25.04.2019 - 16:07 Uhr
PirkOberpfalz

Erste Hilfe am Pferd

Tierärztin Nadine Röhlinger gibt Kurse zum Thema „Erste Hilfe am Pferd“. Am Reiterhof in Engleshof erfahren Halter, was sie beachten müssen.

Tierärztin Nadine Röhlinger gibt Kurse zum Thema "Erste Hilfe am Pferd".
von Redaktion ONETZProfil

ONETZ: Erste Hilfe beim Pferd: Was kann man sich darunter vorstellen?

Nadine Röhlinger: Bei Pferden sind Erste-Hilfe-Maßnahmen ganz anders als bei Menschen. Eine Herzdruckmassage oder eine Beatmung wäre gar nicht möglich. Dafür würde unser Lungenvolumen gar nicht ausreichen. Die Erste Hilfe beim Pferd bezieht sich vor allem auf die Einschätzung von Krankheiten oder auf die Frage, muss ich einen Arzt hinzuziehen. In meinem Kurs möchte ich den Besitzern nahelegen, wie man kleinere Verletzungen wie Sonnenbrände oder Insektenstiche mit Hausmitteln behandeln kann oder wie man vorgeht, bis der Tierarzt eintrifft.

ONETZ: Pferdebesitzer oder Hobby-Reiter - wie wichtig ist es, die Maßnahmen zu kennen?

Nadine Röhlinger: Es ist ein absolutes Muss. Es ist wichtig, dass die Leute Informationen über die Temperatur, den Atem, den Kreislauf oder die Schleimhäute ihrem Tierarzt weitergeben können. Wir können dann die Situation besser einschätzen, wenn wir nicht vor Ort sind und entscheiden, ob ein Notfall vorliegt oder ob überhaupt jemand vorbei kommen muss.

ONETZ: Wie kann ich als Tierbesitzer auch bei anderen Tieren Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten?

Nadine Röhlinger: Auch bei anderen Tieren, wie zum Beispiel Hunden und Katzen, ist es wichtig, die PAT-Werte (Puls, Atmung, Temperatur) zu kennen, um Notsituationen richtig einzuschätzen. So kann im Zweifelsfall sofort ein Tierarzt konsultiert werden. Zum Beispiel lassen sich Insektenstiche an unkomplizierten Stellen oder Prellungen mit kalten Umschlägen lindern, kleinere Schürfwunden mit Jodsalbe behandeln. Bei Durchfall hilft es manchmal, die Tiere ein paar Stunden hungern zu lassen, bis der Magen-Darm-Trakt sich beruhigt hat, und dann mit einer Schonkost aus Reis, Hühnchen und Hüttenkäse oder einer Möhrensuppe zu füttern. Wie beim Menschen gilt aber natürlich immer: wenn es nach einem Tag nicht besser wird, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Um die Lage richtig einzuschätzen empfehle ich jedem Tierbesitzer einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen.

Erste Hilfe beim Tier:

Wo kann man sich informieren?

Die Haflingerzüchter und Pferdefreunde Kemnath am Buchberg veranstalten am 26. April, um 18 Uhr am Reiterhof von Markus Dirnberger in Engleshof 11, 92712 Pirk, eine Praxifortbildung mit dem Thema "Erste Hilfe am Pferd". Referentin ist Nadine Röhlinger. Bei Interesse können weitere Kurse zu diesem Thema bei ihr gebucht werden. Beim Tag der offenen Tür der Tierarztpraxis Federl im Juni wird ein Erste-Hilfe-Kurs für Kleintiere stattfinden

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.