Pfreimd
19.11.2018 - 11:17 Uhr

Vom Trauertag zum Friedenstag

Am Vorabend zum Volkstrauertag versammeln sich die Pfreimder Bürger mit den Soldaten des Panzerbataillons 104 und gedenken der Opfer von Kriegen, Terror und Gewaltherrschaft.

Bürgermeister Richard Tischler (Mitte) legte zusammen mit den Stadträten Florian Reger (links) und Norbert Auer (rechts) einen Kranz am Kriederdenkmal nieder und erinnerte damit an alle Opfer von Krieg, Terror und Gewaltherrschaft. Bild: hir
Bürgermeister Richard Tischler (Mitte) legte zusammen mit den Stadträten Florian Reger (links) und Norbert Auer (rechts) einen Kranz am Kriederdenkmal nieder und erinnerte damit an alle Opfer von Krieg, Terror und Gewaltherrschaft.

Wie seit vielen Jahren ziehen die Vereine und Bevölkerung der Stadt Pfreimd zu einem Trauermarsch, der von der Stadtkapelle intoniert wird, und mit brennenden Facklen zum Kriegerdenkmal am Marktplatz, um in einer Feierstunde der zahlreichen Opfer der Weltkriege zu gedenken. Bürgermeister Richard Tischler begrüßte hierzu besonders die beiden Geistlichen Pfarrer P. Georg Parampilthadathil und Pfarrerin Irene Friedrich, sowie den Kommandeur des Panzerbataillons 104 Oberstleutnant Peer Papenbroock, den stellvertretenden Landrat Arnold Kimmerl, Altbürgermeister Albert Maier, alle Stadträte und die Abordnungen der örtlichen Vereine.

In seiner Gedenkrede stellte das Stadtoberhaupt die Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren an den Anfang. Dann richtete er seinen Blick in die Zukunft und stellte fest, dass jeder Mensch gleich viel wert ist und daher in seinem Leben unverfügbar. Dennoch und mit den Schrecken der deutschen Terrorherrschaft in den Gedanken, brechen Menschen den Frieden, weil sie glauben mehr wert zu sein als andere. "Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende", mit diesem eindringlichen Zitat John F. Kennedys fasste Tischler den Auftrag unserer Zeit eindrücklich zusammen.

Dass der Friede, den wir in Europa seit 73 Jahren erfahren dürfen brüchig ist, zeigte der Hinweis von Oberstleutnant Peer Papenbroock zu Beginn seiner Rede. Er erklärte das Fehlen eines Ehrenzuges der Bundeswehr damit, dass sich die Soldaten des Panzerbataillons 104 in der Ausbildung für einen Auslandsaufenthalt in Litauen befänden, der an der NATO-Ostgrenze wieder notwendig sei. Auch wenn die Kriegsgeneration des Ersten Weltkriegs bereits verstummt ist, gelte es das Gedenken an die gefallenen Soldaten immer aufrecht zu erhalten. Papenbrook bezog dabei ausdrücklich alle Bundeswehrangehörigen mit ein, die in den Auslandsmissionen der jüngeren Geschichte an Leib und Seele verwundet wurden oder sogar im Einsatz ihr Leben lassen mussten, denn "im Krieg gibt es keine unversehrten Soldaten".

Nach den Gebeten und Fürbitten, die durch die beiden Geistlichen Pfarrer P. Georg Parampilthadathil und Pfarrerin Irene Friedrich vorgetragen wurden, legten Bürgermeister Tischler für die Stadt Pfreimd und Oberstleutnant Peer Papenbroock für das Panzerbataillon 104 Kränze am Kriegerdenkmal nieder und drückten so die Trauer und das Gedenken auch zeichenhaft aus. Im anschließenden Gottesdienst in der Pfarrkirche fand die Feierstunde zum Volkstrauertag ihren Abschluss.

Bürgermeister Tischler warnte in seiner Gedenkrede mit einem Zitat von John F. Kennedy: "Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende." Bild: hir
Bürgermeister Tischler warnte in seiner Gedenkrede mit einem Zitat von John F. Kennedy: "Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende."
Oberstleutnant Peer Papenbroock erinnerte als Kommandeur des Panzerbataillon 104 auch an die verletzten und getöteten Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in den Auslandseinsätzen der jüngsten Vergangenheit. Bild: hir
Oberstleutnant Peer Papenbroock erinnerte als Kommandeur des Panzerbataillon 104 auch an die verletzten und getöteten Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in den Auslandseinsätzen der jüngsten Vergangenheit.
Die Stadtkapelle Pfreimd umrahmte die Feierstunde musikalisch. Bild: hir
Die Stadtkapelle Pfreimd umrahmte die Feierstunde musikalisch.
Auch die Bundeswehr brachte ihr Gedenken an die Opfer von Krieg, Terror und Gewaltherrschaft mit einem Blumenkranz zeichenhaft zum Ausdruck. Bild: hir
Auch die Bundeswehr brachte ihr Gedenken an die Opfer von Krieg, Terror und Gewaltherrschaft mit einem Blumenkranz zeichenhaft zum Ausdruck.
 
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