06.12.2019 - 17:39 Uhr
PirkOberpfalz

Krippe statt Kegelbahn in Pirk

Die Plätze in der Kinderkrippe St. Martin reichen nicht mehr aus. Diese Aussage von Bürgermeister Michael Bauer in der Gemeinderatssitzung erzeugt sofort immensen Redebedarf im Gremium und am Ende ein knappes Abstimmungsergebnis.

Die Kegelbahn soll nach Vorstellungen von Bürgermeister Michael Bauer abgerissen werden, um Platz für die neue Kinderkrippe zu schaffen. Das Kegelstüberl (links mit Fenstern) soll erhalten bleiben.
von Walter BeyerleinProfil

Am Ende der Diskussion anerkennt der Gemeinderat einstimmig den weiteren Bedarf von 24 Krippenplätzen in zwei Gruppen. Für die Errichtung der Krippe auf dem Grundstück der Katholischen Kirchenstiftung mit Übernahme der Abrisskosten für die Kegelbahn stimmen hingegen sieben Mitglieder, fünf sind dagegen.

Bürgermeister Bauer schilderte die derzeitige Situation: Neun Krippenplätze sind genehmigt, sechs weitere Plätze gibt es im Untergeschoss, dazu gibt es zwei "Notplätze". Die insgesamt 15 Plätze reichen laut Bauer nicht aus. Umbaumaßnahmen für die Schaffung von vier bis fünf weiteren Plätzen hätten rund 80 000 Euro gekostet.

Schon bei einer Besprechung im Mai habe die Regierung der Oberpfalz darauf hingewiesen, dass die Plätze im Unterschoss nur bis Herbst 2021 genutzt werden dürften. Jährlich verzeichnet die Gemeinde 17 oder 18 Neugeborene, unabhängig von der Ausweisung von neuen Baugebieten. Auch das Elternverhalten habe sich geändert: Jetzt geben 80 bis 90 Prozent der Eltern ihren Sprössling in die Krippe. Damit werde zwangsläufig mehr Platz gebraucht.

Zur Erweiterung der Krippe wurden verschiedene Varianten überlegt. Für einen Anbau in Richtung Westen signalisierte die Diözese keine Zustimmung. In einem Gespräch mit der Diözese kam zudem laut Bauer klar zum Ausdruck, dass kirchlicherseits für die notwendige Erweiterung keine Trägerschaft übernommen wird, so dass alle Baumaßnahmen über die Gemeinde abgewickelt werden müssten.

Entstehen könnte die Krippe auf dem Grund der Kegelbahn, weil diese ab Sommer im neuen Sportfunktionsgebäude in Betrieb gehen soll. Die Baumaßnahme könne im Wege des Erbbaurechts umgesetzt werden. Bauer hat bereits bei der Regierung der Oberpfalz die möglichen Fördermöglichkeiten erkundet. Dafür ist ein "Kostenrichtwert" maßgeblich, der 4682 Euro pro Quadratmeter beträgt.

Der Zuschuss könnte rund 425 000 Euro betragen, bei vermutlichen Kosten von 1,3 bis 1,4 Millionen Euro. Dazu kämen für die Gemeinde noch die Abrisskosten für die alte Kegelbahn (mit Ausnahme des Kegelstüberls) in Höhe von 15 000 Euro. Aber das Areal sei aufgrund der Nähe zum Spielplatz optimal. Geschäftsleiter Dieter Schobert berichtete, dass Kindergarten- und Kinderkrippenkinder getrennt sein müssten, und sei es nur durch eine Hecke.

Gemeinderat Tobias Forster kritisierte, dass innerhalb von wenigen Jahren erneut gebaut werden muss. Er fragte auch nach, wie sich der Sachverhalt bei sinkenden Geburtenzahlen darstellt. Dazu erklärt Bürgermeister Bauer, dass freie Kinderkrippenplätze jederzeit und problemlos mit auswärtigen Kindern belegt werden können.

Gemeinderat Martin List war dafür, dass die Gemeinde das gesamte Areal am Kindergarten und am Kinderhaus erwirbt. Nach weiteren Debatten und der ergebnislosen Aufforderung des Bürgermeisters an den Gemeinderat, andere Lösungsvorschläge zu machen, folgte die Abstimmung.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.