02.07.2021 - 11:01 Uhr
PirkOberpfalz

Probleme mit der Hütte an der Stockschützenbahn der SpVgg Pirk

Ein Bauantrag der Spielvereinigung Pirk kommt beim Landratsamt nicht gut an. SpVgg-Vorsitzender Josef Schiesl will aber nach der Ablehnung im Gemeinderat einen neuen Versuch starten.

Bei der neuen Bahn der Stockschützen soll in westlicher Richtung eine Hütte gebaut werden. Über deren Nutzung wurde diskutiert.
von fsbProfil

Zur Sitzung des Gemeinderates am Dienstag hatte die SpVgg Pirk den Antrag eingereicht, im Sportpark an der neuen Stockschützenbahn eine Hütte zur Lagerung von Geräten und als Unterstellmöglichkeit zu errichten. Da die Entfernung zu den sanitären Anlagen des Sportheims etwa 250 Meter beträgt, seien diese sowie Waschbecken auch hier notwendig. Die Kosten werden netto auf 41 800 Euro veranschlagt, wobei 40 Prozent Eigenleistung übernommen werden könnten.

Der stellvertretende Bauamtsleiter Sandro Spickenreuther führte hierzu einen regen Schriftverkehr mit dem Landratsamt. Dabei ergaben sich drei Problemschwerpunkte. Baurechtlich wäre eine Änderung des kompletten Bebauungsplanes erforderlich, was enorme Kosten mit sich brächte. Abwasser müsste in das öffentliche Kanalnetz eingeleitet werden, Niederschlagswasser breitflächig versickern, punktuell durch einen Schacht, für den Probebohrungen erforderlich sind, entsorgt werden oder ins bestehende Regenüberlaufbecken eingeleitet werden. Bei den vorgesehenen Waschbecken ist zum Händewaschen Trinkwasser notwendig. Vom Sportheim führt zur Festwiese keine Ring-, sondern eine Stichleitung. Da keine dauerhafte Nutzung des Wassers vorliegt, können gesundheitliche Probleme auftreten. So müsste eine andere kostspielige Lösung mit Anschluss an das bestehende Trinkwassersystem erfolgen. Dem Bauantrag könne aus diesen Gründen nicht entsprochen werden. Ratsmitglied und Vorsitzender der SpVgg Josef Schiesl erklärte, einen neuen Antrag für eine notwendige Hütte, die nur als Geräteschuppen und Aufenthaltsraum genutzt wird, zu stellen. Anzusehen als untergeordneter Baukörper wären wohl baurechtlich keine Hindernisse vorhanden.

Bauanträge genehmigt

Keine Einwände hatte der Gemeinderat zur Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes "Solarpark Forsthof" des Marktes Luhe-Wildenau sowie zur entsprechenden Änderung des Flächennutzungsplanes. Einstimmig genehmigt wurden eine Reihe von Bauanträgen, so der Anbau an ein bestehendes Zweifamilienhaus mit Garagengebäude von Florian und Stefanie Stahl, Pirk. Bei der Errichtung einer Pergola auf der Hausterrasse von Markus und Christine Schobert; Pirk, darf die festgelegte Tiefe um einen Meter erweitert werden. Dem Antrag von Anja und Sandro Östreicher, Weiden, auf Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage und Einliegerwohnung wurde mit zwei Abweichungen vom Bebauungsplan das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Statt eines vorgeschriebenen Sattel- oder Pultdaches darf ein Flachdach errichtet werden, und genehmigt wurde auch eine Überschreitung der überbaubaren Fläche bei der Garage von 6,99 Meter statt 6,50 Meter. Ohne Gegenstimme befürwortet wurde der Bauantrag Stephanie Zandt, Pirk, mit der Abweichung vom Bebauungsplan "Am Kapellenweg II" hinsichtlich der Errichtung eines Doppelstabmattenzaunes entlang der Magdeburger Straße mit ansteigender Höhe von 0,90 Meter bis 1,50 Meter.

Bauantrag nachträglich befürwortet

Unterschiedlicher Meinung war das Gremium bei der Stellungnahme der Gemeinde für eine Wohnhauserweiterung zur Unterbringung einer Pflegekraft. Dem entsprechenden Plan war vor Jahren das gemeindliche Einvernehmen erteilt worden. Auch das Landratsamt sprach die Genehmigung aus, forderte aber später vom Bauherrn einen Tekturplan, weil das Gebäude nicht gemäß dem Bauplan errichtet wurde. Dieser Tektur wurde sowohl das gemeindliche Einvernehmen verweigert als auch die Genehmigung durch das Landratsamt. Gegen den Ablehnungsbescheid erhob der Bauherr Klage. Daher kam es kürzlich zu einem Ortstermin der Beteiligten.

In einem Schreiben sprach der Rechtsanwalt der Gemeinde von äußerst geringen Erfolgschancen bei einer Fortsetzung des Verfahrens und riet dazu, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Dieter Schwab (CSU) monierte, das umfangreiche Schriftstück nicht schon früher im Ratsinformationssystem erhalten zu haben. Martin List (SPD) erklärte, es sei Sache des Landratsamtes, wenn es anders entscheide. Fraktionssprecher Thomas Fritsch (FW) brachte wegen der Unterkunft für eine Pflegerin die soziale Komponente ins Spiel und war dafür, den Bauantrag nachträglich positiv zu behandeln. Schließlich wurde dieser mit den Stimmen der vier anwesenden Gemeinderäte der Freien Wähler, des Bürgermeisters und von Josef Schiesl (CSU) mit 6:5 befürwortet.

Gegenangriff des Bürgermeisters

Unter Sonstiges ging Bürgermeister Schaller auch auf die Behauptung des Fraktionssprechers der CSU, Dieter Schwab, in der Sitzung vom 20. April 2021 ein, wonach beim Bau der Flutlichtanlage im Sportpark Fördermittel in Höhe einer fünfstelligen Summe verpasst wurden. Kämmerer Sven Lederer klärte auf, dass es dazu zwar zwei Förderprogramme gäbe. Das Bundesprogramm fördere jedoch keinen Neubau von Flutlichtanlagen und jenes des Bayerischen Fußballverbands greife nur, wenn der Verein statt die Gemeinde Eigentümer ist. Bürgermeister Schaller beurteilte den Vorgang mit den an Schwab gerichteten Worten "Wer die Verwaltung angreift, greift auch mich an".

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