28.06.2020 - 15:31 Uhr
PirkOberpfalz

Bau des Pirker Sportparks fast am Ziel

Die Errichtung des Pirker Sportparks biegt auf die Zielgerade ein. In seiner jüngsten Sitzung beschäftigt sich der Gemeinderat ausführlich mit dem Thema Kosten.

Architekt Stefan Kunnert (Zweiter von rechts) informiert den Gemeinderat über den Baufortschritt im künftigen Gastzimmer des neuen Pirker Sportparks.
von Redaktion ONETZ Kontakt Profil

Vor der Sitzung am Donnerstag machte sich der Gemeinderat ein Bild von den Baumaßnahmen. Bürgermeister Dietmar Schaller begrüßte dazu Architekt Stefan Kunnert, die Landschaftsarchitekten Gottfried Blank und Siegfried Lösch sowie einige Pirker. In der Sitzung vom 27. Mai waren im Gremium bei der Vergabe verschiedener Arbeiten die teilweise großen Unterschiede zwischen Kostenschätzung und Angebotspreis auf Unverständnis gestoßen. Nun erläuterte Kunnert die Preissteigerung bei den zuletzt beschlossenen Gewerken. Beim Bau des Gebäudes in günstigster Lösung schritt man von einer Kostenschätzung über die -berechnung, den -voranschlag und die Ausschreibungen bis zu den Auftragsvergaben mit Nachträgen voran.

Der Baukostenindex, geprägt von Materialpreiserhöhung und Lohnkostensteigerungen, erhöhte sich seit 2017 mit 2,208 Millionen Euro auf 2,5 Millionen Euro im Jahr 2020. Bewusste Entscheidungen für qualitativ bessere Maßnahmen und Ausstattungen hoben den Level des Sportparks an und brachten ihn weg vom ursprünglich reinen "Billiggebäude". Bestimmte Arbeiten wurden in andere Gewerke umgeschichtet. Über alle Gewerke ergibt sich eine Erhöhung von 273 594 Euro. Derzeit seien die Firmen total und oft über zwei Jahre ausgebucht.

Bei einer öffentlichen Ausschreibung würden sie entweder gar kein Angebot abgeben oder nicht mehr einen günstigen "Kampfpreis" anbieten, um einen Auftrag unbedingt zu erhalten. Bei den Ausschreibungen ergab sich zwischen günstigstem und teuerstem Angebot bei den Baumeisterarbeiten eine Differenz von 49 Prozent, beim Holzbau um 23 Prozent und bei den Malerarbeiten um 91 Prozent. "Hätte der günstigste Bieter nicht abgegeben, wäre hier schon eine weitere Kostensteigerung fällig gewesen."

Gegen eine frühe Ausschreibung, die Hildegard Schreier angefragt hatte, spreche, dass man gar kein Angebot erhalten könnte, weil die Firma nicht auf lange Sicht kalkuliert, oder dass jede Firma ihre Preise höher ansetze, weil sie um die Kostensteigerung wisse. Zudem vermeide das Einholen von Angeboten relativ nahe zum Geschehen teuere Nachträge.

Bei den Außenanlagen des Sportparks sprach Landschaftsarchitekt Blank davon, dass die Mehrkosten überschaubar und im ganz engen Rahmen seien. Nachträge hatten sich wegen Problemen bei den Erdarbeiten und dem Schichtwasser ergeben. Derzeit seien 40 Prozent der Vergabesumme verbaut. 860 000 Euro der Bausumme werden noch ausgegeben. Das Nachtragsangebot zur provisorischen Bewässerung der beiden Spielfelder geht für 4 039,76 Euro an die Firma Eckert, Wernberg.

Im Außenbereich des Sportparks funktioniere die unterirdische Bewässerungsanlage schon weitgehend, doch müsse die Steuerung noch stabilisiert werden, sagte Blank. Nun werde der Festplatz geschottert und der Weg gepflastert. Der Bau der Laufbahnen ist abgeschlossen. In etwa drei Wochen sei Baubeginn für die drei Tennisplätze mit Umzäunung, wofür man mit einer Bauzeit von drei bis vier Wochen rechnet. Ende Juli werden die auf drei Ebenen liegenden Parkplätze erstellt. Mit dem Bau der Stockbahn werde im Juli/August begonnen. Nach einer Teilabnahme der eingezäunten Rasenplätze müssen diese etwa ab September ohne Stollenschuhe eingespielt werden. Die südlich des Gebäudes zur Straße hin liegenden Hangflächen sollen begrünt und mit Bäumen bepflanzt werden. Dorle Praller schlug dazu die Aussaat von Wildblumen vor. Die Ausrüstung der Tennisplätze mit Wlan würde eine teure Glasfaserleitung erfordern. Günstiger wäre ein Access-Point mit Gastzugängen, der von der SpVgg oder dem Pächter verwaltet werden müsse.

Andreas Geiger erkundigte sich über die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung auf der Festwiese. Bei Veranstaltungen wird Nutzwasser vom Sportgebäude her über Schläuche zum Festplatz befördert. Das Abwasser könnte als mobile Lösung über Mietcontainer entsorgt werden. Die Gemeinde werde laut Schaller den Vereinen unter die Arme greifen und eine einvernehmliche Lösung suchen.

Auf Anregung von Praller wird Architekt Kunnert die Kosten für eine Containerlösung ermitteln. Der Planer führte danach ins Treppenhaus des neuen Sportfunktionsgebäudes. Der Vorplatz vor den Eingangstüren bietet sich für die Gastronomie an. Für die Lüftungsanlage konnten die Hohlräume der Dachbinderkonstruktion genutzt werden. Diese wurde vom Statiker abgenommen. Vom Gastraum mit seiner vorgelagerten Terrasse bietet sich ein ausgezeichneter Blick auf die Landschaft. In den nächsten Tagen wird die mobile Trennwand eingebaut. Im Untergeschoss befinden sich die Fußballräume, ein Büro, die Tennisumkleideräume sowie die Kegelbahn mit Stüberl. Hier wurde bereits die Lüftungsleitung verbaut und die Schallschutzdecke und die Leuchten installiert. Der Zeitplan sieht eine Fertigstellung bis Mitte Oktober vor.

Landschaftsarchitekt Gottfried Blank (Mitte) und sein Kollege Siegfried Lösch (links) erläutern den Gemeinderäten mit Bürgermeister Dietmar Schaller (rechts) die Außenanlagen des neuen Sportparks.
Bürgermeister Schaller (rechts) in der im Bau befindlichen Kegelbahnanlage mit Stüberl.

Verabschiedung von Michael Bauer

Pirk
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Von Pappelsterben bis Autounfall

Pappelsterben in Pirkmühle: Vor allem im Mittelteil des westlichen Bereichs der Richard-Hülsmann-Allee sind viele Pappelbäume abgestorben, die zum Teil auf Gemeindegrund stehen. Ursache könnte die Entfernung einer Wasserleitung nach Errichtung der Halle der Firma Constantia gewesen sein, wodurch die Wurzeln beschädigt wurden. Landschaftsarchitekt Blank empfahl wegen möglicher Gefahren bei Unwettern das Entfernen von etwa 20 Bäumen. Dem stimmte der Gemeinderat mit 13:0 zu. Eine Ersatzbepflanzung könnte mit klimaverträglichen Platanen oder resistenten Ulmen erfolgen, um den Alleecharakter zu wahren. Die Untere Naturschutzbehörde, deren Ziel der Erhalt der Allee ist, wird die Sache anschauen und eine Stellungnahme abgeben.

Bauanträge: Einstimmig erteilte das Gremium den Bauanträgen von Ramona und Thomas Beer, Pirk, auf Errichtung einer Terrassenüberdachung am bestehenden Wohnhaus auf Flurnummer 376 und von Markus Forster, Hochdorf, auf Abbruch des Nebengebäudes mit Garage und Scheune sowie Neubau einer landwirtschaftlichen Bergehalle an gleicher Stelle auf Flurnummer 247 der Gemarkung Enzenrieth das gemeindliche Einvernehmen.

Bericht der Staatlichen Rechnungsprüfungsstelle des Landratsamtes: Geschäftsstellenleiter Dieter Schobert stellte in Auszügen einen 23-seitigen Bericht über die genaue Prüfung der Kasse sowie der Jahresrechnung 2015 mit 2018 der Gemeinde vor, der wegen der Coronakrise nun schriftlich eintraf. Die Kassenlage war jederzeit geordnet. Dabei müssen verschiedene Textziffern beantwortet werden, wofür der Gemeinderat einstimmig das Einverständnis erteilte.

Jugendbeauftragter: Für dessen Benennung lagen dem Bürgermeister Konrad Braun und der CSU-Vorschlag Manuel Häusler vor, der noch mit Michael Meiler und Mathias Bayerl erweitert wurde. Nach längerer Aussprache wurde der Punkt zurückgestellt, da möglicherweise ein Team die Funktion übernehmen kann. Der Bürgermeister lädt die Einverständnis gegebenen Kandidaten zu einem Treffen und in die nächste Sitzung ein.

Sonstiges: Wegen eines Kfz-Unfalls an der Gemarkungsgrenze Luhe-Wildenau bittet der Bürgermeister, der Anzeige wegen Schäden erstattete, die Gemeindebürger um sachdienliche Hinweise.

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