Klimawandel: Abschied von der Fichte

Die Fichten bekommen Konkurrenz: Douglasien sollen sie im Wald ersetzen – denn der Nadelbaum aus Nordamerika hat in Zeiten des Klimawandels eine größere Klimatoleranz.

15 fleißige Forstwirte aus den Forstbetrieben Flossenbürg und Schnaittenbach unterstützen nachbarschaftlich den Burglengenfelder Waldumbau. Rechts Forstbetriebsleiter Thomas Verron, links hinten Servicestellenleiter Harald Hölzl.
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Forstbetriebsleiter Thomas Verron erklärt in einer Pressinfo, der Waldboden sei jetzt gut durchfeuchtet. "Deshalb nutzen die Bayerischen Staatsforsten derzeit alle Möglichkeiten der Neuanpflanzung. Es bleibt nur ein kurzes Zeitfenster von rund sechs Wochen bis zum Blattaustrieb." 35 Waldfacharbeiter der Bayerischen Staatsforsten bringen derzeit den Baumnachwuchs aus Tannen, Douglasien, Eichen und Buchen in den Boden. Es gelte, die noch feuchte Zeit schnellstens zu nutzen. "Deswegen sind momentan alle Mann an Deck und pflanzen in einer Mammutaktion", lobt Forstbetriebsleiter Thomas Verron den Einsatz seiner Leute bei Pittersberg in einer Eichenpflanzung im Lambertsberg.

Je nach Pflanzengröße setzt jeder Forstprofi etwa 30 bis 60 Pflanzen pro Stunde. In dieser Frühjahrssaison müssen rund 200 000 Bäume in den Waldboden kommen. Douglasien könnten in gewissem Umfang aufgrund ihrer größeren Klimatoleranz die Fichte ersetzen. "Alle anderen Nadelhölzer stellen sich aus Naturverjüngung ein", erklärt Verron. Der Klimawandel werde schon spürbar "an den bereits erlebten länger anhaltenden warmen Trockenphasen". Der ehemalige Brotbaum des Waldbesitzes, die Fichte, verabschiede sich zunehmend. Dürstend und damit schwächelnd werde er zudem vom Borkenkäfer angepackt.

Die einzige Chance, Verluste auszugleichen, "wird in der Vorausschau auf die klimatischen Veränderungen gesehen", betont Verron. Hierfür entwickelten Wissenschaftler Baumarten-Eignungsprofile. Dabei stellen sich Buche, Eiche, Tanne und Douglasie als die für unseren Raum passendsten Arten heraus. Trockenheitsliebende Edellaubhölzer wie Elsbeere oder Spitzahorn stünden da nicht weit nach. Auch auf die trockenheitstolerante Kiefer soll nicht verzichtet werden.

Mit der Pflanzung allein ist es aber oft nicht getan. Bei der verbissempfindlichen Eiche ist ein Zaunschutz notwendig. Die Douglasie wird zur Gehörnbildung im Frühjahr gern vom Rehbock "verfegt" und schwer geschädigt. Ein mehrjähriger Schutz ist unverzichtbar. Revierleiter Alexander Krause muss deshalb seine Kulturflächen im Auge behalten. "Mit Büschlpelzen allein ist's in Richtung Waldumbau Klimawandel nicht getan", so sein Fazit. "Da muss dann auch der Jagdpächter mitspielen."

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