesamte Fahrstrecke, da dringende Gleisarbeiten anstehen. In dieser Zeit will die Firma Spesa die notwendigen Bohrungen durchführen. Dies soll rund um die Uhr geschehen. Die Anlieger werden Tag und Nacht einer Lärmbelästigung ausgesetzt sein, deren Größe nicht abgeschätzt werden kann. Auch wird nachts die Baustelle großzügig ausgeleuchtet, was zu einer weiteren Belästigung führt.
Planer und die Firma sehen keine Möglichkeit zu wirksamen Gegenmaßnahmen. Die Anlieger werden daher um Verständnis gebeten. Am 19. Juni beginnt die Firma Spesa mit der Baustelleneinrichtung. Die "heiße Bohrphase" beginnt mit dem 25. Juni und setzt sich solange fort, bis alle Löcher gebohrt sind. Danach wird es etwas ruhiger. Bis Ende September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Für die Arbeiten fallen Kosten in Höhe von 728 000 Euro an, die zur Hälfte von der Stadt getragen werden müssen. "Für die Stadt sind es die teuersten 115 Meter Straße, die je gebaut worden sind", musste Bürgermeister Tischler "die Kröte" schlucken. Erst nach der Stützmauer wird in einem zweiten Schritt die Straße ausgeschrieben. Bis zur endgültigen Fertigstellung - dies kann erst nächstes Jahr geschehen- bleibt der Kellerweg gesperrt. Während der Bauphase ist der Kellerweg auch für Fußgänger passé. Bürgermeister Tischler machte den Anliegern ein Angebot:" Wer den Lärm nicht mehr aushält, kann auf Kosten der Stadt in ein Hotel ziehen." Für alle Anliegen und Fragen zur Baumaßnahme steht die Verwaltung unter den Telefonnummern 88934 oder 88935 ständig zur Verfügung.














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