31.01.2020 - 12:00 Uhr
PleysteinOberpfalz

Keine Gefahr für Gesundheit

Beim Wahlkampfauftakt von SPD und FWG wurde ein mögliches Asbestproblem bei der Sanierung der Pleysteiner Grundschule angesprochen. Nun meldet sich Bürgermeister Rainer Rewitzer zu Wort.

"Ich bin dagegen, dass Panik gemacht wird", sagt Bürgermeister Rainer Rewitzer zu Äußerungen, die Stadt sei beim Umgang mit asbesthaltigem Material leichtfertig und unvorsichtig gewesen.
von Walter BeyerleinProfil

Gesundheitsgefährdung für Kinder bei der Sanierung der Grundschule durch die von der Baustelle herunter geworfenen Asbestplatten, fehlende Untersuchungen zur Ermittlung einer möglichen Asbestproblematik: Das war Thema beim Wahlkampfauftakt von SPD und FWG. Bürgermeister Rainer Rewitzer kontert mit sachlichem, nachvollziehbarem und vor allem nachweisbarem Handeln der Stadt. „Ich bin dagegen, dass Panik gemacht wird“, sagte er am Ende eines Pressegesprächs. In einer ersten Version hatte es geheißen, Bürgermeisterkandidat Werner Rieß habe Asbest thematisiert. Allerdings weist dieser darauf hin, dass er nicht selbst dazu gesprochen habe (Reaktion).

Die Schilderung des Asbestproblems bei der Sanierung der Bildungseinrichtung lasse den Eindruck entstehen, ein großer Personenkreis, besonders Schüler sowie die Mitarbeiter der Schule, seien durch Asbest in ihrer Gesundheit gefährdet gewesen. „Das weise ich auf das Schärfste zurück.“ Der Stadt als Bauherrn war durchaus bekannt, mit welchen Schadstoffen bei der Sanierung zu rechnen ist, sagte das Stadtoberhaupt.

Vor Ausschreibung der Maßnahmen wurde das Büro Competenza beauftragt, einen umfassenden Bericht zu den zu erwartenden Schadstoffen zu erstellen. Dieser Bericht wurde bereits am 12. Juni 2017 verbunden mit Handlungsempfehlungen beim Umgang mit Asbest abgegeben. Geschäftsleiter Günter Gschwindler ergänzt, dass dieser Bericht die notwendige Grundlage für die Ausschreibung der Sanierungsarbeiten an eine Abbruchfachfirma war.

Am 4. April 2019 wurde ab 14 Uhr mit den Abbrucharbeiten durch die beauftragte Fachfirma begonnen, berichtet Bürgermeister Rewitzer. Bereits hier wurde der Eindruck erweckt, dass mit den asbesthaltigen Fassadenschindeln nicht fachgerecht umgegangen wird und Sicherheitsbestimmungen nicht beachtet werden, erklärten Gschwindler und Bauamtsleiter Uli Rupprecht übereinstimmend.

Um 14.30 Uhr hat die Stadt die Baustelle durch entsprechende Anordnung unverzüglich einstellen lassen und anschließend sofort das zuständige Dezernat des Gewerbeaufsichtsamtes bei der Regierung der Oberpfalz informiert.

Am 8. April um 10 Uhr fand mit Bürgermeister Rewitzer, den zuständigen Mitarbeitern der Stadt, der Schulleitung, den Mitarbeitern des Gewerbeaufsichtsamts, einem völlig neutralen Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator und weiteren mit der Sanierung befassten Personen eine Besprechung statt.

Hier wurde eine Vielzahl von Verhaltensmaßregeln beim Umgang mit asbestbelastetem Material festgelegt, auch solche die nicht aus Arbeits- und Gesundheitsschutz notwendig sind, sondern als Sichtschutz zweckmäßig sind.

Der Rathauschef hält es für absolut bedeutsam, die Meinung von Berufsgenossenschaft und dem Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator hervorzuheben: Das Verhalten der Stadt wurde von diesen kompetenten Stellen als absolut positiv herausgestellt.

Im Juni wurde bei einem Elternabend die Sanierung der Zottbachtalschule einschließlich der Asbestproblematik angesprochen, die nachweislich die Sanierungsarbeiten an der Grundschule um über ein Monat verzögert hat, erklärt Gschwindler. Rewitzer hat für die Äußerungen bei der SPD/FWG-Veranstaltung kein Verständnis, weil der gesamte Stadtrat über die Asbestproblematik an der Schule informiert gewesen sei.

Reaktion:

Richtiges Thema, falscher Sprecher

In der ersten und inzwischen geänderten Version dieses Beitrags wurde Bezug genommen auf Aussagen, die Bürgermeisterkandidat Werner Rieß in der Wahlkampf-Auftaktversammlung von SPD und FWG getätigt haben soll. Bei dem Termin ging es auch um ein mögliches Asbestproblem bei der Sanierung der Pleysteiner Grundschule. Allerdings legt Rieß Wert auf die Feststellung, dass er sich persönlich „zu keiner Zeit jemals auch nur mit einem einzigen Wort zu dieser Thematik geäußert“ habe.

„Ich empfehle die Lektüre des Berichtes über unsere Veranstaltung vom 27.1.2020 im ,Neuen Tag‘. Dort kann jedermann schwarz auf weiß nachlesen, welche Aussagen ich gemacht habe und welche nicht.“ In der Versammlung hatte Uli Weig, Kandidat auf der Liste, das Thema angeschnitten. „Immerhin ist es erfreulich, dass unsere Forderung nach mehr Transparenz Gehör gefunden hat und die Öffentlichkeit über den Vorfall in Kenntnis gesetzt wurde, das war nämlich unser eigentlicher Kritikpunkt“, teilt Rieß weiter mit.

Wahlkampfauftakt von SPD und FWG

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