25.03.2020 - 15:38 Uhr
PleysteinOberpfalz

Corona: Pleysteins Bürgermeister positiv

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"Warum sollst ausgerechnet du betroffen sein?", hat sich Rainer Rewitzer gedacht. Seit Montag hat er Gewissheit. Aber es geht ihm "den Umständen entsprechend, wie bei einer Grippe".

In seinem Amtszimmer wird man Rainer Rewitzer die nächste Zeit nicht sehen. Pleysteins Bürgermeister hat sich mit dem Coronavirus infiziert und ist in häuslicher Quarantäne. Das Foto entstand vor der aktuellen Situation.
von Thorsten Schreiber Kontakt Profil

Am Samstagnachmittag musste sich Rainer Rewitzer mit Fieber ins Bett legen. Sein erster Gedanke: "Es wird doch kein Corona sein?" Er hat dann sofort seinen Hausarzt angerufen und sich von seiner Familie abgesondert in seinem Haus in Quarantäne begeben. "Das war elementar wichtig", betont der Bürgermeister.

Nächster Schritt war, so schnell wie möglich getestet zu werden. Das geschah am Montagvormittag, am Abend hatte er dann das Ergebnis: positiv. Rewitzer war im ersten Moment natürlich vollkommen baff. "Man glaubt nicht dran. Warum sollst ausgerechnet du betroffen sein?", fragte er sich. Aber dann schaltete er "sofort in den Organisationsmodus" und hat seine Familie, den Krisenstab der Gemeinde und "andere politische Ebenen" informiert. Die Ursache der Ansteckung ist nicht bekannt, darüber kann das Stadtoberhaupt nur Vermutungen anstellen. Am Mittwoch ging es ihm "den Umständen entsprechend, wie bei einer Grippe".

Für den Pleysteiner Krisenstab, der sich um die kommunalen Pflichtaufgaben kümmert, "damit der Laden läuft", hat Rewitzers Erkrankung keine Auswirkungen. Die Mitglieder brauchen nicht getestet zu werden. Sie tauschen sich täglich per Telefonkonferenz aus, und auch bei den ein, zwei Treffen, die es vorher gegeben hat, waren alle Sicherheitsvorkehrungen und ausreichend Abstand getroffen, betont Rewitzer. Er selbst soll laut Arzt seine Tätigkeiten einschränken. "Ich bin ja krankgeschrieben." Für wichtige Dinge ist er aber erreichbar und will auch nach wie vor an den telefonischen Besprechungen des Krisenstabs teilnehmen.

In Sachen Ansteckungsgefahr verweist Rewitzer auf die Aussagen des Robert-Koch-Instituts, das von einem Infektionsrisiko "ab dem zweiten Tag vor Auftreten der ersten Symptome des Falles" spricht. Also: "Alles, was vor Donnerstag war, ist nicht relevant", ergänzt Rewitzer. Außerdem müsste er mit anderen Menschen in engem Kontakt gewesen sein oder beispielsweise ein mindestens 15-minütiges, intensives persönliches Gespräch geführt haben.

Seit dem Wochenende hat zweite Bürgermeisterin Andrea Lang die Vertretung übernommen. "Lassen wir ihn mal gesund werden, es geht ihm soweit gut. Wir halten täglich mittels Telefonkonferenz Sitzungen des Krisenstabs ab und arbeiten sehr eng und vertrauensvoll mit den zuständigen Experten zusammen. Wir geben alle unser Bestes. Wichtig ist, jetzt weiterhin vernünftig zu handeln und die Vorschriften und Ratschläge zu befolgen", betont sie. Und Rewitzer fügt hinzu: "Bleiben Sie zu Hause!"

Informationen des Robert-Koch-Instituts

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