Auch lernten die vielen Besucher Werkzeuge und Materialien kennen, mit denen die historischen Handwerkstechniken ausgeführt werden. Eine Fotodokumentation veranschaulichte interessante Restaurierungs- und Vergoldungsarbeiten. Tobias Müllner führte aus, dass die Berufe Vergolder und Kirchenmaler eigentlich identisch seien. "Ursprünglich der Kirche und dem Adel vorbehalten, erfuhr die Arbeit des Vergolders auch eine Ausdehnung in die Wohnstuben des zum Wohlstand gekommenen Bürgertums, zum Beispiel durch die Herstellung und Bearbeitung von Bilder- und Spiegelrahmen mit berufsspezifischen Gestaltungs- und Verzierungstechniken".
Die edelste, zugleich aber auch handwerklich anspruchsvollste aller Blattvergoldungstechniken sei die Polimentvergoldung. Dieser Vorgang habe sich seit über 4000 Jahren im Wesentlichen nicht verändert. Diese alte Handwerkskunst werde angewendet, um den anzufertigenden Bilderleisten und Modellrahmen den edlen Glanz zu verleihen, der den Bildern gebühre.
Nach dieser theoretischen Einführung demonstrierten Tobias und Monika Müllner an verschiedenen Objekten, wie auf dem Vergolderkissen das Blattgold mit dem Vergoldermesser in passgerechte Stücke geschnitten wird, um anschließend mit dem Anschießer aufgenommen zu werden. Hierfür wurde der Untergrund aufwendig vorbereitet, das Blattgold mit dem Anschießer aufgelegt und dann mit dem Achatstein poliert.
Vorgeführt wurde ferner das Radieren als Schmucktechnik des Vergolders sowie die Punzierung. Darunter versteht man das Einschlagen punktförmiger Vertiefungen in die fertige Vergoldung oder Versilberung. Gezeigt wurden des weiteren Gravurtechniken und Auftragsarbeiten sowie das Meisterwerk von Monika Müllner, eine vor ihr in 2006 bemalte und vergoldete sowie versilberte Holzstatue der heiligen Katharina, die enorme Bewunderung hervorrief.
Arbeitskreisleiterin Christa Walbrunn dankte den Geschwistern Müllner "für die hervorragende Ausgestaltung dieses goldenen Aktionsnachmittags".













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