17.02.2020 - 10:17 Uhr
Pfrentsch bei WaidhausOberpfalz

Mit vollem Einsatz für Waidhaus

„Marktratswahl ist eine Persönlichkeitswahl“, sagt Georg Kleber in der Wahlversammlung der Wählerliste Pfrentsch. Parteipolitische Interessen sollten hier zurücktreten.

Im SV-Sportheim stellt Marktrat Georg Kleber (rechts) das Wahlprogramm der Wählerliste Pfrentsch vor.
von Josef ForsterProfil

Konkreten Projekten der Marktgemeinde schenkte Marktrat Georg Kleber am Sonntagabend als Hauptredner bei der Wahlveranstaltung der Wählerliste Pfrentsch sein Hauptaugenmerk. Die Gruppierung trete an, um die Zukunft von Waidhaus und allen umliegenden Ortschaften „unabhängig, zielbewusst und tatkräftig mitzugestalten. Da wir höchstens mit zwei Markträten rechnen können, können wir im neuen Marktrat nur mitgestalten“.

Der gute Besuch an der Versammlung zeuge jedoch von einem weiterhin ungebrochenem Interesse: „Auch für die nächsten sechs Jahre hat die Pfrentscher Liste wieder qualifizierte und engagierte Kandidaten parat, die sich gerne und mit vollem Einsatz zum Wohle des Markts Waidhaus einsetzen werden.“

Waidhaus habe keine Schulden, könne sich also bestimmte freiwillige Leistungen noch leisten. Detaillierte Einblicke in die Arbeit der Waidhauser Gemeindeverwaltung und des Marktrats sah Kleber als grundlegende Bürgerrechte. Wie wichtig dies wäre, zeige die letzte Marktratssitzung, bei der die Ergebnisse der Rechnungsprüfung einfach nicht mehr bekanntgegeben wurden. Kritik übte der seit 2002 mit Sitz und Stimme im Marktrat Waidhaus ausgestattete Sprecher ebenso am Eingang der Zuschüsse bei der Gemeinde. Immer wieder müsse die Kommune oft bis zu zwei Jahre lang für eine Zwischenfinanzierung von Projekten aufkommen: „Nur gut, dass Waidhaus derzeit vier Millionen Euro Rücklage hat.“ Rund drei Millionen Euro davon seien auch wegen notwendiger Zwischenfinanzierungen in den aktuellen Haushalt erneut eingeplant.

Kein Gehör habe die Wählerliste Pfrentsch lange Zeit mit ihrer Bitte zu einer verstärkten Sanierung von Quellen oder den Tiefbrunnen bei der Wasserversorgung gefunden. Dem Trinkwasser gelte es aber große Aufmerksamkeit zu widmen: „Endlich haben wir heuer sehr viel Geld im Haushalt drin; bald 800 000 Euro“. Doch aufgrund der Neubesetzung des Marktrats, einer bislang fehlenden Ausschreibung und der hohen Auslastung der Firmen, hegte Kleber wiederum keine große Hoffnungen in eine Realisierung im Laufe des Jahres.

In Summe sinke die Bevölkerungszahl der Marktgemeinde weiterhin, leitete der Redner auf die rund 1,26 Millionen Euro umfassende Investition zur Erweiterung der Kindertagesstätte über. Bei den Baukosten trage die Kirche ein Drittel und die Gemeinde zwei Drittel. Die Finanzierung sei gesichert. Ähnliches gelte für das Defizit durch eine 80:20-Aufteilung. Hierzu nannte er für 2019 für den laufenden Betrieb ein Defizit von 68 900 Euro, wovon 55 000 Euro auf die Gemeinde zukämen.

Leid tat es Kleber um jene rund 120 000 Euro an Planungskosten, welche die Gemeinde in eine Neugestaltung des Marktplatzes steckte. „Denn nun müssen wir wieder bei Null beginnen.“ Weitreichende Einblicke gab er ins Innere des „Zwick“-Gebäudes, welches sich jetzt im Besitz der Marktgemeinde befände. Dabei zeigte er sich mit dem Zustand des Gebäudes keineswegs glücklich: „Das ist innen völlig verbaut.“

Themen aus den Ortsteilen:

Georg Kleber ging auch auf einige Themen aus den Ortsteilen ein. Für die Sanierung des Feilerstodls in Reichenau sah er einen erhöhten Aufwand. Einen Erhalt des böhmischen Gewölbes begrüßte er, doch „wenn die so stur sind, jedes einzelne Holzbrett zu erhalten, ist das Vorhaben abzulehnen“. Dabei regte sich auch kräftiger Unmut bei den Zuhörern.

Auch zum Dorfplatz Pfrentsch gebe es „nichts Neues“. Im Finanzplan für 2021 seien zwar 10 000 Euro gelistet, aber ob dies so bliebe, stehe noch lange nicht fest. Wenig Chancen gab er auch einer baldigen Lösung für die Ortsdurchfahrt: „Das liegt in erster Linie in der Zuständigkeit des Straßenbauamts. Die Gemeinde ist nur zuständig für einen Gehwegausbau und die Grundstücksangelegenheiten. Das ist eine langwierige Sache.“ Zudem sei im Gemeindehaushalt erst für 2021 ein Betrag von rund einer Viertelmillion Euro eingeplant. Mit mehreren Bildern untermauerte Kleber die Schwach- und Gefahrstellen entlang der Hauptstraße und brachte gleich Vorschläge und Lösungen für eine Verbesserungen der Situation. Aufnahmen von Gebäudeschäden zeugten von den beengten Verhältnissen und eine Mutter reagierte sofort: „Da müssen meine Kinder alle Tage zum Bus gehen.“

Beim rund 438 000 Euro teuren Vollausbau der Straße nach Burkhardsrieth ärgerte sich Kleber über das Zuschussgebaren des Staats im Vergleich mit anderen Kommunen: „Manches Mal denke ich mir, diese Schuldenfreiheit bringt uns nicht wirklich etwas.“ Ein Geh- und Radweg nach Waidhaus sei in Planung, von der Vermessung habe er etwas mitbekommen. Favorisiert werde die östliche Seite entlang der Staatsstraße. Das Vorhaben komme nicht nur den Pfrentschern zugute, sondern ebenso den Lkw-Fahrern, die zwischen dem Autohof und Waidhaus zu Fuß unterwegs seien.

Als „wichtig für Pfrentsch“ erachtete der Marktrat das Angehen der Gestaltung des Dorfplatzes, eine Entschärfung der Hauptstraße mit der Schaffung eines Gehwegs, sowie die Erneuerung der Straße zum Naglerhof: „Es wäre halt schön, wenn Pfrentsch auch einmal in einer Dorferneuerung drin wäre, vielleicht ginge dann endlich einmal etwas voran.“

Kandidat Johann Lang bat die künftigen Markträte um einen Austausch der 1983 eingebauten Asbestrohre bei der Trinkwasserleitung von Waidhaus nach Pfrentsch. Rückblickend auf die Ausweitung des Baugebiets in Pfrentsch hätte er sich mehr Bürgerbeteiligung gewünscht. Als drittes Thema brachte Lang die Ortsdurchfahrt zur Sprache: „Von vier Gebäuden sind schon die Dachrinnen weg.“ Den Dorfplatz gelte es deshalb hintenan zu stellen. Eine persönliche Vorstellung aller Kandidaten schloss sich an.

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