10.03.2020 - 10:06 Uhr
PleysteinOberpfalz

Geotag in Pleystein: Virtueller Flug über eine Vulkankette

Beim ersten Pleysteiner Geotag 2020 im Stadtmuseum spricht Dr. Andreas Peterek vom Geopark Bayern-Böhmen über den Vulkanismus in Westböhmen. Die Gäste erhalten einen medialen Blick auf die böhmischen Feuerberge.

Dr. Andreas Peterek hat bei seinem Vortrag im Stadtmuseum sehr aufmerksame Zuhörer.
von Autor TUProfil

Der Geoparkleiter referierte eineinhalb Stunden über sehenswerte geotouristische Ziele im Nachbarland, die ihre Entstehung vulkanischer Aktivität verdanken. Computeranimierte Filme holten die Feuerberge in den Vortragssaal im Stadtmuseum. Informationen gab es auch zu mehreren jüngst entdeckten Vulkanen im bayerisch-böhmischen Grenzraum.

In Vertretung des Bürgermeisters Rainer Rewitzer begrüßte Stadtrat und Stadtheimatpfleger Bernd Piehler zahlreiche Gäste im voll besetzten Kultursaal. In das Grußwort schloss Piehler bereits seinen Dank an den Museumsarbeitskreis ein, der die inzwischen 11. Pleysteiner Geotage seit 2010 zusammen mit der Stadt und dem Geopark Bayern-Böhmen veranstaltet.

Mit bewegten Bildern eines computerbasierten Fluges über das breite Egertal zwischen Erzgebirge und Kaiserwald holte Peterek so auch gleich die Vulkankette zwischen Fichtelgebirge und Duppauer Gebirge in den Saal. Neben informativen Grafiken zu den wissenschaftlichen Hintergründen des Vulkanismus gab es zahlreiche Bilder mit den Zeugnissen der bewegten und explosiven Vergangenheit fast direkt vor der Haustür.

Wie die Geologen des Landesamtes für Umwelt im vergangenen Jahr einen bisher unbekannten Vulkan bei Bärnau entdeckt haben, zeigte der Referent wiederum mit einem virtuellen Rundflug über den dortigen Moorweiher und kam dabei ins Schwärmen über die geotouristischen Möglichkeiten, die ein Naturbad als Rest eines ehemaligen Maarsees für den Ort und den Geopark ermöglicht.

Überrascht waren die Zuhörer über zwei weitere jüngst entdeckte Maarvulkane in der Nähe von Libá westlich von Franzensbad. „Wenn man weiß, wie solche vulkanischen Sprengtrichter nach Jahrmillionen in der Landschaft aussehen, dann kann man sie mit den heutigen Möglichkeiten der Millimeter genauen Landvermessung und daraus erzeugten Bildern recht schnell entdecken, so Peterek. Endgültig beweisen können die vulkanische Entstehung dann allerdings nur Bohrungen, die für die nächsten Jahre geplant sind.

Auf dem Steifzug zu den grenznahen Vulkanen in Böhmen wurden dann weiter unter anderem Kammer- und Eisenbühl, die Rotauer Basaltorgeln, der Wolfsberg bei Cernošín (Tschernoschin) und der Podhorn bei Marienbad angesteuert. Altbürgermeister Johann Walbrunn dankte dem Referenten und lud bereits zum nächsten Vortrag am 19. März ins Stadtmuseum ein. Vortragender ist dann Professor Dr. Herbert Pöllmann von der Universität Halle, der sich den besonderen Mineralien der Vulkane in Nordbayern widmen wird.

Referent Dr. Andreas Peterek (rechts) mit Stadtheimatpfleger und Stadtrat Bernd Piehler (links) sowie mit Altbürgermeister Johann Walbrunn (Mitte) beim ersten Geotag in Pleystein.
Dr. Andreas Peterek bei seinem Vortrag im Stadtmuseum.
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