„Es ist keine Bombe!“, meldet Thomas Grillmeier am Dienstag kurz vor 11.30 Uhr gegenüber den Oberpfalz-Medien. Stunden zuvor hatten der Leiter des Bauamts der Verwaltungsgemeinschaft Mitterteich und auch die Polizei auf Nachfrage bestätigt, dass eine Suche nach einem möglichen Weltkriegs-Blindgänger läuft. „Der Kampfmittelräumdienst war schon vorinformiert“, berichtet Grillmeier nach dem Einsatz an einem Feldweg und auf einer Ackerfläche bei Pleußen. Eine Bergungs- und Entschärfungsaktion musste aber glücklicherweise nicht anlaufen. Gefunden wurden nur einige Splitter, die wohl von einer detonierten Bombe stammen.
Ins Rollen gebracht hatte die ganze Aktion der Hinweis einer Augenzeugin, wie Grillmeier informiert. Sie habe gegen Ende des Zweiten Weltkriegs den Abwurf von Fliegerbomben zwischen Pleußen und Kondrau beobachtet – und über Verwandte sei dieses Wissen erst kürzlich an die Stadt herangetragen worden.
Luftbild ausgewertet
Die Verantwortlichen bei der Stadt Mitterteich nahmen den Hinweis jedenfalls ernst. Kontaktiert wurde ein Fachbüro in Würzburg, das Luftaufnahmen auswertet und über eine große Datenbank verfügt. Tatsächlich, so Grillmeier, zeigt ein Foto aus dem Jahr 1945 im Bereich zwischen der heutigen Ortsverbindungsstraße Pleußen-Kondrau und der heutigen Bundesstraße 299 einen Bombenkrater sowie ein Objekt in direkter Nähe - offenbar eine nicht detonierte Bombe. "Es ist auch dokumentiert, dass dort zwei Bomben abgeworfen wurden", nennt Grillmeier eine weitere Quelle. Das Fachbüro sah weiteren Erkundungsbedarf und empfahl eine Untersuchung vor Ort.
Daraufhin beauftragte die Stadt eine Spezialfirma zur Kampfmittelbergung aus Au (Hallertau) mit der Untersuchung des Areals. "Dabei wurden Ausschläge festgestellt", berichtet Grillmeier vom Sucheinsatz mit einer Sonde Ende August. Es folgte die Empfehlung zu einer EDV-gestützten Flächensondierung mit sofortiger Auswertung.
Diese Maßnahme startete nun am Dienstag um 8 Uhr: Mitarbeiter der Spezialfirma aus Au rückten mit einem Minibagger an, um den Störfeldern auf den Grund zu gehen. Grabungen bei den Blindgänger-Verdachtspunkten auf einer Fläche von insgesamt 400 Quadratmetern brachten laut Grillmeier aber nur Bauschutt und einige Metallsplitter ans Tageslicht. Letztere dürften Teile der einst detonierten Bombe sein. Im Erdreich steckten auch größere Findlinge, was sich auf die Messungen ausgewirkt haben könnte: "Basalt strahlt stark", erklärt Grillmeier.
Verbleib ungeklärt
Zwar können die Fachleute aufgrund der Datenlage und der Untersuchungen ausschließen, dass sich in dem überprüften Gebiet ein Blindgänger befindet. Doch es bleibt offen, was mit der zweiten Bombe geschehen ist. "Darüber kann man nur spekulieren", so Grillmeier. Vielleicht sei sie im Laufe der Jahrzehnte im Zuge von Erdarbeiten unbemerkt ausgebaggert und abtransportiert worden.
Tragen muss die Kosten der ganzen Aktion die Stadt Mitterteich. "Aber die sind überschaubar", versichert Grillmeier und verweist auf einen Betrag im mittleren vierstelligen Bereich. Hätte man tatsächlich einen Blindgänger gefunden, wäre der Freistaat Bayern für Entschärfung und Beseitigung aufgekommen.













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