24.10.2019 - 08:19 Uhr
PleysteinOberpfalz

Geschichten zur Kirwa

Im Stadtmuseum wird eine zünftige „Museumskirwa“. Heimatkundler Georg Schmidbauer begeistert mit "Geschichten aus dem Schönwerth-Land".

Georg Schmidbauer bei seinem Vortrag im Stadtmuseum. Im Hintergrund Altbürgermeister Johann Walbrunn, Präsident der Schönwerth-Gesellschaft.
von Autor TUProfil

Neben der Gelegenheit, unter anderem die sehenswerte Sonderausstellung „150 Jahre Feuerwehr Pleystein" zu besichtigen, stand am Sonntag im Stadtmuseum die zünftige „Museumskirwa“ von 14 bis 17 Uhr mit im Mittelpunkt, initiiert von Museumsarbeitskreis (MAK). Leiterin Christa Walbrunn und ihre Mitstreiterin Grete Reger konnten im Laufe dieser drei Stunden viele Besucher aus nah und fern willkommen heißen.

Die Gäste nutzen die Gelegenheit, die breit gefächerte Palette an Exponaten in den verschiedenen Räumlichkeiten zu besichtigen, angefangen von der Mineraliensammlung über die Holzschnitzereien bis hin zu den landwirtschaftlichen Geräten von einst und den prähistorischen Sehenswürdigkeiten. Das bunt gemischte Publikum wurde von den Akteuren des Museumsarbeitskreises mit Kaffee und leckeren Kirchweihkuchen bewirtet.

Um 16 Uhr trat Heimatkundler Georg Schmidbauer im Kultursaal in Aktion, nachdem Altbürgermeister Johann Walbrunn als Präsident der Schönwerth-Gesellschaft einige einführende Hinweise zur Thematik gegeben und über den derzeit entstehenden Schönwerth-Sagen- und Märchenpfad im Zottbachtal informiert hatte. "Gemeint ist mit 'Schönwerth-Land' das Gebiet des östlichen Landkreises Neustadt/WN, besonders die Gemeinden Georgenberg, Pleystein und Waldthurn. Hier hat Schönwerth besonders viel Zeit verbracht und jede Menge an Material zusammengetragen", so Schmidbauer.

Franz-Xaver von Schönwerth sei 1810 in Amberg geboren worden, habe Rechtswissenschaften studiert und sei hoher Beamter im Finanzministerium in München geworden. 1856 habe er Maria Raith aus Neuenhammer geheiratet. Mit ihrer Hilfe habe er unermüdlich Sagen und Märchen, Redensarten und Sprichwörter gesammelt. Er habe die Sitten der Oberpfalz wie Kleidung, Essen, Volksmedizin oder Aberglauben beschrieben. Er habe als der bedeutendste Volkskundler unseres Regierungsbezirks zudem drei Bücher mit dem Ttel "Aus der Oberpfalz - Sitten und Sagen" verfasst. 1886 sei er in München gestorben.

"Ich habe zusammen mit Erika Eichenseer aus Regensburg, der Witwe des früheren Bezirksheimatpflegers Adolf Eichenseer, für dieses vom Heimatkundlichen Arbeitskreis Waldthurn herausgegebene Heftchen 'Geschichten aus dem Schönwerth-Land' 30 Geschichten ausgewählt und bearbeitet. Dieser bedeutenden Persönlichkeit der Oberpfalz, der leider lange verkannt und dessen Lebenswerk über Jahrzehnte hinweg wenig gewürdigt worden war, ist unter anderem eine Gedenktafel am Hammerschloss in Neuenhammer und ein Gedenkstein in meinem Heimatort, in Oberbernrieth, gewidmet", so der pensionierte Seminarrektor weiter.

Er las einige Geschichten aus dem Büchlein vor, so zum Beispiel "Warum der heilige Petrus eine Glatze hat" und "Wie der heilige Petrus zur Watschn kam", sehr zur Belustigung der Zuhörer. Mit reichem Beifall wurde Schmidbauer "für diese dargebotene Sternstunde überlieferten Brauchtums", wie Johann Walbrunn sagte, bedankt. Er überreichte an den engagierten Heimatkundler aus der Nachbargemeinde ein Buchgeschenk.

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