29.04.2020 - 11:08 Uhr
PirkOberpfalz

Michael Bauer: Pirk weiter "in guten Händen"

Die letzte Gemeinderatssitzung der Wahlperiode stand am Schluss im Zeichen des Abschiednehmens vom noch amtierenden Bürgermeister. Er hatte nach drei Wahlperioden nicht mehr kandidiert.

Der bisherige Bürgermeister Michael Bauer überreicht seinem Nachfolger Dietmar Schaller die Amtskette.
von Redaktion ONETZProfil

Michael Bauer verabschiedete sich mit Schlussworten aus seinem politischen Amt, das sein Leben wesentlich geprägt habe, aber zunächst außerhalb seiner Vorstellungskraft lag, es jemals anzustreben oder bekleiden zu können. Abstammend aus einem kleinen Ort bei Oberviechtach besuchte er in Weiden die Handelsschule, kam 1981 erstmals nach Pirk, baute dort 1984 ein Eigenheim und lernte den Ort und die Gemeinde lieben und schätzen. Sein erstes öffentliches Engagement erfolgte in der katholischen Kirche, erst als Kommunionhelfer, später im Pfarrgemeinderat und in der Kirchenverwaltung. 1996 wurde Bauer als parteiloser Kandidat auf der Liste der SPD in den Gemeinderat gewählt. Fünf Jahre später war er einer der Initiatoren bei der Gründung einer neuen Wählergruppe, der Freien Wähler, und wurde – für ihn überraschend – zum Bürgermeister gewählt. Es war wichtig, dieses Amt mit seiner geliebten beruflichen Tätigkeit als Rechtspfleger beim Amtsgericht Weiden verbinden zu können. Die Ausbildung und die Erfahrungen aus seinem Beruf hätten ihm bei der Ausübung des Bürgermeisteramts sehr geholfen.

Nun könne er eine Bilanz dieser 18-jährigen Tätigkeit ziehen, wolle aber nicht durchgeführte Maßnahmen oder Projekte aufzählen. Vielmehr sei er stolz, einen wesentlichen Beitrag zu Veränderungen im Klima der Gemeinde und im Zusammenleben geleistet zu haben. Bis 2002 habe es in Pirk die Dominanz einer Partei, einer Person oder ihr nahe stehenden Personen gegeben. Heute sei die Gesellschaft im Ort und in der Gemeinde breiter aufgestellt. Wichtige Funktionen würden seither auch von Angehörigen anderer Parteien oder Parteilosen ausgefüllt. Seit 2003 gebe es ein funktionierendes Vereinskartell und dessen Pirkerfest, ein Höhepunkt in der Gemeinde, trage wesentlich zum Zusammenhalt und Zusammenleben der Vereine und Gemeinschaften bei. Gegenüber der Zeit vor 2002 habe sich noch etwas Wichtiges geändert. Gab es bis dahin immer wieder Ärger und Kritik an der Berichterstattung über die Gemeinderatssitzungen, verfasst vom amtierenden Bürgermeister bzw. einem dem Gemeinderat angehörenden Parteivorsitzenden, so sei diese seither ausgewogen, neutral und sachlich. Daher gelte den Berichterstattern sein herzlicher Dank.

Anschließend nannte Bauer drei für ihn unvergessliche Aspekte: die hervorragende und nicht zu überbietende Arbeit der Verwaltung, die ihm seine Arbeit wahrlich erleichterte, und wofür er dem Geschäftsstellenleiter Dieter Schobert und allen Beschäftigten bei der Verwaltungsgemeinschaft Schirmitz aufrichtig danke; die tolle Zusammenarbeit und Kollegialität innerhalb der Freien Wähler, sowohl mit den fünf aktuellen Gemeinderäten, als auch mit den vier bereits ausgeschiedenen, wobei der Grundsatz, keinen Fraktionszwang auszuüben, immer in Ehren gehalten wurde sowie die unangenehme Erfahrung durch die Art und Weise, wie er bis 2012 von der CSU und der SPD bekämpft worden sei, wobei oft eine Grenze überschritten wurde und es ans Persönliche ging. Doch seit 2014 könnte er von einer richtig angenehmen und harmonischen Periode sprechen, hätte es das Stichwort „Schlosspaint“ nicht gegeben.

Bauers abschließender Dank galt allen Gemeindebediensteten und besonders auch drei Einzelpersonen, die ihn bei Projekten und Aufgaben sehr unterstützten: Hans Kick aus Pischeldorf, besser bekannt als „Baurmichl“, der als örtlich Beauftragter des Flurbereinigungsverfahrens ohne Aufhebens viel für die Gemeinde erreichte hat. Martin Klier aus Engleshof, der beim Bau des dortigen Feuerwehrhauses Immenses geleistet hat, seine Kameraden motivierte und so der Gemeinde viel Geld einsparte und Kirchenpfleger Hans-Jürgen Bauer aus Pirk, der durch sein Engagement beim Neu- und Anbau des Kindergartens, bei der Planung der neuen Kinderkrippe und im laufenden Betrieb der Kindertagesstätte unwahrscheinlich viel geleistet habe.

Bauers größter und wichtigster Dank galt der Bevölkerung, die ihm bei drei Bürgermeisterwahlen das Vertrauen aussprach. Insbesondere habe ihm die Nachwahl zum Gemeinderat 2009 gut getan und eindeutig gezeigt, was die Bürger zu den damals gegen ihn erhobenen Vorwürfen für eine Meinung hatten. Nicht zuletzt dankte Bauer seiner Frau Monika, die treu und fest an seiner Seite stand und ihn immer wieder aufgebaut habe. Seine Ausführungen beschloss Bauer mit zwei Bitten an den Gemeinderat: seinen Nachfolger Dietmar Schaller offen, ehrlich und aufgeschlossen zu behandeln und ihm eine gewisse Einarbeitungszeit zuzugestehen, sowie ausschließlich die Interessen der Gemeinde und der gesamten Bürger im Auge zu haben. Wegen des Distanzgebotes konnte Bauer dem neuen Bürgermeister nicht die Amtskette als Symbol der Amtsübergabe umhängen. Deshalb übergab er sie ihn mit den Worten: „Ich weiß unsere Gemeinde bei dir in guten Händen.“

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