Pleystein
28.07.2022 - 12:35 Uhr
OnetzPlus

Freibad-Frieden zwischen Stadt Pleystein und TV Vohenstrauß

Nicht nur die Sonne strahlt in diesen Tagen im Freibad Pleystein. Bei einem Gespräch konnten die Differenzen zwischen Stadt und Schwimmabteilung des Turnverein Vohenstrauß aus der Welt geschafft werden.

Zufriedene Gesichter nach dem klärenden Gespräch im Freibad Pleystein, von links: TV-Vorsitzender Klaus Nigg, zweite Bürgermeisterin Andrea Lang, Schwimmmeister Hubert Rewitzer und Bürgermeister Rainer Rewitzer. Bild: Gabi Schönberger
Zufriedene Gesichter nach dem klärenden Gespräch im Freibad Pleystein, von links: TV-Vorsitzender Klaus Nigg, zweite Bürgermeisterin Andrea Lang, Schwimmmeister Hubert Rewitzer und Bürgermeister Rainer Rewitzer.

Das waren keine einfachen Wochen für die Verantwortlichen der Stadt Pleystein. Seit der TV Vohenstrauß seine Kritik an den erhöhten Gebühren für die Trainingseinheiten der Schwimmer öffentlich gemacht hatte, gab es viel zu besprechen und nochmals nachzuhaken. Nachdem sich der erste Ärger bei den Bürgermeistern Rainer Rewitzer, Andrea Lang und Schwimmmeister Hubert Rewitzer gelegt hatte, versuchten sie, die Situation zu entschärfen und luden TV-Spitze zusammen mit dem Vohenstraußer Bürgermeister Andreas Wutzlhofer zu einem Treffen ein. Das Ergebnis, das bei einem Pressetermin am Mittwoch im Freibad bekanntgegeben wurde, stimmt nun alle zuversichtlich.

Bürgermeister Rainer Rewitzer wirkt beim Gespräch mit Oberpfalz-Medien, zu dem er auch seine Stellvertreterin Andrea Lang, Schwimmmeister Hubert Rewitzer und den TV-Vorsitzenden Klaus Nigg eingeladen hat, sehr erleichtert: "Wir haben mit Vohenstrauß, sowohl mit den Bürgermeistern als auch mit dem TV immer gute Kontakte gepflegt. Besonders zum TV haben wir über Jahrzehnte hinweg eine gute Verbindung, im Sommer im Freibad und im Winter am Skilift am Fahrenberg. Wir wollen heute signalisieren, dass wir in der Vergangenheit, jetzt und auch in Zukunft gut zusammenarbeiten werden."

Mit dem Ergebnis des klärenden Gesprächs am 12. Juli können alle Beteiligten offenbar sehr gut leben. Rewitzer: "Wir haben uns einvernehmlich auf einen Pauschalpreis geeinigt. Der Betrag richtet sich nach Tagen und Teilnehmerzahl." Die vereinbarte Pauschale sei demnach nicht so hoch wie die Summe der vorher angesetzten Einzeleintritte, die die Schwimmer nach der Gebührenerhöhung zahlen mussten. Die Sportler dürfen bis Mitte August das Becken jeden Samstagmorgen zum Training nutzen. Rewitzer erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass im Gegenzug der Pleysteiner Schiclub mit seinem Rennteam in der Wintersaison am Fahrenberg vom TV und der Stadt Vohenstrauß Unterstützung erfahre.

Freibad unbedingt erhalten

Zweite Bürgermeisterin Andrea Lang betonte, dass ihr vor allem die Schwimmförderung der Kinder am Herzen liege: "Den Vorwurf der Preiserhöhung müssen wir aushalten. Da haben wir offenbar die Meinung der Pleysteiner falsch eingeschätzt. Aber der Vorwurf, wir würden Kinder nicht unterstützen, hat mir persönlich weh getan. Ich setze mich immer dafür ein, Kindern Sport zu ermöglichen, sei es im Winter am Fahrenberg oder im Sommer im Freibad. Wir müssen deshalb Skilifte, Hallenbäder und Freibäder unbedingt erhalten. Es ist unsere oberste Prämisse, das Bad irgendwie zu erhalten." Dies gelinge jedoch nicht ohne die geplante Generalsanierung, für die sie permanent und durchaus penetrant bei allen möglichen Stellen von Bund und Freistaat um Fördermittel kämpfe. "Wir werden in unserer Arbeit nicht nachlassen und alle Energie und Kraft reinstecken, um Gelder zu bekommen", bekräftigte auch Rewitzer.

Dass sich die Wogen wieder geglättet haben, freute vor allem auch TV-Vorsitzenden Klaus Nigg: "Der TV ist mit dieser Lösung sehr zufrieden. Wir hoffen, dass wir auch zukünftig das Freibad nutzen können." Im nächsten Sommer werden die TV-Schwimmer wohl noch eher die Bahnen im Pleysteiner Freibad beanspruchen müssen, da das Vohenstraußer Hallenbad bereits nach den Pfingstferien für den Trainingsbetrieb geschlossen werde. Alle Landkreis-Hallenbäder würden dann nämlich einheitlich behandelt. Der Pleysteiner Bürgermeister meinte dazu spontan: "Ganz egal, wann das Hallenbad in Vohenstrauß im Sommer jeweils schließt. Wenn der TV zum Schwimmen zu uns nach Pleystein kommen will, kann er kommen."

Kinder sollen schwimmen

Im Gespräch wurde deutlich, wie wichtig die Bäder für die Gesellschaft und vor allem für die körperliche Entwicklung von Kindern ist. Schwimmmeister Hubert Rewitzer und Nigg bestätigen, dass viele Buben und Mädchen nicht erst seit der Coronapandemie in keiner guten körperlichen Verfassung sind. Realschullehrer hätten dem Schwimmmeister erklärt, dass bei Ausflügen ins Freibad gut die Hälfte der Schüler anderweitig beschäftigt werden müsse, weil sie nicht schwimmen wollen oder können.

Bürgermeister und Schwimmmeister betonten, dass die Generalsanierung des Terrassenbads nicht auf die lange Bank geschoben werden könne - nicht nur wegen der Tatsache, dass ansonsten die Fördergelder verfallen. Huber Rewitzer: "Die Elektrosteuerung ist fast 50 Jahre alt. Wenn die ausfällt, kann es morgen schon aus sein." Ein Blick in den Technikraum untermauerte diese Aussage. Der Zahn der Zeit nagt kräftig an Rohren, Kesseln und Schläuchen. Das Freibad mit seinem jährlichen Defizit werde weiterhin eine Herausforderung für die Verantwortlichen der Stadt bleiben. Die Frage, ob die Bürgermeister beim Thema Gebühren nach dieser Saison eventuell wieder "zurückrudern" werden, beantwortete Rewitzer: "Über die Gebühren diskutieren wir im Stadtrat ja grundsätzlich jedes Jahr." Man werde abwarten müssen, wie sich die Preise für Energie und Personal weiter entwickeln.

OnetzPlus
Pleystein27.06.2022
Pleystein01.07.2022
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.