10.09.2021 - 15:24 Uhr
PleysteinOberpfalz

Kein Potpourri auf Pleysteiner Marktplatz

Es ist eine Entscheidung, die den Marktplatz und damit das Gesicht Pleysteins auf Jahrzehnte hinaus bestimmen kann. Dementsprechend engagiert war die Diskussion im Stadtrat über die Visionen aus dem Architektenwettbewerb.

Die Vorstellung des Protokolls zur Preisgerichtssitzung am 23. Juli 2021 für den Realisierungswettbewerb "Aufwertung des Marktbereiches in Pleystein" informierte Stadtratsmitgliedern über die Grundideeen der ersten drei Preisträger, doch trotz der eigentliche "trockenen" Materie gab es Momente in denen gelacht werden durfte, wie bei Bürgermeister Rainer Rewitzer und Jakob Oberpriller (von links) zu sehen.
von Walter BeyerleinProfil

Als anfangs recht trockene Materie zeigte sich die Vorstellung des Protokolls zur Preisgerichtssitzung am 23. Juli 2021 aus Anlass der geplanten Umgestaltung des Marktplatzes. Lebhaft wurde es dann, als Stefan Voit (CSU) unverhohlen die Frage stellte, ob es richtig sei, einem Menschen, gemeint war das beim Wettbewerb siegreiche Architekturbüro aus München, die Entscheidung zu überlassen, wie „unser Marktplatz in den nächsten 150 Jahren aussehen soll“.

Jakob Oberpriller vom Büro Oberprillerarchitekten – zuständig für die Umsetzung des Wettbewerbs „Aufwertung des Marktbereiches mit Platzkonzeption und -gestaltung“ – hatte die Einschätzungen und Würdigungen der Jury über die Arbeiten der ersten drei Preisträger vorgestellt.

Nach der Vorstellung gab es einigen Diskussionsstoff. „Wer entscheidet, ob ein braunes oder rotes Pflaster genommen wird“, fragte Voit. Er wies auch daraufhin, dass nach den Planungen zu pflanzende Bäume direkt vor manchem Fenster eines Anwohners sein werden. Immer wieder wurde die Frage laut, ob die Ideen der drei Preisträger vermischt werden könnten. Doch Oberpriller beendete die Frage mit der klaren Aussage, dass es ein Potpourri aus den Planungen der drei Preisträger nicht geben wird.

Außerdem muss laut Oberpriller jetzt erst eine Entwurfsplanung erstellt werden. Mit seiner Aussage „eine Entwurfsplanung gibt gute Justiermöglichkeiten“ deutete der Planer die Möglichkeiten der Stadt oder des Stadtrates an, Ideen mit einzubringen. Schließlich einigte sich der Stadtrat einstimmig darauf, die ersten drei Preisträger an einem Tag anzuhören und in einem "Matrixverfahren" zu beteiligen.

Debatte über Bauantrag

Der Bauantrag von Patrick Namberger und Sabine Hartwig für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung im Untergeschoss sowie eines Carports auf dem Grundstück Flurnummer 302/146 Gemarkung Pleystein beschäftigte das Gremium dank eines ausführlichen Vortrages von Barbara Weig (FWG/SPD-Fraktion) länger. Sie hätte es nämlich gerne gesehen, dass die Bauwerber mit Pflöcken den Umfang ihres Vorhabens kenntlich machen, damit der Nachbar sich über den Neubau bessere Vorstellungen machen kann. Geschäftsleiter Günter Gschwindler machte daraufhin deutlich, über welche Kriterien die Stadt zu entscheiden habe, nämlich ausschließlich über eine gesicherte Erschließung des Baugrundstückes. Ob sich das Vorhaben harmonisch ins Ortsbild einfüge, habe das Landratsamt Neustadt/WN, nicht die Stadt Pleystein zu entscheiden, erklärte der Geschäftsleiter. Schließlich erteilte der Stadtrat einstimmig das gemeindliche Einvernehmen. Diese Entscheidung traf der Stadtrat auch für das Vorhaben der Firma Leistritz AG zum Neubau eines Unterstandes zur Lagerung auf dem Grundstück Flurnummer 331 Gemarkung Pleystein, Leistritzstraße 1).

Zur Kenntnis genommen

Nur Kenntnis zu nehmen hatte der Stadtrat von der Teilfortschreibung des Regionalplanes Region Oberpfalz-Nord „Gewinnung und Sicherung von Bodenschätzen“. Bürgermeister Reiner Rewitzer erklärte dazu, dass sich die Änderung ausschließlich auf die Nassverfüllung ehemaliger Steinbrüche beziehe.

Naturpark: Anregungen und Anträge

Die Fraktionen des Stadtrats sind aufgefordert bis zur nächsten Sitzung (21. September 2021) Anregungen für Maßnahmen für die Naturparkförderung 2022 vorzulegen. Bis 1. November müssen diese Anträge zur Bewerbung beim Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald einschließlich der Kostenangebote für deren Umsetzung eingereicht werden.

Maschinengemeinschaft kommt

Einstimmig beschloss der Stadtrat den Abschluss einer Vereinbarung über die Errichtung einer kommunalen Maschinengemeinschaft mit der Gemeinde Georgenberg. Die Wahlhelfer bei der Bundestagswahl am 26. September 2021 erhalten ein Erfrischungsgeld von 25 Euro.

Neuer Standort für Dirtpark

Wohin mit dem Dirtpark? Diese Frage stellte sich in der Stadtratssitzung im Juli. Damals war ein Grundstück mit Hangneigung im Anschluss an die Grundschule der Zottbachschule im Gespräch. Jetzt gibt es laut Bürgermeister Rainer Rewitzer eine Alternative, nachdem seitens der Leitung der Zottbachschule gegen die Nutzung des Grundstücks neben der Grundschule Bedenken vorgebracht worden waren. Das jetzt ins Auge gefasste Grundstück liegt außerhalb der Freizeiteinrichtung neben der Hecke des dortigen Campingplatzes.

Visionen zum künftigen Pleysteiner Marktplatz

Pleystein
Das Tor (rechts) ist die Einfahrt zum Campingplatz im Freizeitzentrum. Hinter der Hecke und Baumgruppe kommen die Wohnwagen zu stehen. Vor der Hecke, den leichten Hang aufwärts, könnte die Dirtbikestrecke, entstehen.

 

 

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