11.01.2019 - 09:53 Uhr
PirkOberpfalz

Weltweite Verantwortung

Hueck ist in Pirk Geschichte. Doch mit der Constantia geht es weiter bergauf. Die führt die Ortsbezeichnung künftig sogar im Firmennamen.

Aus Constantia Hueck Folien ist Constantia Pirk geworden. Der Vorsitzende der Geschäftsführung Axel Glade ist seit kurzem für insgesamt sechs Werke der Constantia Flexibles zuständig.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

Bei vielen Mitarbeitern oder Pirkern wird das Werk in Pirkmühle noch lange als Hueck bekannt sein. Schließlich gehen die Anfänge bis 1920 zurück. Damals gründete Oskar Eduard Hueck das Aluminiumfolienwalzwerk Hueck & Cie. Nach dem Kauf durch die die Österreichische Constantia-Gruppe 2007 hieß es Constantia Hueck Folien. Mittlerweile sind die Namensrechte ausgelaufen, so dass offiziell Ende November die Umbenennung zu Constantia Pirk erfolgte. Den Namen des Firmengründers trägt jetzt nur noch die von seinen Nachfahren geführte Firma Hueck Folien in Pirks österreichischer Partnergemeinde Baumgartenberg.

Am Hauptsitz der Constantia in Wien spricht man von Weiden, wenn man den Oberpfälzer Ableger meint. Die Belegschaft hätte auch gern Pirkmühle in den Namen geschrieben. "Aber das ist international unverträglich. Das kann in anderen Ländern niemand aussprechen", begründet der Vorsitzende der Geschäftsführung Axel Glade die Entscheidung. "Wir haben T-Shirts an die Beschäftigten verteilt, damit sie sich die neue Bezeichnung noch besser einprägen." Constantia ist als Konzernname im Markt eingeführt. Wirtschaftlich sei man auf Kurs. "Wir haben 2018 in Pirk Umsatz und Ergebnisziele erreicht." Genaue Zahlen wollte Glade nicht nennen.

Axel Glade und Oliver Pohle (von rechts) verantworten von Pirk aus die Geschicke von Constantia-Standorten in Wiesbaden, Mexico, der Türkei und zwei Werken in den USA:

Von Pirk aus werden künftig weltweit fünf weitere Werke der Constantia Flexibles als sogenannter Cluster geführt. Dazu zählen in den USA Colmar nördlich von Philadelphia sowie Blythewood in South Carolina, San Luis Potosí in Mexico, eines in Ankara in der Türkei und Wiesbaden. An der Spitze stehen Glade und als Finanzchef Oliver Pohle. Schwerpunktmäßig werden an den von ihnen verantworteten Standorten kunststoffbasierte Verpackungen - auch Alu spielt weiterhin eine Rolle - produziert. Das Kompetenzzentrum dieser intern Film genannten Technologie ist in Pirk angesiedelt. Auch die Hauptentwicklungsarbeit passiert in der Oberpfalz.

Flexible Verpackungen seien nicht zu vergleichen mit Produkten wie Plastikbesteck, sagt Glade zur aktuellen Diskussion um Plastikabfälle und Mikroplastik. "Wir nehmen diese Botschaften wahr und arbeiten daran, diese Verpackungen zu verbessern, ihre Recyclingfähigkeit zu optimieren und dabei eine Vorreiterrolle zu übernehmen." Die in Pirk produzierten Verpackungen dienten auch dazu, Lebensmittelabfälle zu minimieren. So habe man für zukunftsweisende Verpackungslösungen eine Metallisierungsanlage in Betrieb genommen. Als Alternative zu Alu könne man damit dünnste Schichten von Aluminiumoxid auf Kunststofffolien aufbringen.

Vor Ort ist die neue Logistikanlage mit über 10 000 Stellplätzen für Rohstoffe und Fertigware sowie ein Zylinderlager auf dem Areal des ehemaligen Sportplatzes fertig. "Wir versuchen möglichst viel in Werksnähe unterzubringen und externe Lager teilweise Zug um Zug aufzulösen."

Weiterentwickelt habe man sich auch im Bereich Automatisierung. Beim Rollenschneiden sind zwei Roboter im Einsatz. Zwei Extruder produzieren demnächst Kunststoffschläuche und -bahnen im vollen Betrieb. "Das ist ein Bereich, den wir weiterentwickeln wollen", kündigt Glade an. Auch im Bereich Druck wolle man den Standort kontinuierlich ausbauen.

Viel getan habe sich im Bereich Arbeitssicherheit. "Wir haben das Bestreben, dass unsere Mitarbeiter genauso gesund und munter nach Hause gehen, wie sie morgens angekommen sind." Pirkmühle hat derzeit rund 860 Mitarbeiter, davon etwa 75 Azubis. Darunter sind auch in Zusammenarbeit mit der OTH Amberg drei duale Maschinenbau-Studenten, eine Zahl, die Glade gerne erhöhen würde.

Die Brücke über die Waldnaab ist gesperrt, damit sich Radler-, Lkw- und Staplerverkehr auf dem Werksgelände nicht gefährlich in die Quere kommen.
Straße und Brücke gesperrt:

Aus Sicherheitsüberlegungen heraus ist die Richard-Hülsmann-Allee für den normalen Verkehr gesperrt. "Wir wollen den Lkw- und Staplerverkehr vom normalen Verkehr trennen", begründet Axel Glade die Maßnahme. Betroffen davon ist auch die Radwegverbindung über die Naab. Das hatten Constantia und Gemeinde schon bei den Planungen für die Erweiterung bekanntgegeben. Einige Pirker haben die beleuchteten Schranken an der Werkszufahrt zwischenzeitlich scherzhaft als Laserschwerter bezeichnet. (ui)

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