30.08.2019 - 13:59 Uhr
PleysteinOberpfalz

Neue Kanäle und Wasserleitungen

Die Stadt Pleystein startet in den nächsten Wochen mit dem Ausbau der Fasanen-, Hubertus-, Jäger- und Zottbachstraße. Die Maßnahme ist eines der größten Bauprojekte der vergangenen Jahre.

Die Zottbachstraße (Mitte) mit ihren Abzweigen Hubertusstraße (links), Fasanenstraße (rechts), Jägerstraße (unterhalb rechts) sollen mit einem Aufwand von rund einer Million Euro ausgebaut werden. Außerdem werden die Kanalisation und die Wasserleitung ganz oder teilweise neu verlegt sowie ein Leerrohr für eine spätere Breitbandversorgung mit eingebaut.
von Walter BeyerleinProfil

Mit einem Kostenaufwand von rund einer Million Euro werden in diesen Straßenzügen die Kanalisation und die Wasserleitung teilweise erneuert oder auch komplett ausgewechselt, die Straßen erhalten einen Vollausbau, werden auf 60 Tonnen Tragfähigkeit ausgelegt, dazu werden an den Straßen Randeinfassungen angelegt und Hausanschlüsse für Wasser und Abwasser neu verlegt, sofern die bestehenden Hausanschlüsse nicht mehr brauchbar sind.

Um die betroffenen Grundstückseigentümer und Mieter vom Umfang der Arbeiten, vor allem über die sich daraus ergebenden Einschränkungen bei der Erreichbarkeit der Grundstücke mit Fahrzeugen zu informieren, lud die Stadt Pleystein am Donnerstagabend in den Rathaussaal ein. Die amtierende Bürgermeisterin Andrea Lang erkannte in diesem Informationsabend eine Verpflichtung der Stadt, die Bürger bei diesem umfangreichen Projekt mit ins Boot zu holen, weil Einschränkungen bei der Erreichbarkeit der Grundstücke, bei der Müllabfuhr oder selbst beim fußläufigen Erreichen der Grundstücke unvermeidbar sind. Erfreuliche Mitteilung Andrea Langs: Kosten werden für die Grundstückseigentümer nach Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung nicht entstehen.

Den Hauptpart des Abends übernahm Dietmar Hammerl, Bamler Bauingenieur GmbH, Vohenstrauß. Er gab eingangs seiner Erläuterungen die Firma Michael Baumer, Oberviechtach, als ausführendes Bauunternehmen bekannt. Nachdem vom Straßenausbau auch die Versorgungsträger Bayernwerk, Telekom und Vodafone betroffen sind, fand bereits mit den Unternehmen eine Baueinweisung statt. In diesem Zusammenhang informierte Hammerl per entsprechendem Lichtbild auch über das künftige Aussehen der vollkommen neuen Straßenbeleuchtung.

Der Umfang der Straßenausbauarbeiten macht eine Aufteilung auf 2019 und 2020 notwendig. Örtlicher Beginn der Arbeiten wird der tiefste Punkt der Zottbachstraße sein. Von dort aus werden der nördliche Teil der Zottbachstraße bis zur Hubertusstraße, dann die Jägerstraße und die Hubertusstraße ausgebaut. Die Ausbaumaßnahmen in diesen Straßen sind unter der Voraussetzung, dass es die Witterung zulässt, noch für dieses Jahr vorgesehen. 2020 folgen der südliche Teil der Zottbachstraße und die Fasanenstraße. Die Baufertigstellung ist für Mitte 2020 geplant.

Im Zuge des Straßenbaues werden Randeinfassungen und Gehwege entfernt, die wegen ihrer jetzigen Breite ohnehin nicht mehr den rechtlichen Anforderungen entsprechen. Ausführlich schilderte Dietmar Hammerl den Umfang der Arbeiten in den jeweiligen Straßen.

Hinsichtlich der ordnungsgemäßen Beseitigung des Niederschlags- und Oberflächenwassers aus den Grundstücken machte Dietmar Hammerl deutlich, dass ein freies Auslaufen dieses Wassers auf den Straßengrund künftig nicht mehr geduldet wird. Alle auf einem Grundstück anfallenden Niederschlags- und Oberflächenwasser müssen über einen dort vorhandenen Kanalanschluss abgeleitet werden. Die Kosten für Leitungen auf Privatgrundstücken müssen die jeweiligen Eigentümer selbst tragen. Bei den Hausanschlüssen wird kontrolliert, ob diese den technischen Regeln entsprechen, ansonsten werden neue Hausanschlüsse gesetzt.

Die Straßen erhalten einen Vollausbau. Die Jägerstraße wird künftig eine Fahrbahnbreite von 4,50 Meter, die Hubertus-, Zottbach- und Fasanenstraße eine Fahrbahnbreite von fünf Metern haben, dazu Seitenstreifen zwischen 0,90 Metern und einem Meter. Für einen offiziellen Gehweg, der mindestens 1,50 Meter bereit sein müsste, reicht der vorhandene Platz laut Dietmar Hammerl nicht aus. Deshalb erhalten die Straßen eine Randeinfassung mit Granitzwei- oder Graniteinzeilern.

Im Zuge der Baumaßnahme können bestehende Zufahrtshöhen zu den anliegenden Grundstücken nicht immer eingehalten werden, so dass Angleichungen, die mit den Grundstückseigentümern abgesprochen werden, notwendig sind. Beim Setzen von Kanalschächten sind manche Seitenstraßen per Fahrzeug nicht mehr erreichbar. Die Fahrzeuge müssen deshalb außerhalb des Baubereiches abgestellt werden, Müllgefäße müssen zur nächsten Straßenkreuzung gebracht werden.

Fazit von Hammerl: Wenn die Maßnahme beendet ist, sind 460 Meter Straße neu gebaut, 370 Meter Kanäle mit zwölf Schächten und 25 Hausanschlüssen und 220 Meter neue Wasserleitungen verlegt und zusätzlich zwölf Hausanschlüsse verlegt.

Neben diesen Aufgaben für die Stadt werden die in der Erde vorhandenen Strom- und Telekomleitungen verlegt, um bei möglichen später anfallenden Reparaturarbeiten nur den Straßenkörper, nicht zusätzlich den gepflasterten Randstreifen, aufbrechen zu müssen. Für eine Breitversorgung mit dem Glasfaserkabel wird ein Leerrohr mit verlegt.

Zur Vermeidung von Auseinandersetzungen über mögliche Schäden an Häusern und Garagen wird nach den Worten Hammerls eine Beweissicherung durchgeführt. Dazu wird das von der ausführenden Firma Baumer beauftragte Büro von den Häusern und Garagen, innen und außen, Fotoaufnahmen fertigen und den Istzustand genau protokollieren. Deshalb sieht Dietmar Hammerl die Notwendigkeit, dem Mitarbeiter des Büros Zugang zu den Häusern und Garagen zu gewähren.

Grundstückseigentümer oder Mieter können sich bei Problemen jederzeit an die Stadt, Geschäftsleiter Günter Gschwindler oder Bauamtsleiter Ulli Rupprecht oder an das planende Ingenieurbüro Bamler wenden, erklärte Hammerl.

Die Frage aus dem Zuhörerkreis, ob die Zottbachstraße in einem weiteren Abschnitt ausgebaut wird, beantwortete Geschäftsleiter Günter Gschwindler mit der Aussage, dass derzeit das Hauptaugenmerk auf den jetzigen Ausbau gelegt wird. Ein weiterer Ausbau bedürfe einer Vorlaufzeit von mindestens zwei Jahren, so dass derzeit keine Aussage möglich sei.

Die Stadt Pleystein mit der amtierenden Bürgermeisterin Andrea Lang (Mitte) hatte zu einem Informationsabend zum Ausbau von vier Ortsstraßen eingeladen. Dietmar Hammerl, Bamler Bauingenieure GmbH (am Tisch links) erläuterte das umfangreiche Vorhaben, Geschäftsleiter Günter Gschwindler (vorne am Tisch links) gab die ergänzenden Erklärungen dazu.
Die Zottbachstraße (Mitte) mit ihren Abzweigen Hubertusstraße (links), Fasanenstraße (rechts), Jägerstraße (unterhalb rechts) sollen mit einem Aufwand von rund einer Million Euro ausgebaut werden. Außerdem werden die Kanalisation und die Wasserleitung ganz oder teilweise neu verlegt sowie ein Leerrohr für eine spätere Breitbandversorgung mit eingebaut.
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