27.08.2021 - 13:34 Uhr
PleysteinOberpfalz

Kein Gift: Jungstörche starben an Futtermangel

Die Pleysteiner Jungstörche, vor einigen Wochen tot im Nest aufgefunden, sind nicht vergiftet worden. Das ist die Kernaussage der toxikologischen Untersuchung. Als Todesursachen kommen mehrere in Frage.

Manchenorts wurden auch schon für die Störche die Möglichkeit geschaffen, auf frei stehenden Masten ihren Horst zu errichten.
von Walter BeyerleinProfil

Gift ist auszuschließen. Laut Storchenexperten Hubert G. Schmid muss nach dem toxikologischen Gutachten jetzt über die eigentliche Todesursache der beiden verendeten Jungstörche gerätselt werden. Die Untersuchung hat auch ergeben, dass die Mägen und Därme der beiden Jungstörche fest leer waren. Das könnte auf Futtermangel schließen lassen. Ein nachgewiesenes Problem ist aber, dass die Fluren um Pleystein nicht genügend Futtertiere für die Störche enthalten oder vorbringen. Frösche sind laut Hubert G. Schmid ohnehin „Mangelware“. Aufgrund der nassen Witterung gibt es auch weniger Mäuse.

Ein Fremdkörper im Verdauungstrakt eines toten Storches deutet daraufhin, dass die „alten“ Störche alles nach Futter aussehende, aufgenommen haben, um es ins Storchennest zum Nachwuchs zu bringen. Schmid erkennt aber auch Anzeichen dafür, dass die Storcheneltern zum ersten Mal in Pleystein gebrütet haben. Junge Storchenpaare wie sie haben ihre Probleme, den Nachwuchs „durchzubringen“. Dazu verweist der Experte auf das Eslarner Storchenpaar, das vor einigen Jahren auch im ersten Brutjahr kein Junges durchgebracht hat, was sich im Laufe der Jahre zum Positiven änderte.

Die Pleysteiner Storchenstatistik zeigt, dass seit dem Jahr 2008 aus dem hiesigen Horst 19 Jungstörche abgeflogen sind, die gleiche Zahl aber auch nicht überlebt hat. Die Storcheneltern haben sich nach den Beobachtungen Hubert G. Schmids vermutlich durchziehenden Störchen angeschlossen und ihr Winterquartier aufgesucht.

Eslarn

 

 

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