07.09.2021 - 16:49 Uhr
PleysteinOberpfalz

Kritik zum Film "Beckenrand Sheriff": Unaufgeregt und herzlich

Marcus H. Rosenmüller drehte "Beckenrand Sheriff" hauptsächlich in Pleystein und Weiden. Am 9. September startet er im Kino. Bei der Kritik stellt sich heraus: Der Film ist durchaus mit der Mentalität der Nordoberpfälzer zu vergleichen.

Milan Peschel und Dimitri Abold in "Beckenrand Sheriff".
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Wenn es ein übergeordnetes Thema gibt, das sich wie ein roter Faden durch die Filmografie von Marcus H. Rosenmüller zieht, dann ist das die Heimat. So auch in seinem neuen Streifen "Beckenrand Sheriff", der zum Großteil in Pleystein entstanden ist. Gedreht wurde aber auch in Weiden.

Rosenmüller startete 2006 seine Karriere mit seinem ersten (und zugleich bisher besten) Langfilm "Wer früher stirbt ist länger tot" furios. Seiter stoßen seine neuen Werke gerade in Bayern immer auf großes Interesse. Aber nicht nur: Die Filme mit bayerischen Dialekt funktionieren auch außerhalb des Freistaat. Und "Trautmann", der die Geschichte des legendären Torhüters Bert Trautmann von Manchester City behandelt, richtet sich bewusst an ein breiteres Publikum.

Hier geht es zu einem Artikel zum Film "Trautmann"

Nürnberg

Figuren überzeugen

Gerade die Nordoberpfälzer dürfte aber interessieren, wie denn nun der "Beckenrand Sheriff" gelungen ist. Um es vorneweg zu sagen: Den Esprit und das Erzähltempo eine "Wer früher stirbt ist länger tot" hat der neueste Rosenmüller nicht.

Doch gerade mit dem Freibad als Haupt-Handlungsort werden Kindheitserinnerungen geweckt und ein heimeliges Gefühl vermittelt. Ob nun Milan Peschel als der "Beckenrand Sheriff", der gerne Liegen gerade rückt und sein Freibad partout erst um Punkt 9 Uhr aufsperrt, Dimitri Abold als sein Azubi Sali aus Nigeria oder Rick Kavanian als Dr. Rieger – die Figuren überzeugen, vor allem wegen ihrer Eigenheiten.

Durchaus politisch

Natürlich hat die Komödie einige witzige Szenen zu bieten. Wenn die von Gisela Schneeberger ein Weißbier auf ex trinkt, oder wenn Sali in eine Polizeikontrolle gerät. Doch wie schon bei "Trautmann" ist auch der neue Rosenmüller-Film durchaus politisch, thematisiert Rassismus und Ausgrenzung – ohne zu sehr ins Dramatische zu verfallen, wie das bei deutschen Produktionen oftmals der Fall ist. Fragt man Dimitri Abold (geboren in Jamaika, aber bereits mit drei Monaten nach Deutschland gekommen), der eine der Hauptrollen spielt, sagt er: Der Filme nähere sich den Themen eher auf eine menschliche Art und Weise.

Und so ist "Beckenrand Sheriff" weder ein Film mit erhobenen Zeigefinger, noch mit einem zu ernsten Grundton. Stattdessen erzählt der Streifen einmal mehr von der Heimat – und Freundschaft. So ist der Film letztlich mit der Mentalität der Nordoberpfälzer zu vergleichen: Unaufgeregt, herzlich und in einigen Momenten lustig. Kurzum: Der Kinobesuch lohnt sich in jedem Fall.

"Beckenrand Sheriff" wird am 11. September im Freibad Pleystein gezeigt

Pleystein
Info:

"Beckenrand Sheriff"

  • Der Film startet deutschlandweit am Donnerstag, 9. September
  • Marcus H. Rosenmüller und die Schauspieler des Film kommen am 11. September wieder nach Pleystein, wenn der Film im Freibad gezeigt wird
  • Regie: Marcus H. Rosenmüller
  • Mit Milan Peschel, Dimitri Abold, Rick Kavanian, Sebastian Bezzel und Johanna Wokalek
  • Dauer: 114 Minuten

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.