28.07.2021 - 12:01 Uhr
PirkOberpfalz

Schock im Gemeinderat: Neubau der Pirker Kinderkrippe wird erheblich teurer

Bei den ursprünglich geschätzten 1,4 Millionen Euro für die neue Pirker Kinderkrippe wird es nicht annähernd bleiben. Der Gemeinderat vergibt allein Baumeisterarbeiten für knapp 422.000 Euro, das sind über 100.000 Euro mehr als vorgesehen.

Zwischen Kirche und Kindergarten, da wo früher die Kegelbahn stand, will die Gemeinde eine zweigruppige Kinderkrippe bauen. Diese wird nun bedeutend teurer als vorgesehen.
von Gabi EichlProfil

Die Gemeinderäte sind entsetzt angesichts der neuen Zahlen, die ihnen Michael Flierl von den Amberger H + F Architekten vorlegt. Schließlich hatte dieser die ursprünglich auf nicht ganz 310.000 Euro kalkulierten Baumeisterarbeiten wegen der steigenden Preise auf dem Bau vor einiger Zeit schon auf 360.000 Euro hoch gerechnet. Und nun bei der Eröffnung der Angebote der Schock: Der billigste Anbieter verlangt nicht ganz 422.000 Euro.

Verschieben keine Option

Klaus Ermer (CSU) fragt den Architekten, ob absehbar sei, wie lange diese Phase der ständigen Verteuerungen anhalte. Flierl sagt, die Situation beruhige sich im Moment etwas, aber auf welchem Niveau sich die Preise einmal einpendelten, vermöge derzeit niemand zu sagen. Verschiedene Gemeinderäte denken laut über ein Verschieben des Neubaus nach, andere halten dagegen, im Frühjahr werde man voraussichtlich auch kein günstigeres Angebot bekommen, schlimmstenfalls ein noch teureres.

Mitte August ist Baubeginn

Ein Verschieben der Maßnahme ist den Worten Flierls zufolge aber auch aus einem anderen Grund keine gute Idee: Die erwarteten Fördergelder in Höhe von etwa 850.000 Euro (die Summe ist schon an die höheren Baupreise angepasst) flössen nur dann, wenn der Neubau bis Juni kommenden Jahres fertiggestellt sei. An der Stelle sagt Tobias Forster (CSU): „Da hab´ ich ganz großes Bauchweh, ob das bis 30.6. nächsten Jahres fertig wird.“ Die Baumeisterarbeiten seien das eine, was, wenn es an anderer Stelle zu Verzögerungen komme; die Auftragsbücher der Handwerker seien alle voll, dazu komme der allgemeine Materialmangel. Flierl sucht zu beruhigen: Die Firma für die Baumeisterarbeiten stehe Gewehr bei Fuß, sie sei als sehr zuverlässig bekannt, der Bau könne Mitte August beginnen.

Fünf Monate für Genehmigung?

In der Diskussion taucht die Frage auf, warum die Submission erst Anfang Juli stattgefunden habe, immerhin sei der Bauantrag schon im vergangenen November eingereicht worden. Bürgermeister Dietmar Schaller sagt dazu, die Unterlagen habe man erst Anfang April vom Landratsamt zurückerhalten; er selbst wie auch der Architekt hätten mehrfach beim Landratsamt nachgefragt. Nach Eingang der Baugenehmigung habe man diese sofort an die Bezirksregierung weitergereicht. Der FW-Sprecher Thomas Fritsch sieht, wie er sagt, keine Schuld bei der Gemeindeverwaltung oder dem Architekten; dass das Landratsamt so lange für die Baugenehmigung gebraucht habe, „das ist die eigentliche Sauerei“.

Landratsamt: Unterlagen fehlten

Zu der vermeintlichen „Sauerei“ sagt die Sprecherin des Landratsamtes, Claudia Prößl, auf Nachfrage der Oberpfalz-Medien: „Der Bauantrag der Gemeinde Pirk für den Neubau einer zweigruppigen Kindertagesstätte ging am 23.11.2020 bei uns ein. Mit Schreiben vom 14.12.2020 wurden fehlende Unterlagen nachgefordert. Diese gingen erst Anfang März 2021 beim Landratsamt ein. Die Genehmigung wurde mit Bescheid vom 6.4.2021 erteilt. Man kann also sagen, dass das Landratsamt von den 4,5 Monaten des Verfahrens fast 3,5 Monate auf die Nachreichung fehlender Unterlagen gewartet hat.“

Gerüstbauarbeiten auch teurer

Vergeben werden an dem Abend auch die Gerüstbauarbeiten, die ebenfalls deutlich teurer werden als geplant. Aus den anfangs geschätzten 8000 Euro wurden im Vorfeld schon knappe 12.000 Euro, jetzt lautet das günstigste Angebot auf nicht ganz 13.000 Euro.

Flachdach: Kein Angebot

Die Zimmererarbeiten und die Flachdach- und Spenglerarbeiten können nicht wie vorgesehen vergeben werden, da die Ausschreibung ohne Angebot geblieben ist. Die Verwaltung wird nun versuchen, über eine beschränkte Ausschreibung Angebote zu bekommen. Der CSU-Sprecher Dieter Schwab sagt, das sei ohnehin die bessere Lösung, denn dadurch könne man gezielt Firmen ansprechen, die man kenne.

Großer Bahnhof für ein besonderes Paar

Pirk

"Da hab´ ich ganz großes Bauchweh, ob das bis 30.6. nächsten Jahres fertig wird."

Gemeinderat Tobias Forster

 

 

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