In ihren Traueransprachen hoben Pater Hans Ring, Zweite Bürgermeisterin Andrea Lang und Altbürgermeister Johann Walbrunn die beispiellose ehrenamtliche Tätigkeit des Verstorbenen hervor. Willi Hartungs Schwester Mali Käser-Hartung nannte Pleystein den unbestrittenen Lebensmittelpunkt ihres Bruders, das Schreiben für die Presse und die Vereine seine Berufung.
Ring sagte, dass Willi Hartung daran geglaubt habe, dass das irdische Leben seine Fortsetzung und Vollendung im ewigen Leben finde. Er habe dies in Gottesdiensten zum Ausdruck gebracht, die er als Mitglied des Kirchenchors gerne mitgestaltet habe. „Mit ihm verliert Pleystein ein Stück Urgestein, denn er war mit Leib und Seele ein Pleysteiner, er hat sich bis in den letzten Winkel seiner Stadt ausgekannt“, betonte der Geistliche. Der Stadtpfarrer erinnerte daran, dass Hartung das Hobby Schreiben zu seinem Beruf gemacht habe. Daraus sei ein „unschätzbares Archiv“ entstanden. "Das wandelnde Lexikon“ bleibe den Menschen dank seiner fröhlichen Art in Erinnerung.
Mali Käser-Hartung machte auf eine besondere Tragik aufmerksam. „Heute am Tag der Verabschiedung meines Bruders ist der Todestag unserer Mutter.“ Trotz schwerer Erkrankung habe Willi Zufriedenheit ausgestrahlt und sich mit den jeweiligen Gegebenheiten arrangiert. Besondere Freude habe ihm vor einiger Zeit die neu gewonnene Mobilität mit dem Elektroscooter bereitet. „Die Zeitung war für ihn ein Leben lang das wichtigste Kommunikationsmedium“, betonte Mali Käser-Hartung. Sie sprach auch die letzten beiden Lebensjahre des Bruders an, für den 2021 aufgrund von Corona auf der Intensivstation in Weiden begonnen habe. „Er kämpfte sich mit größter Anstrengung ins Leben zurück und freute sich über jeden kleinen Fortschritt während seiner Reha.“
Bei der Rückkehr nach Pleystein habe Willi Hartung dann zum ersten Mal seine umgebaute behindertengerechte Wohnung gesehen. Mali Käser-Hartung vergaß nicht, den Nachbarn und Freunden, auch Firmen, für die unbürokratische Hilfe zu danken, ohne die es diesen Umbau nicht gegeben hätte. „Jeder Tag, den er dort leben durfte, war auch ein Geschenk für mich“, sagte die Schwester. Sein Tod am 11. Juli während der Dialyse sei trotz vorausgehender nicht lebensbedrohlicher Eingriffe völlig überraschend gekommen.
Bürgermeisterin Andrea Lang nannte den Verstorbenen ein „Pleysteiner Original und Phänomen“, vorbildlich engagiert in der Vereinswelt, unglaublich hilfsbereit und fleißig. Die Stadt wrde ihn immer in guter Erinnerung behalten. Altbürgermeister Johann Walbrunn sprach für die Vereine. Vieles trage die Handschrift Willi Hartungs, der sich mit einer beispiellosen ehrenamtlichen Tätigkeit in kaum aufzählbaren Bereichen ins Vereinsleben eingebracht habe.
Sieben Fahnenabordnungen begleiteten den Trauerzug zum Friedhof. Dort wurde die Urne im Familiengrab beigesetzt. Der Männergesangverein 1895 verabschiedete seinen aktiven Sänger. Vorsitzender Karl Herrmann sprach nochmals Dankesworte an den Verstorbenen. Mit dem Trauerlied „Ich hatt´ einen Kameraden“, gespielt von der Stadtkapelle Pleystein, endete die Beisetzung.













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