25.10.2019 - 08:57 Uhr
PleysteinOberpfalz

Digitalministerin: Wer Fortschritt will, braucht Funkmasten

Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach kommt auf Einladung des "Oberpfälzer Zukunftskreises" zu Hallenbau Voit Stefan. Sie spricht über die Digitalisierung als Chance für den ländlichen Raum.

Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach war auf Einladung des "Oberpfälzer Zukunftskreises" - eine Initiative der Jungen Union Oberpfalz - zu Hallenbau Voit Stefan gekommen, sprach und diskutierte anschließend über "Digitalisierung - Chancen für den ländlichen Raum".
von Walter BeyerleinProfil

Der Oberpfälzer Zukunftskreis als Initiative der Jungen Union Bezirk Oberpfalz mit seiner neuen Vorsitzenden Stefanie Dippl lud zum Thema Digitalisierung in der Gesellschaft zum „Stahlfertiger“ Stefan Voit, Am Spatwerk, ein. Ministerin Gerlach hob die Notwendigkeit des Ausbaues des Funknetzes hervor und verband damit die Bitte in Richtung Grundstückseigentümer, die dafür benötigten Flächen zur Verfügung zu stellen.

Stefan Voit stellte der Politikerin sein Unternehmen „Der Stahlfertiger“ vor, das im nächsten Jahr „volljährig“ wird. Die Besuchergruppe habe viel Einblick in die Firma bekommen, viel Technisches gesehen, berichtete Stefan Voit der Ministerin, deren Besuch sich nur auf die eigene Vorstellung und die Teilnahme an der Diskussion beschränkte. Voit nannte sein Unternehmen trotz Digitalisierung noch immer einen Handwerksbetrieb. Über 70 Mitarbeiter in der Produktion und zehn Mitarbeiter in der Verwaltung erfordern viel Automation, um alle ablaufenden Prozesse in den Griff zu bekommen.

Von Beginn bis zur Schlüsselübergabe an den Kunden werde alles digitalisiert, so dass der Kunde den Prozessablauf permanent verfolgen kann. Die Gewinnung junger Mitarbeiter nannte der Firmenchef „sehr schwierig“, die Nähe zur Tschechischen Republik trage dazu bei. Umgekehrt aber werde in der Firma auch deutsch und tschechisch gesprochen, sagte der Unternehmer seinem Gast mit Heimatort Aschaffenburg.

Gerlach sprach sich für vermehrte Frauenpower in der IT-Branche aus. Das Digitalministerium gebe es seit knapp einem Jahr, berichtete sie. Bei der Gründung des Ministeriums habe es keine vorhandenen Strukturen gegeben, nur einige wenige Mitarbeiterinnen. Wichtig sei gewesen, Flexibilität zu zeigen. Für die Unternehmer sei es wichtig, künftig vermehrt mit den Behörden digital verkehren zu können. Sie habe sich zum Ziel gemacht, das „Bayern-Portal“ weiter auszubauen, um bei der digitalen Verwaltung schneller voranzukommen.

Ganz klar sprach sich Gerlach für besseres Verständnis beim Aufstellen von Funkmasten für das Internet und den Mobilfunk aus. „Wer das will, braucht die Masten“ – mit dieser Aussage verbindet die Ministerin unüberhörbar die Forderung nach der Bereitschaft dafür auch die Grundstücke zur Verfügung zu stellen. Ganz klar die Aussage, dass nicht der Staat für den Ausbau des Netzes zuständig ist, sondern die privaten Anbieter.

Deutlich hebt die Staatsministerin den Fachkräftemangel im IT-Bereich hervor, der durch Unterstützung der Universitäten mit vermehrter Rekrutierung von Studenten verringert werden soll. Im täglichen Leben werde es Veränderungen der Arbeitsbilder geben, ist Gerlach sicher. Gleichzeitig sieht die Ministerin auch mehr Potential in der Zwischenmenschlichkeit, weil beispielsweise durch die Digitalisierung wieder Zeit für mehr Gespräche sei.

In der Diskussion hob Voit die Notwendigkeit eines schnellen Internets hervor, das in seinem Betrieb dank Glasfaserkabel vorhanden sei. Anton Braun, Bizteam, meinte, dass die mittelständischen Unternehmen vor der Herausforderung der Digitalisierung stehen, zunächst aber prinzipiell ermitteln müssen, wie sich dieser Prozess vorantreiben lässt. Julia Rank, Rank GmbH & Co.KG erkannte in der Digitalisierung auch gewisse Ängste bei den Unternehmen, auch Unsicherheit mit Blick auf Arbeitsplätze.

Vorausgegangen war die Besichtigung eines Teil des Betriebes von Voit, der den Besuchern besonders die neueste Errungenschaft, einen Roboter, vorstellte.

Bayern Digitalministerin Judith Gerlach war auf Einladung des "Oberpfälzer Zukunftskreises" - eine Initiative der Jungen Union Oberpfalz - zu Hallenbau Voit Stefan gekommen. JU-Bezirksvorsitzende Stefanie Dippl (vorne links) und JU-Kreisvorsitzender Benedikt Grimm und "der Stahlfertiger" Stefan Voit hören der Ministerin aufmerksam zu.
JU-Kreisvorsitzender Benedikt Grimm (links) und die Oberpfalz JU-Bezirksvorsitzende Stefanie Dippl (rechts) führen die Talkrunde mit Gastgeber Stefan Voit, Anton Braun, Bizteam, Alexander Herzner, Lehrbeauftragter OTH Weiden, Digitalministerin Judith Gerlach und Julia Rank, Richard Tank GmbH & Co. KG) zum Thema "Digitalisierung - Chancen für den ländlichen Raum.
Stefan Voit (Zweiter von links) erklärt der Mitgliedern der JU-Oberpfalz die Abläufe in seinem Unternehmen.
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