22.07.2018 - 12:07 Uhr
PleysteinOberpfalz

Es geht um die Zukunft

Pleystein steigt mit dem "Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept" (ISEK) in die Städtebausanierung ein. Die Bürger sollen mitreden.

Bürgermeister Rainer Rewitzer sieht im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept große Chancen für die Stadt Pleystein.
von Walter BeyerleinProfil

(bey) Im Hotel "Regina" fand am Freitagabend die ISEK-Auftaktveranstaltung statt. Der gut besuchte Informationsabend war zweigeteilt: Zunächst stellte das von der Stadt beauftragte Team seine Ideen und Erkenntnisse vor. Dann durften die Bürger an den Bildertafeln zu den Themen Baukultur, Wohnen und Mobilität, Wirtschaft und Tourismus, Landschaft und Freiraum sowie Daseinsvorsorge per Handzettel ihre Vorschläge einbringen.

Position ermitteln

Für Bürgermeister Rainer Rewitzer soll mit dem ISEK das Bild der Stadt im Jahr 2030 entwickelt werden. Aus finanziellen Gründen habe die Städtebausanierung zurückgestellt werden müssen, sagte das Stadtoberhaupt. Jetzt wolle Pleystein sich um öffentliche Finanzmittel bemühen. Dafür sei ISEK das richtige Mittel. Dann stellte das Stadtoberhaupt das ISEK-Team vor: Architekt Jens Gerhardt, Raumplaner Andreas Bierman (ums-Stadtstrategien), Landschaftsarchitektin Christine Meyer (Landschaftsarchitekturbüro Roth) und Architekt Markus Rösch vom gleichnamigen Architekturbüro vor.

Architekt Gerhardt führte die Zuhörer an das Konzept heran und verglich dabei die Stadt mit einem privaten Unternehmer. Es sei wichtig, die eigene Position zu ermitteln und dann die Ziele zu setzen. "Wir machen für Pleystein einen Businessplan", sagte er. Den Begriff "integriert" umschrieb der Architekt mit dem Beispiel "Ansiedlung von Arbeitsplätzen". Hier machte er deutlich, dass neben der Ausweisung der Grundstücke für die Unternehmen und deren spätere Mitarbeitern auch die Ganztagsbetreuung für Kinder, die Kita-Öffnungszeiten, ein "Ortskern mit Flair", Breitbandversorgung und bezahlbare Mietwohnungen wichtig seien. "Pleystein braucht eine Verjüngungskur und muss bemüht sein, junge Familien anzusiedeln", sagte Gerhardt. Er habe in der Stadt "Atemberaubendes" entdeckt, was für die Bürger eine Selbstverständlichkeit sei. Sorge mache ihm der Leerstand. Für Rösch ist der Ortskern einmalig und bestens für die Vermarktung geeignet. Hier könne mit den Eigentümern Wohnraum im Ortskern geschaffen und dieser so wiederbelebt werden.

Landschaftsarchitektin Meyer hob die Schönheiten der Landschaft um die Stadt hervor, beispielsweise das Zottbachtal und die Fahrradwege. Kritisch sei die Beschilderung um die Stadt, weil beispielsweise Hinweise auf Wanderwege und Einkehrmöglichkeiten fehlen. Wichtig sei aber auch, Beschilderungen immer zu aktualisieren, um nicht zu nicht mehr existenten Zielen zu führen. Verbesserungsmöglichkeiten sieht Meyer auch am Marktplatz und spricht auch die Wiederfreilegung des Stadtbaches an.

Wellnesshotel und Busse

Im Anschluss befassten sich die Zuhörer mit der Stadtentwicklung: Zur Sprache kamen die Einrichtung eines Wellnesshotels im Zottbachhaus, Klettern am Kreuzberg, aber auch die Chancen der Nutzung der Achse Schwandorf-Pilsen. Zur Nutzung des alten Minigolfplatzes regten Bürger die Aufstellung von "Schlaffässern" an. Weitere Anregungen waren unter anderem die Elektromobilität, bessere Rastmöglichkeiten an markanten Aussichtspunkten und Beschilderungen von Wegen über entsprechende Apps zugänglich zu machen.

Stadtrat Werner Ries ergänzte die Ausführungen mit dem Hinweis, dass viele Waldwege aufgrund ihres Profils für Radfahrer unzumutbar sind. Außerdem sei der Wunsch nach einem Pavillon am Zimmerplatz gekommen. Unüberhörbar war laut Architekt Markus Rösch die Problematik des öffentlichen Personennahverkehrs in Pleystein. Rewitzer ist überzeugt, dass mit dem ISEK etwas geschaffen wird, was in drei oder vier Jahrzehnten die dann im Leben stehenden Menschen veranlassen wird, positiv auf die jetzige Zeit zurückzublicken. Das nächste ISEK-Treffen ist am Dienstag, 25. September. Dann sollen an mehreren Tischen die einzelnen Themen abgehandelt werden.

Architekt Jens Gerhardt stellt die vier Säulen des Isek vor.
Landschaftsarchitektin Christine Meyer (rechts) nimmt Anregungen zur Beschilderung von Wegen und zu gastonomischen Betrieben entgegen.
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