21.05.2021 - 13:57 Uhr
PirkOberpfalz

Süd-Ost-Link: Pirker Gemeinderat gegen Vorhaben 5a

Der Süd-Ost-Link bescherte den Gemeinderäten in Pirk einen zusätzlichen Tagesordnungspunkt. Vorhaben 5a im Planfeststellungsverfahren sorgt für einige Diskussionen und sogar Spitzen Richtung Irchenrieth.

In 400 Metern Entfernung vom Ortsteil Engleshof wird am Waldrand der Süd-Ost-Link vorbeiführen.
von fsbProfil

Die Sitzung des Gemeinderates am Dienstag war um einen weiteren Tagesordnungspunkt erweitert worden. Dabei ging es um eine Stellungnahme der Gemeinde zum neuen Planfeststellungsverfahren der Gleichstromtrasse des Süd-Ost-links. Josef Hammer, Bauamtsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Schirmitz und Bürgermeister von Irchenrieth, gab dazu detaillierte Informationen. Nachdem im Vorhaben 5 zwei Höchstspannungs-Erdkabel mit einer Leistung von zwei Gigawatt und zwei Leerrohre verlegt werden sollen, gehe es nun im Vorhaben 5a darum, dass die beiden Leerrohre ebenfalls bis 2030 mit Kabeln von zwei Gigawatt befüllt werden.

In der Sitzung vom 30.1.2019 habe sich der Gemeinderat in seiner Stellungnahme einstimmig mit den Planungen einverstanden erklärt. Die derzeitige Trasse führe, Pirk betreffend, durch den Staatswald und 400 Meter am Ortsteil Engleshof vorbei. Durch die beiden weiteren Erdkabel sei eine Temperatursteigerung in den landwirtschaftlich genutzten Böden des bis 45 Meter breiten Arbeitsstreifens und damit verbunden eine in heißen Sommern erhöhte Austrocknung nicht zu vermeiden. Davon seien Grundstückseigentümer der Gemeinde betroffen.

Das allein sei jedoch keine Grund, gegen die 2012 vom Bundestag beschlossene Stromleitung und deren Trasse vorzugehen. Anders sei es, hätte man für diese Flächen einen Bebauungsplan vorliegen oder geplant, weil dann die Gemeinde in ihrer Entwicklung gestört wäre. Der 1000 Meter breite Korridor sei eine Grobplanung, vergleichbar einem Flächennutzungsplan, und erst, wenn er festgelegt ist, könne man dagegen klagen, falls man dafür gute Gründe habe. Die bedeutende "Jahrhunderttrasse" habe auf Jahrzehnte Bestand und könne auch verbreitert werden.

Josef Kummer (FW) monierte, dass die Leistung der Kabel nun mehrfach höher als geplant sei. Tobias Forster ergänzte, bei neuer Technik könne eine weitere Leistungssteigerung erfolgen. Thomas Fritsch (FW) kritisierte mangelhafte Kommunikation zwischen den Gemeinden der VG. Eine Verschiebung der Trasse in Irchenrieth Richtung Pirk sei nicht die "feine englische Art". Hammer entgegnete, die Position des Feuerwehrhauses sei schon festgestanden, als der Leitungsverlauf noch nicht festgelegt war. Letztendlich war sich das Gremium einig, vom Bürgermeister dieselbe Stellungnahme wie vor zwei Jahren unterschreiben zu lassen: Die Leitung wird abgelehnt, auch mit der Begründung Bodenerwärmung, und sollte an der A 93 verlegt werden, was aber durch den neuen Korridor erledigt ist.

Mit einem Gutachten verschärfen Regensburg und Wunsiedel den Widerstand gegen den Süd-Ost-Link

Regensburg

Radweg

In der Sitzung am 20. April war beschlossen worden, mit dem Lückenschluss des Naabtal-Radweges sowie dem Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße von Enzenrieth nach Irchenrieth zwei zusätzliche Maßnahmen 2022/23 durchzuführen. Dadurch wurde die Genehmigung des Finanzplanes 2020 mit 2024 verschoben. Beide Projekte wurden vom Geschäftsstellenleiter Dieter Schobert erläutert. Durch das seit Anfang des Jahres bestehende Programm des Bundes "Stadt und Land" kann für den Radweg mit Brückenbau über die Naab eine möglicherweise 80-prozentige Förderung bestehen. Grundlage sind die 2019 vom Ingenieurbüro Kohl ermittelten Kosten. Der Eigenanteil der Gemeinde beträgt 355.000 Euro. Sollte die Förderfähigkeit negativ ausfallen, würde sich der Eigenanteil der Gemeinde auf 100 Prozent erhöhen.

Straßenbau

Bei der Oberbauverstärkung der Gemeindeverbindungsstraße wurde ein aus dem Jahr 2018 abgegebenes Angebot eines Bauunternehmers den Anforderungen angepasst und durch Preissteigerungen hochgerechnet. Bei einem angenommenen Fördersatz von 50 Prozent beträgt der Eigenanteil der Gemeinde 275.000 Euro. Durch diese Ergänzungen steigt die zu erwartende Schuldenaufnahme 2022 und 2023 von 1.799.986 Euro auf nun 2.689.986 Euro. Der Gemeinderat stimmte jetzt mit 11:0 dem Finanzplan 2020 mit 2024 und den zugehörigen Investitionsprogramm in der vorgelegten Form zu.

 

 

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