03.12.2019 - 10:58 Uhr
PleysteinOberpfalz

Henker, Brandstifter, Ungeziefer

Das 5. literarische Symposion des Pleysteiner Kulturkreises in der Stadtbücherei verbinden die 20 Zuhörer mit einem kleinen „Weinleseabend.

Der Kulturkreis mit seinem Vorsitzenden Helmut Rewitzer (rechts) lud zum 5. literarischen Symposion in die Stadtbücherei ein. Anja Stecker (links) und Reiner Butz (rechts, 1. Reihe) haben ebenfalls aus selbst ausgesuchten Büchern vorgelesen.
von Walter BeyerleinProfil

Anja Stecker las aus Franz Kafkas „Die Verwandlung“, einer 1912 entstandenen Erzählung, die schildert wie sich Gregor Samsa in ein Ungeziefer verwandelt. Dieses Stück habe sie „unheimlich“ fasziniert, beschreibt Anja Stecker ihr Interesse an diesem Buch. Helmut Rewitzer entführte die Zuhörer wieder in die Raritätenecke. Er las aus den „Lebensansichten des Katers Murr“ von E.T.A. Hoffmann, die sich als „wahres Durcheinander“ zeigen, weil zum einen der Kater Murr zum anderen der Kapellmeister Kreisler zu Wort kommen. Reiner Butz las einen Auszug aus „Der Richter und sein Henker“ von Friedrich Dürrenmatt vor, dem meistgelesenen Kriminalroman aller Zeiten.

Im Anschluss erzählte Butz eine sehr „winterliche Geschichte“, in der „ein Freund“ des Schnees bei ständig zunehmendem Schneefall immer mehr durchdreht, schließlich noch sein Haus anzündet und in der Klinik landet. „Warum bin ich eigentlich ans Bett gefesselt und bekomme Pillen?“ – lautete die Schlussfrage des Stückes, das bei den Zuhörern immer wieder für sanftes Lachen sorgte.

Nach der lustigen Weihnachtsgeschichte wurde es ernster, auch politischer. Rewitzer sprach das Ergebnis bei einer Wahl an, bei der eine Partei „äußerst rechts“ rund 24 Prozent der Stimmen erhalten hat. Auch an den Stammtischen sei antisemitisches Gedankengut zu hören. „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch zeigte auf, wie sich der „Biedermann“ einlullen lässt. Daraus las Rewitzer eine Passage vor. Er empfahl das Buch als Lektüre für die stahde Zeit. Katharina Schulz am Klavier sorgte für das musikalische Zwischenspiel.

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