03.06.2019 - 16:12 Uhr
PfreimdOberpfalz

Warteschlangen bei der Typisierung

Überwältigende Hilfsbereitschaft für den an Leukämie erkrankten Moritz: Am Sonntag lassen sich in Pfreimd hunderte Menschen für den kleinen Buben typisieren.

Den großen Andrang der Spendenwilligen meisterten die zahlreichen Helfer bei der Typisierungsaktion für den kleinen Moritz mit hoher Professionalität
von Redaktion ONETZProfil

Sonntagmorgen um 11 Uhr: Der Parkplatz der Landgraf-Ulrich-Halle und die umliegenden Straßen sind zugeparkt und viele Mopeds und Fahrräder stehen auf dem Vorplatz. Schon in den ersten Minuten bildet sich eine Warteschlange: Bürger aus der Landgrafenstadt, dem gesamten Landkreis und darüber hinaus wollen sich für den sechsjährigen Moritz typisieren lassen. Es herrscht eine Stimmung der Hoffnung unter den Anwesenden, dass mit dieser Aktion vielleicht doch ein passender Spender gefunden werden kann

Verena Schottenheim hat in Zusammenarbeit mit der DKMS, dem Bayerischen Roten Kreuz, vielen Freunden, Familie und Bekannten die Organisation übernommen. "Aber hier machen alle alles gemeinsam", betont sie. Duzende freiwillige Helfer des BRK und seiner Gemeinschaften - also Bereitschaften, Wasserwacht, Jugendrotkreuz und Bergwacht - opferten ihre Freizeit, um die Typisierung schnell und professionell abzuwickeln.

Die Aktion funktioniert inzwischen relativ einfach und kann auch von Laien bedient werden: Musste früher Blut abgenommen werden, reichen nun drei Wattestäbchen für DNA-Proben aus. Susanne Mecke aus Pfreimd hat gerade ihr drittes Stäbchen in der Hand. Sie ist mit ihrer ganzen Familie hier, weil sie aus dem "Neuen Tag" von Moritz' Schicksal erfahren hat und ihn auch persönlich kennt. "Da muss man mitmachen", erklärt sie überzeugt. Eine Ehrensache ist die Typisierung für alle Anwesenden, hinweg über alle Bevölkerungsschichten: In Pfreimd hält man noch zusammen.

Mit dem Ansturm habe niemand gerechnet, sagt Verena Schottenheim und strahlt: "Das ist eine der größten Hilfsaktionen hier in Pfreimd". Sie ist überglücklich über dieses Erlebnis. "100 Helfer sind vor Ort und wir haben rund herum ein schönes Rahmenprogramm organisiert", berichtet sie. So hat die Feuerwehr Pfreimd ihre Drehleiter für die Kinder im Einsatz, die Spielvereinigung spielt Kasperltheater, Kinder werden geschminkt, es gibt eine Fußball-Zielscheibe, und die Kolpingsfamilie organisiert den Kuchenverkauf.

Thomas Zeus, Mitglied der Wasserwacht, ist einer der Helfer. Pausenlos teilt er an die Stammzellenspender Wattestäbchen aus. Er selbst hat sich schon länger typisieren lassen. Überhaupt sind auffällig viele junge Familien hier. Sie haben Kinder im Alter von Moritz dabei. Gegen Mittag zeigt eine erste Bilanz, was Zusammenhalt für eine gute Sache in einer Stadt heißt: Um 12.30 Uhr sind es über 300 Typisierungen, und bis zum Ende der Typisierungsaktion wurde diese Zahl auf über 500 erhöht.

Erschöpft von der Arbeit, aber glücklich über den Erfolg räumen die Helfer in der Landgraf-Ulrich-Halle wieder auf. Alle hoffen, dass Moritz wieder gesund wird.

Die Feuerwehr Pfreimd hatte ihre Drehleiter für die Kinder im Einsatz, die Spielvereinigung spielt Kasperltheater, Kinder werden geschminkt, es gibt eine Fußball-Zielscheibe, einen Grillstand und die Kolpingsfamilie organisiert den Kuchenverkauf.

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